Di, 22:02 Uhr
17.02.2015
Der Ilfelder Lebensmittelmarkt, eine unendliche Geschichte
Heute tagte der Ilfelder Ortschaftsrat zum ersten Mal in diesem Jahr. Auf der Tagesordnung stand die Ansiedlung eines Lebensnmittelmarktes im Gewerbegebiet eigentlich nicht. Dennoch wurde das Thema ausführlich diskutiert...
Georg Sehling, Beauftragter des Investors Domizil Hausbau, stand bereits vor rund einem Jahr vor dem Ilfelder Ortschaftsrat und stellte damals noch das Projekt Rewe Markt vor.
Davon hat man mittlerweile aufgrund der Auswirkungen für den Edeka Markt im Ortskern Abstand genommen und möchte nun einen Discounter mit einer Fläche von rund 1.000 qm bauen. Eine Analyse zeigte, dass ein geplanter Norma Markt keine negativen Auswirkungen auf die Geschäfte im Ortskern hat, erklärte Sehling den Ortschaftsräten.
Es soll kein Friseur, kein Schreibwarenladen und kein Blumengeschäft im Gewerbegebiet eröffnet werden. Die vom Investor optionierten Grundstücke haben insgesamt eine Größe von 15.000 qm. Für den Discounter sind rund 6.000 qm geplant und die restliche Fläche soll für eine Wohnungsbebauung zur Verfügung gestellt werden. Ilfeld ist ein interessanter Wohnungsstandort, deshalb wurde das kombinierte Projekt Einzelhandel und Wohnen entwickelt. Somit könnte die Gemeinde nachhaltig aufgewertet werden.
Eine schnelle Entscheidung ist nicht zwingend notwendig, riet der Beauftragte des Investors den Ortschaftsräten. In dem Discounter sind auch ein Bäcker und ein Metzger geplant, dabei sollen regionale Versorger bevorzugt werden. Erste Gespräche führte er bereits mit der Bäckerei Brock.
Die Beschlussfassung, die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes nicht weiter zu verfolgen, sieht Gisela Gärtner (SPD), stellvertretende Ortsteilbürgermeisterin, als Verrat an dem Bürger und empfiehlt eine Befragung diesbezüglich durchzuführen. Auch Einwohner aus Niedersachswerfen könnten aufgrund der Verkehrssituation und den vielen Ampeln im Ort im neuen Norma einkaufen gehen. Das Angebot würde durch den neuen Markt erweitert.
Laut einer aktuellen Auswirkungsanalyse müsste der Edeka Markt im Ortskern mit einem Verlust von 10 Prozent der Einnahmen rechnen – im Moment. Carsten Stenger (UWL) sieht den demographischen Wandel kritisch, hält aber auch eine übereilte Entscheidung für falsch. Laut statistischem Thüringer Landesamt wird Harztor bis zum Jahr 2030 rund 1.000 Einwohner verlieren, sagte Stenger. Das bedeutet auch einen Verlust an Kaufkraft und eine Analyse dafür gibt es nicht. Wir sollten alle Fakten offen auf den Tisch legen und noch einmal darüber diskutieren, empfiehlt er.
Das Projekt der Wohnungsbebauung ist zwar schön aber nicht realistisch, entgegnet Ortschaftsbürgermeister Hartmut Sauermann. Es gibt bereits Bebauungsplätze, die zurück entwickelt werden müssten. In einer anschließenden Abstimmung stimmten 6 der 9 anwesenden Ortschaftsräte dafür, dem Gemeinderat Harztor zu empfehlen, die Beschlussfassung von der Tagesordnung zu nehmen.
Der Beschluss für oder gegen den Ilfelder Lebensmittelmarkt scheint eine unendliche Geschichte zu werden. Wir sehen den Bedarf und reden über keine Zeiträume, sagte Georg Sehling abschließend.
Sandra Witzel
Autor: swiGeorg Sehling, Beauftragter des Investors Domizil Hausbau, stand bereits vor rund einem Jahr vor dem Ilfelder Ortschaftsrat und stellte damals noch das Projekt Rewe Markt vor.
Davon hat man mittlerweile aufgrund der Auswirkungen für den Edeka Markt im Ortskern Abstand genommen und möchte nun einen Discounter mit einer Fläche von rund 1.000 qm bauen. Eine Analyse zeigte, dass ein geplanter Norma Markt keine negativen Auswirkungen auf die Geschäfte im Ortskern hat, erklärte Sehling den Ortschaftsräten.
Es soll kein Friseur, kein Schreibwarenladen und kein Blumengeschäft im Gewerbegebiet eröffnet werden. Die vom Investor optionierten Grundstücke haben insgesamt eine Größe von 15.000 qm. Für den Discounter sind rund 6.000 qm geplant und die restliche Fläche soll für eine Wohnungsbebauung zur Verfügung gestellt werden. Ilfeld ist ein interessanter Wohnungsstandort, deshalb wurde das kombinierte Projekt Einzelhandel und Wohnen entwickelt. Somit könnte die Gemeinde nachhaltig aufgewertet werden.
Eine schnelle Entscheidung ist nicht zwingend notwendig, riet der Beauftragte des Investors den Ortschaftsräten. In dem Discounter sind auch ein Bäcker und ein Metzger geplant, dabei sollen regionale Versorger bevorzugt werden. Erste Gespräche führte er bereits mit der Bäckerei Brock.
Die Beschlussfassung, die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes nicht weiter zu verfolgen, sieht Gisela Gärtner (SPD), stellvertretende Ortsteilbürgermeisterin, als Verrat an dem Bürger und empfiehlt eine Befragung diesbezüglich durchzuführen. Auch Einwohner aus Niedersachswerfen könnten aufgrund der Verkehrssituation und den vielen Ampeln im Ort im neuen Norma einkaufen gehen. Das Angebot würde durch den neuen Markt erweitert.
Laut einer aktuellen Auswirkungsanalyse müsste der Edeka Markt im Ortskern mit einem Verlust von 10 Prozent der Einnahmen rechnen – im Moment. Carsten Stenger (UWL) sieht den demographischen Wandel kritisch, hält aber auch eine übereilte Entscheidung für falsch. Laut statistischem Thüringer Landesamt wird Harztor bis zum Jahr 2030 rund 1.000 Einwohner verlieren, sagte Stenger. Das bedeutet auch einen Verlust an Kaufkraft und eine Analyse dafür gibt es nicht. Wir sollten alle Fakten offen auf den Tisch legen und noch einmal darüber diskutieren, empfiehlt er.
Das Projekt der Wohnungsbebauung ist zwar schön aber nicht realistisch, entgegnet Ortschaftsbürgermeister Hartmut Sauermann. Es gibt bereits Bebauungsplätze, die zurück entwickelt werden müssten. In einer anschließenden Abstimmung stimmten 6 der 9 anwesenden Ortschaftsräte dafür, dem Gemeinderat Harztor zu empfehlen, die Beschlussfassung von der Tagesordnung zu nehmen.
Der Beschluss für oder gegen den Ilfelder Lebensmittelmarkt scheint eine unendliche Geschichte zu werden. Wir sehen den Bedarf und reden über keine Zeiträume, sagte Georg Sehling abschließend.
Sandra Witzel


