Fr, 14:50 Uhr
17.04.2015
Böse Überraschung im Naturschutzgebiet
Der Südharz lädt geradezu in dieser Jahreszeit zu ganz besonderen Wanderungen ein. Im Naturschutzgebiet "Mühlberg/Himmelberg" kann den Wanderern derzeit die Freude an der Natur vergehen...
"Das Naturschutzgebiet Mühlberg/Himmelberg mit den am Fuße des Nordhanges befindlichen Feuchtbiotopen Bornrasen, Tanzteich und Rüsselsee bietet einereichhaltige und einmalige Flora und Fauna im Gipskarst und lädt mit seinen natürlichen Aussichtspunkten zum Wandern ein."
So steht es auf der Internetseite der Verwaltungsgemeinschaft Hohnstein, zu der Niedersachswerfen gehört. Immerhin findet man dort schützenswerte "reich strukturierte naturnahe Waldgesellschaften unterschiedlichster Ausprägung", wie man in der Schutzgebietsverordnung lesen kann.
Eigentlich einladend für einen Wochenendspaziergang. Eigentlich. Denn wer dies macht, wird eines besseren belehrt. Im Naturschutzgebiet fand massiver Holzeinschlag statt, die Wanderwege wurden zum Großteil durch Holzrückefahrzeuge zerstört. Gleich reihenweise wird hier unmittelbar im"Vorgarten" der Gemeinde Harztor gegen die Schutzgebietsverordnung des NSG Mühlberg verstoßen.
DieSchutzgebietsverordnung schließt eine "ordnungsgemäßeforstwirtschaftliche Bewirtschaftung im Plenter- oderFemelwaldbetrieb" nicht aus, diese hat aber "im Einvernehmen oder mit Zustimmung der Oberen Naturschutzbehörde" zu erfolgen. Hier stellt sich dem Wanderer die Frage, ob solchemassiven Eingriffe "im Einvernehmen oder mit Zustimmung der Behörden" bzw. der Verwaltungsgemeinschaft erfolgte und ob diese hiervon überhaupt Kenntnis haben.
Die Verwaltung des Naturparks hatte jedenfalls keine Kenntnis von den Zerstörungen, hat sie doch in den letzten Tagen noch Bilder vom schönen Mühlberg auf ihrer Facebookseite veröffentlicht.
Dies ist nur ein weiteres Beispiel des gedanken- und rücksichtslosen Umgangs mit unseren Naturschätzen. Schlimm genug, dass die NSG Himmelberg und Mühlberg, die eigentlich eine funktionelle Einheit darstellen, durch die scheibchenweise Erweiterung der Gipsabbauflächen am Rüsselsee und Himmelberg (ermöglicht durch die der Gipsindustrie gefällige Raumordnungsgesetzgebung des "Grünen Herzens Deutschlands") quasi voneinander getrennt werden.
Das NSG Mühlberg wird aber so geradezu ad absurdum geführt. Wenn wir so weiter machen, ist das Anliegen, "den Naturpark Südharz erst mal zu entwickeln" einfach nur eine leere Worthülse.
Dr. Christian Marx, BI Gipskarst Südharz
Autor: red"Das Naturschutzgebiet Mühlberg/Himmelberg mit den am Fuße des Nordhanges befindlichen Feuchtbiotopen Bornrasen, Tanzteich und Rüsselsee bietet einereichhaltige und einmalige Flora und Fauna im Gipskarst und lädt mit seinen natürlichen Aussichtspunkten zum Wandern ein."
So steht es auf der Internetseite der Verwaltungsgemeinschaft Hohnstein, zu der Niedersachswerfen gehört. Immerhin findet man dort schützenswerte "reich strukturierte naturnahe Waldgesellschaften unterschiedlichster Ausprägung", wie man in der Schutzgebietsverordnung lesen kann.
Eigentlich einladend für einen Wochenendspaziergang. Eigentlich. Denn wer dies macht, wird eines besseren belehrt. Im Naturschutzgebiet fand massiver Holzeinschlag statt, die Wanderwege wurden zum Großteil durch Holzrückefahrzeuge zerstört. Gleich reihenweise wird hier unmittelbar im"Vorgarten" der Gemeinde Harztor gegen die Schutzgebietsverordnung des NSG Mühlberg verstoßen.
DieSchutzgebietsverordnung schließt eine "ordnungsgemäßeforstwirtschaftliche Bewirtschaftung im Plenter- oderFemelwaldbetrieb" nicht aus, diese hat aber "im Einvernehmen oder mit Zustimmung der Oberen Naturschutzbehörde" zu erfolgen. Hier stellt sich dem Wanderer die Frage, ob solchemassiven Eingriffe "im Einvernehmen oder mit Zustimmung der Behörden" bzw. der Verwaltungsgemeinschaft erfolgte und ob diese hiervon überhaupt Kenntnis haben.
Die Verwaltung des Naturparks hatte jedenfalls keine Kenntnis von den Zerstörungen, hat sie doch in den letzten Tagen noch Bilder vom schönen Mühlberg auf ihrer Facebookseite veröffentlicht.
Dies ist nur ein weiteres Beispiel des gedanken- und rücksichtslosen Umgangs mit unseren Naturschätzen. Schlimm genug, dass die NSG Himmelberg und Mühlberg, die eigentlich eine funktionelle Einheit darstellen, durch die scheibchenweise Erweiterung der Gipsabbauflächen am Rüsselsee und Himmelberg (ermöglicht durch die der Gipsindustrie gefällige Raumordnungsgesetzgebung des "Grünen Herzens Deutschlands") quasi voneinander getrennt werden.
Das NSG Mühlberg wird aber so geradezu ad absurdum geführt. Wenn wir so weiter machen, ist das Anliegen, "den Naturpark Südharz erst mal zu entwickeln" einfach nur eine leere Worthülse.
Dr. Christian Marx, BI Gipskarst Südharz





















