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Mo, 16:20 Uhr
16.02.2015

Chapeau Manon

Wenig gespielte Opern haben meist den Nachteil, dass es einen guten Grund für ihre Seltenheit in den Spielplänen der Welt gibt. ob das auch auf die Nordhäuser "Manon"-Inszenierung zutrifft, verrät uns Olaf Schulze...

manon (Foto: theater) manon (Foto: theater)
Begeisterndes Paar: Elena Puszta und Martin Shalita als Manon und Des Grieux

Wenig gespielte Opern haben meist den Nachteil, dass es einen guten Grund für ihre Seltenheit in den Spielplänen der Welt gibt.

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Dieses Schicksal widerfährt oft auch Massenets „Manon“, zumal Puccini ihm mit seiner späteren Fassung „Manon Lescaut“ gründlich den Lorbeerkranz zerrupft hat. Und so wird die Oper nirgends mehr gezeigt. Nirgends? Nein, denn es gibt ein kleines Theater am Rande des Harzes, das wieder einmal beweist, wie richtig es ist, sich zu Unrecht verschmähter Werke anzunehmen.

Im Nordhäuser Theater hatten Regisseur Toni Burkhard und GMD Markus L. Frank die richtigen Ideen, besetzten die Titelfigur mit Elena Puszta und verlegten die Handlung kurzerhand in die „Goldenen Zwanziger“ - eine Zeit, die der unseren erschreckend ähnelt. Macht, Gier, Reichtum und Intrigen sind der Stoff, aus dem „Manon“ gewebt ist. Es ließe sich trefflich philosophieren, warum die gigantische Uhr im Zentrum des Bühnenbildes steht und welche Zeit dort vergeht. Wolfgang Kurima Rauschning entwarf eine faszinierende Dekoration, die an die Moderne gemahnt, an Aufbruch und Technisierung, aber auch viele weitere Assoziationsräume zulässt.Tolle Kostüme von Adriana Mortelliti, geschmackvoll abgestimmt auf Akteure und Bühne, ergänzen den optischen Genuss.

manon (Foto: theater) manon (Foto: theater)
Das Ensemble zockt und Gewinner ist - das Publikum

All das wäre jedoch wirkungslos ohne eine überzeugende Rollenbesetzung. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Nordhäuser das Werk nur inszenierten, weil die hier äußerst beliebte Elena Puszta die Titelpartie übernehmen wollte. Eine hervorragende Entscheidung, wie sich am Sonntagabend bei der verspäteten Premiere hertausstellte. Die junge Frau singt und spielt so überwältigend, dass sie allein schon das Eintrittsgeld wert ist. Stimmgewaltig und ausdrucksstark verleiht sie dieser Openinszenierung eine Größe und Bedeutung, die den Premierenabend zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.

manon (Foto: theater) manon (Foto: theater)
Schöne Charleston-Kostüme verleihen Glanz: Katharina Boschmann (Poussette), Anja Daniela Wagner (Rosette) und Brigitte Roth (Javotte)

Mit Martin Shalita als Chevalier des Grieux hat sie einen Partner gefunden, der durch seine bewundernswerte Klasse ihren Stern nur um so heller strahlen lässt. Auch Yoontaek Rhim als Manon Cousin hinterließ einen starken Eindruck. Alle Solisten und der Opernchor wurden mitgerissen von der Ausnahmekönnerin Puszta und zeigten eine grundsolide Leistung. Das Loh-Orchester verlieh dank seines Kapellmeisters Markus L. Frank der Inszenierung den nötigen Schwung. So entstand eine Aufführung, die deutlich bewies, dass Massenets „Manon“ eine Bühnenberechtigung hat.
Wenn; ja wenn ein Theater eine Künstlerin wie Elena Puszta hat. Chapeau!
Olaf Schulze

Die nächste Vorstellung findet am Samstag, 21. Februar um 19.30 Uhr statt.
Autor: nnz

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