Do, 17:40 Uhr
07.06.2001
nnz-Forum: Am Ende einer Skala
Sollstedt (nnz). Jürgen Hohberg, seines Zeichens Bürgermeister der Gemeinde Sollstedt und Kreisvorsitzender des Gemeinde- und Städtebundes, meldet sich zu Wort. Er wundert sich über Äußerungen in einem nnz-Beitrag:
Mit einiger Verwunderung habe ich den Artikel Nette Plauderei in Verwaltungsfluren gelesen. Bereits aus der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes des Gemeinde- und Städtebundes, die in der vergangenen Woche in Sollstedt stattfand, ist aus den Äußerungen von Bürgermeistern und Chefs der Verwaltungen bekannt, dass diese von vielen Mitarbeiter/innen des Landratsamtes derzeit geschnitten, beargwöhnt und überwiegend mit Reserviertheit behandelt werden, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Mir ist selbstverständlich auch bewusst, dass ich persönlich mich auf der Beliebtheits-Skala im Landratsamt wohl auf sehr niedrigem Level bewege, obwohl ich mit meinen kritischen Äußerungen zum Thema Personalkosten des Landkreises weder im Kreistag noch beim Gemeinde- und Städtebund meine persönliche, sondern die mehrheitlich oder einstimmig vertretene Meinung kundgetan habe, aber mit diesen Vorbehalten kann ich umgehen. Wenn mir dann jedoch auf dem Flur, der zum Umweltbereich gehört nachgesagt wird, dass ich die Forderung nach zwei hauptamtlichen Beigeordneten erhoben hätte, kann ich dies nicht unwidersprochen hinnehmen.
Wie wohl allgemein bekannt ist, vertritt der Landrat (und mit ihm nun auch der Kommunale Arbeitgeberverband) seit langem die Ansicht, ein Beigeordneter sei ausreichend. Dieser Meinung hatte sich die CDU-Fraktion des Kreistages, der ich bekanntermaßen angehöre, auch bereits sehr frühzeitig angeschlossen. Bei den Mehrheitsverhältnissen, wie sie jedoch in dieser Legislaturperiode im Kreistag herrschen, bestand für eine entsprechende Änderung der Hauptsatzung jedoch nach meiner realistischen Auffassung zu keiner Zeit auch nur die geringste Chance! Zu sehr waren SPD und PDS darauf bedacht, die Machtstrukturen im Landratsamt grundlegend zu verändern. Und da ich absolut nichts davon halte, Kräfte sinnlos zu verschwenden, habe ich dieses Einsparpotenzial als politisch nicht durchsetzbar abgehakt. Da aber davon auszugehen ist, dass die beiden Beigeordneten (wenn auch Beamte) nicht untätig sein werden und Arbeit verrichten, die in der beigeordneten-freien Zeit andere getan haben, kann und muss eben an anderen Stellen Personal gespart werden.
Jürgen Hohberg
Bürgermeister der Gemeinde Sollstedt
Kreisverbandsvorsitzender des KV-NDH, GStB-Thür.
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Autor: nnzMit einiger Verwunderung habe ich den Artikel Nette Plauderei in Verwaltungsfluren gelesen. Bereits aus der Mitgliederversammlung des Kreisverbandes des Gemeinde- und Städtebundes, die in der vergangenen Woche in Sollstedt stattfand, ist aus den Äußerungen von Bürgermeistern und Chefs der Verwaltungen bekannt, dass diese von vielen Mitarbeiter/innen des Landratsamtes derzeit geschnitten, beargwöhnt und überwiegend mit Reserviertheit behandelt werden, um es einmal vorsichtig auszudrücken. Mir ist selbstverständlich auch bewusst, dass ich persönlich mich auf der Beliebtheits-Skala im Landratsamt wohl auf sehr niedrigem Level bewege, obwohl ich mit meinen kritischen Äußerungen zum Thema Personalkosten des Landkreises weder im Kreistag noch beim Gemeinde- und Städtebund meine persönliche, sondern die mehrheitlich oder einstimmig vertretene Meinung kundgetan habe, aber mit diesen Vorbehalten kann ich umgehen. Wenn mir dann jedoch auf dem Flur, der zum Umweltbereich gehört nachgesagt wird, dass ich die Forderung nach zwei hauptamtlichen Beigeordneten erhoben hätte, kann ich dies nicht unwidersprochen hinnehmen.
Wie wohl allgemein bekannt ist, vertritt der Landrat (und mit ihm nun auch der Kommunale Arbeitgeberverband) seit langem die Ansicht, ein Beigeordneter sei ausreichend. Dieser Meinung hatte sich die CDU-Fraktion des Kreistages, der ich bekanntermaßen angehöre, auch bereits sehr frühzeitig angeschlossen. Bei den Mehrheitsverhältnissen, wie sie jedoch in dieser Legislaturperiode im Kreistag herrschen, bestand für eine entsprechende Änderung der Hauptsatzung jedoch nach meiner realistischen Auffassung zu keiner Zeit auch nur die geringste Chance! Zu sehr waren SPD und PDS darauf bedacht, die Machtstrukturen im Landratsamt grundlegend zu verändern. Und da ich absolut nichts davon halte, Kräfte sinnlos zu verschwenden, habe ich dieses Einsparpotenzial als politisch nicht durchsetzbar abgehakt. Da aber davon auszugehen ist, dass die beiden Beigeordneten (wenn auch Beamte) nicht untätig sein werden und Arbeit verrichten, die in der beigeordneten-freien Zeit andere getan haben, kann und muss eben an anderen Stellen Personal gespart werden.
Jürgen Hohberg
Bürgermeister der Gemeinde Sollstedt
Kreisverbandsvorsitzender des KV-NDH, GStB-Thür.
Anmerkung der nnz-Redaktion: Die im nnz-Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.

