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Mo, 12:46 Uhr
13.04.2015

"Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch"

Am späten Vormittag fand die zentrale Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslager Mittelbau-Dora statt. Es waren bewegende Momente auf dem Platz am ehemaligen Krematorium...

Albert van Hoey (Foto: nnz) Albert van Hoey (Foto: nnz) Albert van Hoey berichtet über die Zeit in der "Hölle Dora"

Vier Überlebende der Hölle Dora - Albert van Hoey, Oto Köhnstein, Jean M. Lorge und Dr. Boris Pahor - berichteten, wie dieses Deutschland, wie dieser Nationalsozialismus und wie schließlich das KZ Mittelbau Dora all das "auffraßen", was ihnen einst lieb und teuer war: Familien, Freunde, Bekannte und beinahe sie selbst.

Benjamin-Immanuel Hoff (Foto: nnz) Benjamin-Immanuel Hoff (Foto: nnz)
Van Hoey, der damals nicht einmal 20jährige, schilderte exemplarisch Stationen seines Leidens in der Nähe von Nordhausen. Das Ende des KZ, den Todesmarsch und dann endlich die Befreiung. Seine Stimme versagte, Tränen rannen dem heute 91jährigen über die Wangen. Bewegend auch die Erlebnisberichte der drei anderen Zeitzeugen, die ans Mikrofon traten und die ihre wichtigste Botschaft dieses Tages den Jüngeren mit auf den Weg gaben: niemals das wieder zuzulassen, was sie erleben mussten.

Begrüßt wurden die Überlebenden und Gäste des Gedenkens vom Leiter der Gedenkstätte KZ Mittelbau Dora, Dr. Stefan Hördler, der sich symbolisch vor den Überlebenden, deren Angehörigen und Begleitern verneigte und ihnen den größtmöglichen Respekt zollte. Wie Hördler, so ging auch der Chef der Thüringer Staatskanzlei, Prof. Benjamin-Immanuel Hoff, auf die Geschichte des KZ am Kohnstein ein. Gerade diese Hölle widerlege die oft geäußerte Meinung, dass das Grauen an der deutschen Peripherie stattfand.


Nein, es sei mitten unter den Menschen gewesen und niemand der damals Lebenden, die weggeschaut hätten, könne sich seiner Verantwortung entziehen. "Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch", mit diesem Brecht-Zitat mahnte der Erfurter Politiker mit dem Blick auf das Hier und Heute, jedweden Tendenzen von Rassismus, Ausländerfeindlichkeit oder Antisemitismus zu begegnen und sie im Keim zu ersticken.

Nach den Reden wurden am Denkmal unterhalb des Krematoriums Blumengebinde und Kränze niedergelegt, danach wurde die Ausstellung "Zwischen Harz und Heide. Todesmärsche und Räumungstransporte im April 1945" in der ehemaligen Feuerwache eröffnet.
Peter-Stefan Greiner
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Gedenken an die Befreiung des KZ Mittelbau-Dora vor 70 Jahren. (Foto: nnz)
Autor: red

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Kommentare
Wolfi65
13.04.2015, 14:18 Uhr
So ist das richtig
Man darf nicht zulassen, dass in Deutschland diese Sachen vergessen werden.
Deshalb muss in regelmäßigen Abständen, auf die Verbrechen Deutschlands hingewiesen werden.
henry12
13.04.2015, 14:55 Uhr
Alles Geschwafel........
solange in der Ukraine Faschisten durch die Bundesregierung
unterstützt werden.
Real Human
13.04.2015, 16:34 Uhr
Wer waren eigentlich die geistigen „Hebammen“?
Na, aus welchem „Schößen“ kroch denn das Monster? Doch viel wichtiger: Welche Hebammen haben ihm zum Leben verholfen? Und am allerwichtigsten: Welche geistigen Vorfahren hatte es?

Waren da etwa auch „Geistliche“ in einer mehr als tausendjährigen Ahnenreihe dabei?

"Jene Divisionen, die jetzt schon zu kleinen Offensiven angetreten sind und die in den nächsten Wochen und Monaten zu Großoffensiven antreten werden, werden in diesen Kampf hineingehen wie in einen GOTTESDIENST.", predigte Joseph Goebbels am 18. Februar 1943 im Berliner Sportpalast.

Und wie die Alten sungen, so zwitschern leider auch die Jungen:
https://www.youtube.com/watch?v=u8ymuEeX5gc,
https://www.youtube.com/watch?v=CTrxZ3MMJyw,
https://www.youtube.com/watch?v=pGMhExAK9dQ,

Die Bremische Evangelische Kirche distanzierte sich zwar von der Hasspredigt, aber die Quelle, die Bibel, ist doch an vielen Stellen selbst ein trauriges Beispiel von Volksverhetzung: (https://www.youtube.com/watch?v=BrQ_JcROtvg) Wen man zum festen Glauben anstatt zu gesundem Zweifel erzogen hat, den braucht man doch nur noch aufzuhetzen – er glaubt doch schon. Und wer nicht glaubt, der ist natürlich schon in den Fängen des „Widersachers“.

Man höre sich dazu auch mal eine weitere Predigt dieses „Stellvertreters Gottes“ an: https://www.youtube.com/watch?v=vepzcpfIU2s Aber nicht andächtig werden oder gar einschlafen!

Merkt Ihr es endlich? Oder „merkt Ihr nichts mehr?“

Im Gegensatz zu http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=167211:

KOMMENTARE SIND MÖGLICH ! (Vorbehaltlich der Rechte der Redaktion!)
Glaskugel
13.04.2015, 22:17 Uhr
Hirnlose Kommentare
Das erlebte Leiden dieser Menschen lässt sich nicht relativieren. Weder von Ukraine-Hassern noch von Kirchen-Hassern oder Deutschtümlern. Es ist einfach nur schrecklich, was diese Nazibande angerichtet hat!
henry12
14.04.2015, 07:28 Uhr
Richtig, Lisel
Es ist vollkommen Hirnlos, mit großem Betroffenheitspathos
das Gedenken an Vergangenes zu zelebrieren , aber daraus
nichts für Gegenwart und Zukunft zu lernen.
Wolfi65
14.04.2015, 08:02 Uhr
Die sind vom Volk gewählt worden@Lisel
Und es ist auch wohl heute Volkes Wille, dass in aller Welt aus deutschen Waffen wieder geschossen wird. Oder etwa nicht? Oder hat das BRD Volk wieder von nichts gewusst, wenn ähnliche Sachen im Namen der Freiheit passieren?
Real Human
14.04.2015, 10:19 Uhr
Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Menschheit als Lügen!
Als jemand, der nach der Katastrophe geboren wurde, kann ich mich– wie die meisten mit der „Gnade der späten Geburt“ – sehr glücklich schätzen, dass ich den Zweiten Weltkrieg nicht miterleiden musste. Auch in der Zeit des Kalten Krieges hatten wir mehr Glück als Verstand, denn um Haaresbreite wären wir alle in einem atomaren Holocaust bei lebendigem Leibe eingeäschert worden.

Wenn wir heute Gedenkfeiern abhalten, so sollte uns bewusst sein, dass in dem Wort „gedenken“ die Wurzel „denken“ steckt. Pures Gejammer über die wahrhaft schreckliche „Nazibande“ ist einfach nur kleinkindisch – infantil. Wenn ein schlimmes Unglück passiert ist, trauern wir, sonst wären wir emotionslose Roboter. (Dass höher entwickelte Roboter einmal mit Gefühlen ausgestattet sein könnten, ist ein anderes interessantes Thema.)

Wir sollten aber nicht nur fatalistische Gefühlsmenschen sein, sondern Unglücke auch rational analysieren und so konsequenterweise auch Vorkehrungen treffen, damit sie möglichst nicht wieder geschehen können. Bei Wahlen das kleinste Übel anzukreuzen, kann schon sehr hilfreich sein.

Wie eben gesehen, hat @ „henry12“ es kurz und sarkastisch in drei Zeilen auf den Punkt gebracht. Ich bezweifle aber, dass Sie, @ „Lisel“, bemerkt haben, wie sein Indianerpfeil knapp an Ihrem Ohr vorbeigezischt ist. „Allzu spitz trifft nicht“, sagte mein verstorbener Schwiegervater öfters. Lange differenzierende Kommentare richten aber meist auch nicht viel aus; das gebe ich zu. „Die Hand, die du nicht abhacken kannst, musst du schütteln“, soll wohl aus Arabien kommen? „Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als Lügen.“, schrieb Deutschlands gefährlichster Philosoph – NACH Marx und Engels?

Es wäre mehr als naiv, zu glauben mit Kommentaren in Deutsch noch dazu aus Deutschlands tiefster Provinz heraus „die Welt retten“ zu können. Trotzdem: „Steter Tropfen höhlt den Stein!“

Außerdem hoffe ich, dass es einige Wenige gibt, welche die Welt nicht nur wie einen Unterhaltungsfilm anglotzen, sondern auch das Bedürfnis haben, sie zu verstehen, BEVOR sie vielleicht den Ehrgeiz entwickeln, sie zu verändern oder nur einfach nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel!“ ihre politische Karriere verfolgen.

Ich habe schon viel zu viel geschrieben, deshalb hier nur EIN(!) YouTube-Link an dem sich die Geister sicher scheiden:

https://www.youtube.com/watch?v=ytVdBLMmRno
Franz100
14.04.2015, 18:58 Uhr
Fakt ist
Niemand will mehr Krieg! Jedenfalls von uns Lesern nicht! Außer ihr wählt weiterhin die gute alte CDU, die weiterhin Waffen verkaufen an Länder, wo sie sich pausenlos die Rübe abschießen!
Paulinchen
14.04.2015, 19:21 Uhr
Mir war es vergönnt,
...mit unserem ehemaligen Bürgermeister Fritz Gießner, über die Bedingungen und dem Grund seiner Inhaftierung im Lager Buchenwald ganz privat zu sprechen.

Selbst beim Schreiben dieser Zeilen, läuft es mir noch kalt über den Rücken. Wir sollten alles dafür unternehmen, damit sich so etwas niemals wiederholt.
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