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Mi, 07:01 Uhr
18.03.2015

Steuern hoch oder doch nicht?

Die nnz hatte gestern ausführlich über die Absicht der Nordhäuser Rathausspitze berichtet, die Hebesätze für die Grund- und die Gewerbesteuer anzuheben. Was sagen die Fraktionen des Stadtrates dazu? Wir haben nachgefragt...


"Es wäre das falsche Signal für die Wirtschaft", sagt Steffen Iffland, der Fraktionsvorsitzende der CDU. Dr. Klaus Zeh müsse als Oberbürgermeister alle Wege aufführen, um den Haushalt zu retten. Da gehöre von seiner Seite das Thema Steuern dazu. Er" hat aber selbst nie für eine Steuererhöhungen gebrannt. Die CDU weiß es, wird künftig schwer werden, aber der Bürger darf nicht die Zeche der Haushaltspolitik der vergangenen 15 Jahre zahlen.".

Eine Steuererhöhung ist mit der Fraktion der FDP nicht zu machen. "Es gibt bessere und andere Lösungen, zum Beispiel das Aussteigen aus der doppischen Haushaltsführung. Diesen SPD-Rinke-Schwachsinn sollte man schnellstens beenden und schon hat man eingespart", antwortet Martin Höfer, der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Stadtrat.

"Die SPD vertritt die Auffassung, dass, unabhängig von der finanziellen Situation der Kommune, eine ausgewogene Beteiligung aller notwendig ist. Gerade dieses Bewusstsein, einen angemessenen Beitrag geleistet zu haben wirkt identitätsstiftend und fördert den sozialen Frieden", formuliert Andreas Wieninger, als SPD-Fraktionsvorsitzender. Dabei seien die durch Einige in den zurückliegenden Tagen getätigten Äußerungen zu Ausnahmen, vor dem Hintergrund des politischen Kalküls verständlich, aber in der Sache nicht hilfreich.

Die Linke im Stadtrat will sich erst heute zu diesem Thema in einer Fraktionssitzung verständigen. In die sollen auch die neuesten Erkenntnisse aus dem nichtöffentlichen Teil der gestrigen Finanzausschusssitzung einfließen. Von Seiten der Bündnisgrünen gab es bislang keine Rückantwort.

Und was sagt die Verwaltung zu diesem Thema? „Bei der finanziellen Gesundung setze ich bei der Einnahmenseite vor allem auf die Attraktivität Nordhausens als Investitionsstandort. Wir müssen attraktiv sein für neue Unternehmen und damit Arbeitsplätze. Deshalb sollte die weitere Erhöhung von Steuern die letzte aller Möglichkeiten sein. Das bedeutet, dass die auch zur Diskussion gestellte Hebesatzsatzung die letzte aller Möglichkeiten sein soll. Die Vorlage einer Hebesatz-Satzung ist allerdings aus rechtlichen Gründen nötig.“

Es ist geplant, alles am 25. März in den Stadtrat zur 1. Lesung einzubringen. Zuvor, am 20. März, gibt es eine weitere gemeinsame Haushaltsklausur mit den Stadträten. Ziel: Die Beschlussfassung zum Haushalt soll am 6. Mai sein.

Seit Oktober 2014 liefen die Mittelanmeldungen der Ämter in der Kämmerei. Danach gab es Gespräche mit allen Ämtern zu den Einzelbudgets. Darüber hinaus hatten die acht Arbeitsgruppen zur Haushaltssicherung getagt. Weiterhin gab es zwei Haushaltsklausuren.

Die Haushaltslücke (Diskrepanz zwischen Einnahmen und Ausgaben) konnte von ehemals rund 11,6 Millionen Euro bis zum heutigen Tag mehr als halbiert werden auf rund 5 Millionen. Dies war möglich durch die genannten Diskussionen, durch erlassene Haushaltssperren sowie durch eine wirtschaftliche Haushaltsführung.

Der Schuldenstand aus dem Jahr 2012 konnte von rund 40 Millionen Euro auf aktuell 35 Millionen gesenkt werden. Die Beantragung von Bedarfszuweisungen beim Land wird trotzdem nötig sein. Nach derzeitiger Schätzung müssen 5 Millionen Euro beantragt werden.
Autor: red

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Kommentare
Stadtbürger
18.03.2015, 09:27 Uhr
die fdp hat recht
die fdp hat recht. wenn die stadt nordhausen die doppik wieder abschaffen würde, stünde sie finanziell besser da.

denn die doppik beinhaltet auch, dass das anlagevermögen der stadt bewertet wird und dann entsprechende abschreibungen erfolgen müssen. diese wiederrum sind aufwendungen, die die einnahmeseite belasten. es müssen ja am ende - wie bei einer normalen bilanz - aktiva und passiva ausgeglichen sein.

bei der kameralistik hingegen ist es nur wie eine einnahmen-ausgaben-rechnung. hätten wir die doppik nicht mehr, hätten wir im städtischen haushalt nur noch ein defizit von ca. 2 mio. euro. und das dürfte zu schaffen sein.

jeder halbwegs gut ausgebildete kaufmann versteht das, nur nicht die herrschaften der stadtverwaltung. sind ja auch keine kaufleute. obwohl - doch. herr jendricke ist doch kaufmann nach seinem jahrelangen studium. er weiß das und hat wider besseren wissens den mist eingeführt
Darkside
18.03.2015, 13:37 Uhr
Schwachsinn, der Sinn macht!
Grundsätzlich ist die Veränderung der Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer durchaus eine Möglichkeit, die Haushaltssituation positiv zu beeinflussen. Leider hat diese Diskussion vor dem Hintergrund einer möglichen Zahlungsunfähigkeit durch Abschreibungen den faden Beigeschmack, dass der Steuerzahler am Ende die Zeche zu begleichen hat.

Als Unternehmer kann ich nicht nachvollziehen, wie sich die Stadt in eine derartige Lage bringen konnte. Grundsätzlich ist die Gewinn- und Verlustrechnung als einfache Buchführung bzw. die bilanzielle Buchführung (Doppik) kein Teufelswerk, außer für die FDP. Ganz einfach ausgedrückt, stellen Sie Unternehmens(kenn)zahlen in einer Übersicht zusammen.

Abschreibungen und das ist so korrekt lieber Stadtbürger, sind Aufwendungen. Sie wirken sich aber nicht auf die Einnahmen selbst aus, sondern auf das Ergebnis der G&V. Anders ausgedrückt, Abschreibungen sind Aufwendungen, die das zu versteuernde Ergebnis beeinflussen(grundsätzlich).

Wird nun Anlagevermögen gekauft, z. B. für 1 Mio. Euro unterliegt diese Anschaffung je nach Art gewissen Abschreibungszeiträumen, z. B. 10 Jahre linear (10x 100k Euro). Einfach ausgedrückt, hat man 1 Mio. Euro weniger auf dem Konto, es werden aber nur 100k Euro als Aufwendung aus Abschreibungen eingestellt. Dadurch kann es sein, dass ein Unternehmen am Ende des Wirtschaftsjahres dennoch ein positives Ergebnis aufweist, dass zu versteuern ist. Somit können Abschreibungen, die durch eine starke Vermehrung des Anlagevermögens in einem relativ kurzen Zeitraum entstehen, zu teilweise sehr starken Rückgang der Liquidität führen. Im Ergebnis ist man im schlimmsten Fall zahlungsunfähig.

Vor diesem Hintergrund gebe ich Stadtbürger absolut Recht, dass ein "halbwegs gut ausgebildeter Kaufmann" diese Grundlagen der BWL versteht und anwenden kann.

Warum nun diese Ausführungen, werden sich einige jetzt fragen. Ganz einfach. Als Unternehmer weiß ich im Vorfeld, wie sich Anschaffungen im Anlagevermögen auf die gesamtwirtschaftliche Situation auswirken. Somit ergeben sich für die aktuelle Haushaltslage nur zwei Möglichkeiten. Entweder fehlt es den Entscheidungsträgern der Stadt an fachlicher Kompetenz, oder das zusätzliche Defizit sollte von Anfang an durch den Steuerzahler ausgeglichen werden.

Einen Denkzettel für die FDP möchte ich mir an dieser Stelle nicht verkneifen. Die doppelte Buchführung abzuschaffen ist eine Aufforderung zur Nutzung einer "einfachen" Darstellung von Unternehmens(kenn)zahlen, um im Ergebnis "besser" wegzukommen. Verstehe ich das richtig, dass die FDP für eine bewusste "Verschönerung" der tatsächlichen Haushaltslage plädiert?
Rainer H.
18.03.2015, 13:57 Uhr
Doppik hin oder her Rinkes Erbe das ist schwer!
Ein Weggang von der Doppik hilft der Stadt nur auf dem Papier! Durch die Doppik sieht man ja nun, wo nie Geld zurück gelegt wurde. Und trotzdem hat man unter Frau Rinke die Steuern erhöht. In den letzten Jahren in 2 Etappen von 320 auf 400 Punkite Hebesatz. Wenn es dennoch nicht reichte wurde das Gelöd aus den Stadtwerken geholt - welche dann 2012 am Limit waren und völlig ausgereitzt. Der Buhmann ist nun der Nachfolger der die Scherben zusammenfegt. Wäre der Nachfolger Jendricke gewesen, hätte der lediglich nur die Scherben unter dem Teppich gekehrt und die Steuern auf 550 im Hebesatz erhöht. Zudem ist es sein finazielles Erbe was wir hier verdauen. Wenn er Landrat werden sollte, können wir den Kreis gleich beerdigen.
Darkside
18.03.2015, 14:53 Uhr
Nachtrag Schwachsinn, der Sinn macht!
Ich stelle fest, dass man meiner Argumentation nicht folgen kann.

Jetzt noch einmal einfach, kurz und Knapp:

Die Abschreibungen sind nicht das Problem, sondern die Anschaffungen selbst. Ich kann nicht mehr ausgeben, als ich an Ressourcen zur Verfügung habe.
Zukunft
18.03.2015, 16:05 Uhr
Zu Darkside
Eine Kommune zahlt keine Steuern und hat auch keine Gewinn- und Verlustrechnung, sondern eine Ergebnisrechnung, die Aufwendungen und Erträge darstellt. Wenn die Stadträte dieses Rechnungswesen verstehen würden, hätten sie dem Bau des Bürgerhauses, des Kinderhauses Ost und der Flohburg nie zustimmen dürfen. Da aber keiner haftet, kann weiter in die Vollen gegriffen werden.
denk-mal
18.03.2015, 18:03 Uhr
Dopische Haushaltsführung
ist für eine Stadt purer Unsinn, eine Stadt zahlt keine Steuern, also ist es unsinnig Abschreibungen zu dokumentieren, wie ein Unternehmen um Steuerzahlungen abzuwehren. Der Haushalt wird dargestellt, als handele es sich um eine Firma. Diese Form dokumentiert dann zum gegenwärtigen Zeitpunkt 10 000 000 € die nur in der Buchhaltung fehlen, das wäre eben einer möglichen Steuerzahlung entgegenzusetzen, aber da die Stadt ja keine Steuern zahlen muss, ist das ausweisen dieser Summe eine Verzerrung der Haushaltslage. Die FDP will hier nichts schön rechnen - sie vergleicht eben nicht Birnen mit Äpfeln. Sie schüttet das "Obst" eben nicht in einen Sack sondern sie sortiert es ... aber der dopische Haushaltwird nicht richtig und wird nicht wahr nur weil die Masse, die es Verkündet die Mehrheit hat !!!!
Pe_rle
18.03.2015, 19:06 Uhr
Steuererhöhung
es wird langsam Zeit das die Stadt Nordhausen an die Leine gelegt wird.
Hier gehören Leute hin die von Rechnen Ahnung haben.
Ein M.J . als Bürgermeister hat keine,und auch bei einem Teil der Stadträte zweifel ich daran.
Deren letztes Mittel ist nur noch Steuererhöhung zu lasten der Bürger und Gewerbe , und da wird eben die Hand gehoben ,bei Abstimmungen.
Wenn ich irgendwo Schulden mache ,und nicht zahle ,steht irgendwann der Gerichtsvollzieher vor meim Haus.
Aber Politiker haben Narrenfreiheit
Eckenblitz
18.03.2015, 20:24 Uhr
Politiker/innen
wozu sind die politischen damen und herren eigentlich da? sie sollen den willen des bürgers vertreten, so heißt es doch? sie sollen umsichtig mit den ressourcen die sie zur verfügung haben umgehen, nicht wahr? sie sollen schaden von der gesellschaft abwenden, richtig? Sie sollen immer ein ohr für den bürger haben, oder?
das sind nur einige beispiele, die einen guten politiker/in ausmachen, nun nennen sie mir einen in unserer stadt oder kreis der all diese bedingungen erfüllt? wenn sie jemanden finden, dann sollten sie lotto spielen, ihre gewinnchancen wären riesig. natürlich ist niemand unfehlbar, aber ich habe das gefühl die politischen damen und herren bei uns, passen irgendwie nicht in die reihe der guten politiker/innen. ich habe sehr lange überlegt wie man unser politiker/innen definieren könnte, aber zu einen ergebniss bin ich nicht gekommen, vielleicht schaffen sie es ja, einen versuch ist es wert, ODER?
Zukunft
18.03.2015, 21:52 Uhr
Profilierung
Politiker sind wichtig und allwissend. Sie nehmen sich sehr wichtig, sehr. Sie sind unfehlbar. Oder hat man schon Mal gehoert, das ein Politiker eingestanden hat, dass er sich geirrt hat? Nein, Politiker irren nicht, machen keine Fehler.

Nein, Politiker doch nicht . Warum sind wohl soviel Ausschüsse nicht oeffentlich? Soll der Bürger nicht erfahren, was besprochen wird? Zu den Stadtratssitzungen wuerde es reichen, wenn nur die Fraktionsvorsitzenden der Fraktionen erscheinen, weil es ist ja schon vorher alles abgestimmt. Da könnte die Stadt fuer das nur "Absitzen" der Sitzung einiger Teilnehmer einiges an Sitzungsgeldern sparen. In der Wirtschaft bekommt der Arbeitnehmer auch kein Geld fuer die bloße Anwesenheit.
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