Auf die Rückkehr der Wölfe vorbereiten
Der Wolf ist im Harz angekommen – zumindest in der Medienlandschaft. Emotional geht es oft zu, wenn rund um eine mögliche Rückkehr des großen Beutegreifers diskutiert wird. Keine Überraschung, denn in Niedersachsen mehren sich die Hinweise auf Einzeltiere oder Rudel mit Welpen...
Zurück im Harz (Foto: Thomas Schwerdt)
Es scheint daher eine Frage der Zeit zu sein, wann der Wolf auch in der Harzregion nachgewiesen wird. Um im Vorfeld Aufklärungsarbeit jenseits von Klischees und Vorurteilen zu betreiben, hat das Regionale Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz eine Stationsarbeit entwickelt, an Hand derer Schülerinnen und Schüler das Leben der Wölfe erforschen können.
Das Programm wird derzeit für die Klassenstufen 3/4 sowie 5/6 angeboten und ist so konzipiert, dass sich die Inhalte an den Kerncurricula orientieren.
Neben der Lebensweise des Wolfes beschäftigen sich die Schüler auch mit dem Körperbau, den Sinnesleistungen, dem Jagdverhalten sowie mit der Rolle des Wolfes im Märchen. Schutzmaßnahmen für Nutztiere und das Verhalten gegenüber Menschen werden ebenfalls thematisiert.
In der Diskussion um die Rückkehr des Wolfes ist eine sachgerechte Aufklärung unerlässlich, fernab von Dramatisierung oder andererseits auch romantischen Vorstellungen. Gerade Schüler gehen sehr offen an die Thematik heran und wollen sich ihr eigenes Bild vom Wolf machen, erläutert Thomas Schwerdt, Leiter des RUZ.
Seit Beginn des Programms vor zwei Jahren haben bereits über 600 Schülerinnen und Schüler das Wolfsprogramm des RUZ kennengelernt. Die stetig steigende Nachfrage ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Bedarf nach einem Bildungsangebot rund um den Wolf auch in den Schulen der Region gesehen wird.
Informationen zu dieser und weiteren RUZ-Veranstaltungen erhalten Interessierte unter folgenden Kontaktmöglichkeiten:
Regionales Umweltbildungszentrum (RUZ) Nationalpark Harz
Thomas Schwerdt (Leiter)
Tel. 05582-91 64 18 oder 05322-53006
Mobil: 0170-9124473
E-Mail: RUZ@nationalpark-harz.de
Autor: red
Kommentare
Peppone
04.03.2015, 08:51 Uhr
Da lehren Blinde über Farbe
Wie kann man Kindern etwas über Wölfe lehren oder vermitteln, wenn man selbst Wölfe nur aus dem Zoo kennt? Da kann und soll nur ein verklärtes, romantisiertes Bild herauskommen.
Der Wolf ist neben dem Bären ein Raubtier, auf dessen Speiseplan neben Wildtieren vor allem Nutztiere, Hunde, Katzen und eben auch der Mensch stehen. In unserer Kulturlandschaft hat er schon längst die Scheu vor dem Menschen verloren. Nicht umsonst laufen Wölfe schon in Wohngebieten umher oder reißen im Beisein der Besitzer Nutztiere. Die Probleme sind vorprogrammiert.
In den klassischen, sehr gering bevölkerten Wolfsländern sind Angriffe und Konflikte Wolf - Mensch Normalität. In einem dicht besiedelten Land mit Kulturlandschaft werden diese Konflikte mit steigender Wolfspopulation potenziert. Ich habe nichts gegen den Wolf, aber dessen Bestände ufern dank einiger Ignoranten der Umweltschutzindustrie gerade aus.
Phantom92
04.03.2015, 12:43 Uhr
@peppone
So wie es aussieht kennen Sie die Wölfe wohl nur aus Horror-Geschichten. Der Kommentar, Menschen stehen auf dem Speiseplan der Wölfe drückt ja mehr als alles andere aus, dass Sie über keinerlei Wissen über den natürlichen Lebenslauf der Wölfe wissen. Woher nehmen Sie die vermutung das Wölfe sich schon in unseren Städten ausbreiten, oder Menschen desöfteren angegriffen haben?? Das ist reinste Panikmache, es ist unabstreitbar das es zwischenfälle gibt, oder gegeben hat, jedoch sind Angriffe durch Haustiere oder Füchse oder ähnliches um einiges öfter vorgefallen. Meiner Meinung gehört der Wolf nach Deutschland, vor allem in die Harzregion, und auch dann werde ich mich nachts raus trauen, ohne angst zu haben gefressen zu werden. Ich begrüße die Rückkehr der Tiere, auch als natürliches Gleichgewicht.
Und eins noch @peppone: Der Artikel handelt von Wölfen (Artverwandt mit dem Hund) und nicht von Werwölfen, denn dabei teile ich Ihre Angst doch.
Grüße von einem Mittzwanziger, der glücklicherweise noch nicht von einem Wolf angefallen wurde. :)
Janko
04.03.2015, 13:07 Uhr
soviel zu den farbenblinden
lieber peppone,
bitte nicht so viel in den grimmschen märchenbüchern schmökern. zu behaupten, "eben auch menschen" stehen auf dem speiseplan der wölfe hat mir gerade die mittagspause gerettet. vielen dank, lachen ist echt erfrischend.
Waldemar Ceckorr
04.03.2015, 13:41 Uhr
@peppone
ich kann mich meinen vorkommentatoren nur anschliessen.
in den letzten 50 jahren gab es 4 ( vier ) tötliche angriffe auf menschen in europa.
also nichts mit speiseplan und so.
nur mal ein wenig im netz geforscht.
einen wolfsfreien tag noch wünscht der waldi
Peppone
04.03.2015, 13:46 Uhr
Linnell-Report
Für Harzer möchte gern "Wolfsexperten" empfiehlt es sich, den Linnell-Report zu lesen und zu verstehen. Danach dürft ihr das Märchen vom lieben Wolf weiter erzählen.
Alternativ dazu, kann man so wie ich fünf Jahre am kanadischen Polarkreis leben. Da lernt man Respekt zu haben und hat trotzdem die Backup Lösung in der Tasche.
Pe_rle
04.03.2015, 15:13 Uhr
Wölfe
warten wir mal ab ,was die lieben Experten in 10 Jahren zum Thema Wolf zu sagen haben .
Kama99
04.03.2015, 15:34 Uhr
Pe_rle
In einigen Jahren wird es heißen: Dem Wolf im Harz geht es gut, Rotkäppchen ist ausgerottet. (Spaß muss sein)
Man soll mal keine Panik verbreiten, so viel Wölfe werden es wohl nicht, so das ein ständig einer über den Weg läuft.
pitti7
04.03.2015, 16:03 Uhr
heut schon...
...mal wolfi gelesen??? ;) ausgerechnet bei diesem thema fehlt er! :)
aber nur mal zum thema wölfe: irgendwie passen sie nicht mehr in dieses zugesiedelte land.vor hunderten jahren sah das natürlich anders aus wie wir wissen.
@peppone: man muß nicht irgendwo am polarkreis leben um respekt vor der natur und ihren gesetzen zu haben.so etwas braucht man auch nicht zu lernen,entweder man hat es oder.... es ist natürliche auslese!
dann bis bald im wald! :)
Marzipeterpan
04.03.2015, 16:19 Uhr
Wie es in den Wald ruft
Ich bin mir auch nicht sicher, dass das mit den Wölfen bei uns so eine gute Idee ist. Als Hundebesitzer wird man bald vermutlich nicht mehr in den Wald dürfen, um die Tiere nicht beim Jagen zu stören. Mitte Februar soll eine Frau mit ihren zwei Hunden in der Lüneburger Heide von einem ganzen Rudel verfolgt worden sein.
http://www.topagrar.com/news/Rind-Rindernews-Woelfe-verfolgen-Spaziergaengerin-1707906. html
In keinem anderem Medium hab ich darüber etwas erfahren, nur ffn hat kurz darüber berichtet !?
Was mich stört ist die teilweise Verharmlosung der Wolfsspezialisten, von denen einige möglicherweise zum Teil davon leben, das sie den Wolf beobachten dürfen.
Vor zehn Jahren gab es mal einen Wolf "Puck" in Nordthüringen, der war wild und ganz scheu, sagten die Experten. Später stellte sich heraus, er hieß "Bärbel" und war aus einem Freigehege in Sachsen entkommen und dort vom Landratsamt zum Abschuss freigegeben. Als ein Jäger ihn in Alsfeld erschoss bekam der Mann Morddrohungen. Das ist mir doch etwas zu tierlieb.
Janko
04.03.2015, 16:32 Uhr
@peppone
jetzt nochmal im ernst:
diese verteufelung einzelner tierarten geht mir gegen den strich. ich habe jetzt neugierdehalber in den von Ihnen angeführten "linell"-bericht hineingelesen. in 50 jahren gab es in europa 59 wolfsangriffe auf menschen, von denen 5 (!) tödlich endeten. vereinfacht: in 50 jahren gab es in ganz europa gerade fünf tote, also alle zehn jahre einer. übrigens waren nachweislich 38 tiere mit tollwut infiziert, also krank. bleiben 21 Ihrer menschenfressenden bestien in 50 jahren.
soll ich mal vergleichsweise eine statistik heraussuchen, wieviele menschen im selben zeitraum durch schlangenbisse starben? schlagen wir deshalb jetzt alle kreuzottern tot und behaupten anschließend, der mensch stünde auf ihrer speisekarte?
so ein blühender unsinn.
I.H.
04.03.2015, 16:45 Uhr
Die Evolution in ihrem Lauf
hält weder Ochs noch Esel auf. Für mich, als überzeugten Darwinisten, fallen so ein paar abgemurkste Jogger unter die Kategorie natürliche Auslese. Kollateralschäden sozusagen. Okay, die Viecher werden hier und da mal den Falschen fressen, aber am Ende steht eine neue Art Mensch, die entweder schneller läuft als ein Wolf oder die ihren städtischen Computerkeller nicht mehr verlässt. So eine Art menschliche Termite.
Ernsthafte Gedanken mache ich mir allerdings um die ganzen Pferdebouletten, die auf den Weiden umherstehen. Was sagen die kleinen Veganermädels dazu, wenn Lupus die Ponys aufisst?
Real Human
05.03.2015, 08:13 Uhr
Nur rückwärts gewandte Wirrköpfe brauchen freilaufende Wölfe!
@ Phantom92 Ich begrüße die Rückkehr der Tiere, auch als natürliches Gleichgewicht.
Aha, da will ein Phantom die Mitte Europas in eine Art nordische Serengeti verwandeln!?
@ Waldemar Ceckorr: in den letzten 50 jahren gab es 4 ( vier ) tötliche angriffe auf menschen in europa.
Klar, bei lebendigem Leibe Gefressenwerden, das passiert immer nur ANDEREN bedauerlichen Einzelfällen!
Es wird von selbsternannten Naturschutz-Experten immer gern behauptet, der Mensch passe nicht in das Beuteschema dieser Carnivoren. Das wird wohl richtig sein. Doch wie erwirbt ein Raub-Tier eigentlich sein Beuteschema? Durch seine genetische Ausstattung oder durch Vormachen im Rudel?
Im dicht besiedelten Deutschland gibt es jährlich zigtausende Wildunfälle. Mit seiner Ausbreitung werden auch mehr und mehr Wölfe Opfer werden. Wie ändert sich eigentlich bei einem leicht verunfallten – und in der Folge gehbehindertem – Wolf das Beuteschema? Wenn ihm jetzt der Magen knurrt, wird das unschuldige Tier sich nach leichterer Beute umsehen müssen. Diese Beute könnte dann durchaus auch ein kleines Kind sein. Oder ist das für Naturfetischisten nicht vorstellbar? Siehe dazu auch z.B. http://www.welt.de/vermischtes/article138063985/Er-lief-vor-uns-und-dann-rechts-die-Boeschung-runter.html! (Auch wenn es sich bei der Quelle natürlich mal wieder um die sensationserheischende Springer-Presse handelt.)
Es geht in der Debatte aber nicht nur um selten bedrohte Menschenkinder. Wer bezahlt eigentlich für gerissene Haustiere und den nun nötigen erhöhten Schutzaufwand? Klar, der Steuerzahler! Und was ist mit den übrigen Wildtieren (Reh- und Schwarzwild), deren Bestand bisher durch menschliche Jagd reguliert(?) wurde?
Furcht und Schrecken werden sich unter ihnen ausbreiten, wenn erst größere Wolfsrudel in Aktion treten. Und so mancher Autofahrer wird dann hoffentlich unbeteiligter Zeuge bleiben, wenn er nachts wegen seines Jobs unterwegs sein muss.
Wir haben in Deutschland über hundert Jahre gut ohne den Wolf gelebt. Nur naive und ethisch unterbelichtete Naturspinner haben ein Bedürfnis nach einer Serengeti vor ihrer Haustür.
@ Sxxxxxr Wxxxxxf
Wie wäre es mal mit einem Gedankenexperiment mit Ihnen als Hauptdarsteller: Stellen Sie sich mal vor, Sie würden von einem sadistischen – Ihnen nicht besonders wohlgesonnen – reichen Machtmenschen zu einem Event auf seine Lodge in Ostafrika (etwa die Gegend, wo angeblich Lucy um ihre Überleben kämpfte und verlor) entführt.
Unter seinen zahlreichen Spaßgästen ziehen ausgerechnet Sie die Arschkarte. Sie werden entkleidet und abends in der Wildnis ausgesetzt. Ganz großzügig gibt man Ihnen einen großen Stock in die Hand und stellt sogar noch einen gebrauchten Wildtierkäfig als mögliches Refugium neben Ihnen ab. Wie Sie die Tür geschlossen halten, bleibt Ihnen überlassen. Eine kleine Feldflasche mit Wasser muss ausreichen. (Lucy hatte übrigens keine dabei!) Werden Sie sich jetzt als Tarzan erweisen und sich nächtens mitten durch die hunderten von funkelnden Augenpaaren hindurch zum fünfzig Kilometer entfernten Dorf durchschlagen?
Ich glaube eher, Sie werden sich ganz schnell nach einem städtischen Computerkeller sehnen!
(Letzteres war natürlich auch nur Augenzwinkern ;-) )
I.H.
05.03.2015, 09:19 Uhr
Das ist jetzt wirklich ungerecht @JoergB
dass Sie gedanklich ausgerechnet mich, ganz nackt und mit Stöckchen bewaffnet, in die dunkle Serengeti schicken möchten. Nehmen Sie doch bitte @Phantom oder @Janko für dieses Gedankenexperiment, die beiden behaupten doch, dass Homo sapiens von Carnivoren nichts zu befürchten hat. Ich habe hier nur darauf hingewiesen wie sich Homo sapiens evolutionär entwickeln wird, wenn unregulierte, konditionierte Wolfsrudel durch den Stadtpark ziehen. ;)
Wolfi65
05.03.2015, 09:38 Uhr
Man sollte den Tieren auch mal etwas gönnen
Es gibt neun Milliarden Menschen auf der Welt. Wenn da mal einer oder zwei vom Wolf gerissen werden, ist das doch noch kein Unglück.
Jeden Tag verunglücken in Deutschland zwanzig Menschen im Strassenverkehr. Da sollte man den Wölfen auch mal eine Mahlzeit überlassen.
Wenn sich dann im Rudel im Harz herumspricht, dass in regelmäßigen Abständen eine Marathon Tour von einsamen Wanderen durch den Harz standfindet, wird sich das Ganze nur noch auf diesen Personenkreis konzentrieren.
Hurra der Wolf ist da!
Boris Weißtal
05.03.2015, 10:24 Uhr
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Janko
05.03.2015, 10:56 Uhr
...und genau deshalb ist es sinnlos...
...auf der nnz sachlich argumentieren zu wollen. mal wieder ärgere ich mich, es überhaupt versucht zu haben.
zur klarstellung:
ich habe nie behauptet, der mensch hätte vom wolf nichts zu befürchten. der wolf ist ein wildtier, und als solchen muss man ihn natürlich respektieren. selbst ein waschbär kann böse verletzungen hervorrufen, wenn man meint, ihn streicheln zu müssen.
ich bat lediglich um eine differenzierte betrachtung, und genau dies ist scheinbar heutzutage nicht mehr möglich. ausgangspunkt war, dass ein kommentator behauptete, der mensch stünde auf der speisekarte der wölfe, und untermauerte dies mit dem "linnell-report", so man in der lage sei, zu lesen und zu verstehen. (die unterstellung der blödsinnigkeit der mitmenschen ist in der kommentarfunktion leider ebenso an der tagesordnung.)
der linnell-bericht beinhaltet, dass europaweit in 50 jahren 5 menschen von wölfen getötet worden sind. das ist natürlich bedauerlich, aber weit davon entfernt, aus ihm eine menschenverschlingende bestie zu machen. (dasselbe schicksal teilt übrigens der hai, dem der mythos des menschenfressers anhängt, de facto aber gab es im jahr 2014 weltweit nur 3 tödliche haiattacken)
aus diesen zahlen heraus in hysterie zu verfallen und dem wolf rundheraus seine existenzberechtigung abzusprechen ist anmaßend und undifferenziert.
nur mal zum vergleich: es sterben jährlich ungefähr 125.000 menschen an schlangenbissen. lasst uns alle schlangen totschlagen!
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