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Di, 15:32 Uhr
24.02.2015

Bedenkliche Stigmatisierung

Mit Sorge sieht die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen die immer weiter um sich greifende Stigmatisierung von sozialen Randgruppen in Thüringen...


Nach dem heute veröffentlichten Thüringen-Monitor sind 53 Prozent der Thüringerinnen und Thüringer gegenüber Langzeitarbeitslosen abwertend eingestellt. 39 Prozent beurteilen Obdachlose negativ.

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Auch die Muslimfeindlichkeit von 47 Prozent der Bevölkerung und die ablehnende Haltung gegenüber Asylbewerbern (45 Prozent) bereiten Reinhard Müller, dem Vorsitzenden der LIGA und Landesgeschäftsführer des PARITÄTISCHEN, große Sorgen. Müller fordert von der Politik die Umsetzung der neuen Initiativen im Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit und die soziale Ausgrenzung sowie die Etablierung einer wirklichen Willkommenskultur in Thüringen, um ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger im Freistaat willkommen zu heißen.

Dazu zählen für ihn auch eine schnelle Ausweitung von Sprachkursen, vor allem für Kinder aus Flüchtlingsfamilien sowie die größere Unterstützung aller auf diesem Gebiet in Thüringen tätigen Vereine und Organisationen.

Einen ersten Schritt auf diesem Weg sieht er in dem von der Landesregierung angekündigten neuen Programm für mehr Arbeitsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose. Bei diesem so genannten Passiv-Aktiv-Transfer (PAT) sollen nach den Vorstellungen der neuen Landesregierung Langzeitarbeitslosen gestützte Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem normalen Arbeitsmarkt geboten werden. Hier werde ein wichtiger Schritt von einem nur passiv ausgerichteten Arbeitsmarkt beschritten, unterstrich Müller. Die Projekte sollten Teil des normalen Arbeitsmarktes sein, nicht eines künstlich errichteten Arbeitsmarktes.

Bedenklich findet Müller auch, dass die Abwertung von Langzeitarbeitslosen am stärksten in der Gruppe ausgeprägt ist, die von den Wissenschaftlern des Thüringen-Monitors als „Abgehängte AntidemokratInnen“ charakterisiert. Kein anderes Milieu weist andererseits aber auch eine höhere Arbeitslosigkeit auf. Die Abgrenzung nach unten geschehe offenbar um so vehementer, je bedrohter die eigene gesellschaftliche Position erscheint, schlussfolgert Müller in Übereinstimmung mit den Wissenschaftlern. Für ihn sind diese Zahlen ein weiterer Beleg dafür, dass sich die Politik besonders um diese Gruppe kümmern muss, in der ausländerfeindliche, chauvinistische und islamfeindliche sowie rassistische Positionen am stärksten vertreten sind.

Zu dieser Gruppe zählen etwa sechs Prozent der Thüringer Bevölkerung. Diese Menschen seien auch anfällig für rechtsextremistische, neonazistische und nationalistische Ressentiments, so Müller.

Auch wenn die politische Kultur in Thüringen nach dem Thüringen-Monitor derzeit von einem relativ stabilen Bild gekennzeichnet sei – zunehmende Demokratiezufriedenheit, zunehmendes Insitituionenzufriedenheit – verweist Müller darauf, dass nach den Ergebnissen der Studie diese Entwicklung unter dem Vorbehalt des wirtschaftlichen Wohlergehens steht. Die Wissenschaftler sprechen von einer „Schönwetterdemokratie“ in Thüringen. Müller sieht in Thüringen derzeit neue gesellschafts- und sozialpolitische Chancen, die sich mit der neuen Landesregierung eröffnen, um sozialpolitisch und gesellschaftspolitisch in Thüringen voranzukommen.

„Wir haben eine frische neue Landesregierung und damit alle Chancen, auf dem Bestehenden aufzubauen“, so Müller. Er wünscht sich für Thüringen einen „neuen Politik-Entwurf“ mit einem Zusammenspiel zwischen Zivilgesellschaft und Politik „auf Augenhöhe“.
Autor: red

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Kommentare
Eckenblitz
24.02.2015, 18:33 Uhr
Was stimmt denn nun
herr reinhard müller sie schreiben da unter anderen es gebe eine zunehmende demokratiezufriedenheit. ich weiß nicht was soll ich nun glauben? in den medien war zu lesen, dass 60% der bürger nicht glauben, dass in deutschland keine echte demokratie herrscht.
wen oder was soll man denn nur glauben, jeder sagt das, was ihm gerade gut zu gesicht steht, oder wie ist das zu verstehen? an diesem beispiel zeigt sich, dass nicht nur die politiker/innen nicht wissen wovon sie reden?
Zonenkind
25.02.2015, 12:24 Uhr
Stigmatisierung gewollt?
Wie auf vielen anderen Plattformen wird hier, unter dem Deckmantel "Kampf gegen Arbeitslosigkeit", sehr klar der Unmut des gemeinen Michl gegenüber Migranten/Flüchtlingen stigmatisiert. Beweggründe weggewischt, hinterfragen ist unbequem, Ansichten in die ewig gestrige Ecke gestellt. Schön politisch korrekt, Umfragen von Institutionen welche ihre eigenen Mitarbeiter seit der Schulbank formen ... lächerlich. Fakt ist, ich versorge erst meine Familie und wenn etwas übrig bleibt, sorge ich für meinen langjährigen Freund und Nachbarn ...
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