Zukunft der Nordhäuser Tafel gesichert?
Der Landkreis Nordhausen setzt sich aktuell dafür ein, die finanzielle Unterstützung des Vereins Nordhäuser Tafel auch langfristig zu sichern. Im Landratsamt denkt man darüber nach, hierfür weitere Partner zu gewinnen, um die Finanzierung zu stemmen...
Darauf hatte die amtierende Landrätin Jutta Krauth in dieser Woche auch im Kreistag hingewiesen.
Seit vielen Jahren fördert das Landratsamt die Tafel, die in einem kreiseigenen Gebäude in der Grimmelallee unentgeltlich untergebracht ist. Wir wollen als Landkreis die Finanzierung dieses wichtigen sozialen Angebots in unserer Region gern gemeinsam mit der Stadt Nordhausen und dem Südharz Klinikum als neuen Partner stemmen. Dazu stehen wir derzeit bereits in Gesprächen. Wir können uns auch gut vorstellen, noch weitere Partner mit ins Boot zu holen, sagt Jutta Krauth. Denn die Tafel sichert einerseits einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln und bietet andererseits rund 300 Familien und Alleinstehenden, die wenig Geld haben, eine wertvolle Unterstützung im Alltag an. Außerdem hat sich die Suppenküche der Tafel zu einem wichtigen sozialen Begegnungspunkt entwickelt.
Der Verein Nordhäuser Tafel hat sich 1996 gegründet und versorgt seitdem bedürftige Menschen mit gespendeten Lebensmitteln. Möglich ist dies nur durch viel ehrenamtliches Engagement der Vereinsvorsitzenden Helga Rathenau und ihrer Mitstreiter, die die Aufgaben in der Tafel betreuen und Spenden von Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen sammeln, ohne die das Angebot der Tafel nicht möglich wäre. Die Nordhäuser Tafel war im vergangenen Jahr für ihren unermüdlichen Einsatz für den Thüringer Engagement-Preis nominiert.
Autor: red
Kommentare
Wolfi65
13.02.2015, 11:20 Uhr
Na dann herzlichen Glückwunsch
an die Nordhäuser Tafel. An die 300 Bedürftige zu versorgen ist nicht nur eine verantwortungsvolle Aufgabe für alle Beteiligten, sondern auch eine absolute Bankrotterklärung für die soziale Markwirtschaft, die es "ermöglicht", dass Menschen in diesem Lande erst einmal in so eine Lage kommen, um sich noch nicht einmal das Nötigste kaufen zu können. Dazu erst einmal herzlichen Glückwunsch nach Berlin.
Real Human
13.02.2015, 13:40 Uhr
Soldatenfliegen wären bessere Resteverwerter
Denn die Tafel sichert einerseits einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln ...
Politiker haben es wirklich nicht leicht. Ein grenzwertiger Zungenschlag, und schon hat man die Meute von den Medien am Hals. Noch schlimmer sind dann meistens die anonymen oder halbanonymen Kommentatoren. Allerdings sollten die Damen und Herren Politiker dabei bedenken, dass Kommentatoren nur selten für ihre Freizeitbeschäftigung bezahlt werden und üppig schon gar nicht. (Ich übrigens auch nicht.)
Als ich das Bild von den Armen und Arbeitslosen als Verwerter von überschüssigen Nahrungsmitteln vor Augen hatte, fiel mir gleich der folgende Fernsehbeitrag von 3sat/nano wieder ein:
http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=48928
Die Hochschule Nordhausen hat ein Fachgebiet Umwelt- und Recyclingtechnik. Ich könnte mir vorstellen, dass man dort in der Lage wäre, nach Überwindung der Brüsseler Bürokraten das südafrikanische Verfahren großtechnisch so weiterzuentwickeln, dass es sogar nutzbringend in der Region angewendet werden könnte. Vielleicht ließe sich bei entsprechender Modifikation sogar die massenhaft anfallende Schweinegülle verarbeiten.
Der Landkreis hätte einen neuen innovativen Wirtschaftsbetrieb, der Gewerbesteuern abwerfen würde. Gewerbesteuereinnahmen kann man ja wohl hoffentlich gebrauchen!?
Man sollte – vor allem in einem reichen Land wie Deutschland – die Armenspeisung nicht zu einer Dauerinstitution zu verfestigen. Auch Arme haben eine Würde. Insekten haben dafür ein zu kleines Gehirn. Nur Jainas (http://de.wikipedia.org/wiki/Jainismus) oder extreme Veganer sehen das wohl anders.
Es gibt Alternativen zu Hartz-IV, z.B. ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Dass es bei gutem Willen finanzierbar wäre, zeigt z.B. http://www.nnz-online.de/news/news_lang.php?ArtNr=164327 . Leider ist die Lobby derer, für die menschliches Elend eine willkommene Einnahmequelle ist, sehr, sehr mächtig.
Wolfi65
13.02.2015, 16:29 Uhr
Ich hoffe,
dass der Kommentator Jörg B. mit seinen sehr spitzen Zeilen nicht ein Opfer von Waterbording wird. Zeile in der NNZ: Heute morgen wurde ein noch nicht identifizierter Toter, aus der Salza geborgen. Die Staatsanwaltschaft schließt einen Selbstmord nicht aus.
H.Buntfuß
13.02.2015, 16:35 Uhr
Tafeln ein Erfolg der SPD
Frau Krauth,
Dass die Tafeln wie Pilze aus der Erde schießen, ist ein riesiger Erfolg der SPD und ihrer damaligen Handlanger die Grünen. Das können sich beide Parteien auf die Fahnen schreiben. War es nicht die ROT - GRÜNE – Regierung, unter dem Freund der Wirtschaftsbosse, (heute selber eine Art Wirtschaftsboss bei Gazprom) Ex-Kanzler Schröder, die Hartz-IV eingeführt haben?
Allein diesem Gesetz ist es zu verdanken, dass die Armut der deutschen Normalbürger immer weiter zunimmt, die Tafeln immer mehr werden und der Zulauf immer größer wird. Ja auch hier in Nordhausen gab und gibt es immer noch Genossen, denen Hartz IV nicht weit genug geht. da soll es ja Persönlichkeiten gegeben haben, die wollten seinerzeit alle Hartz IV - Empfänger in Ost unterbringen, ich will hier nicht von einem Ghetto sprechen.
Am liebsten würde man den Hartz IV Empfängern mit entschieden weniger Geld abspeisen. Ja da kann man den Druck auf diesen Personenkreis mächtig erhöhen. Auch wäre es eine gute Möglichkeit, den die noch im Niedriglohnbereich arbeiten vor Augen zu führen, was ihnen in Zukunft blüht, wenn sie nicht hörig sind.
Auch gibt das H4-Gesetz den Arbeitnehmern die Garantie, dass sie noch bis in ferne Zukunft Niedriglöhne zahlen können. Von daher gesehen Frau Krauth, sollte sich ihre Partei und auch die anderen, lieber um Faire Arbeit und anständige Löhne kümmern, dann hätten wir keine Sorgen um die Suppenküchen, oder meinen sie nicht?
jnndh
13.02.2015, 18:14 Uhr
Die Tafeln – Fluch oder Segen?
1. das ehrenamtliche Engagement derer, die in der Nordhäuser Tafel wirken, kann nicht hoch genug geschätzt werden.
2. So wichtig diese konkrete Nothilfe für die Betroffenen ist, bleibt sie doch mit Risiken behaftet. Nämlich: sie kann und wird den weiteren Rückzug des Staates aus seiner sozialen Verantwortung fördern. Denn Fürsorgeleistungen sind dann prinzipiell nachrangig. Das heißt, sie werden nur in soweit gewährt, wie ein Bedarf nicht auf andere Weise gedeckt werden kann. Es gab schon einige Fälle, wo Leute von Amts wegen auf die Tafeln verwiesen wurden, statt ihnen Geld als Überbrückungshilfe zu gewähren, oder dass ihnen die Lebensmittel als geldwerte Sachleistung auf den Regelsatz angerechnet wurden. Je mehr sich Sondersysteme der Armenversorgung als freiwillige private oder auch kommunale Wohltätigkeit ausbreiten, je größer der Anteil wird, den sie zur Bedarfsdeckung beitragen, umso mehr wächst das Risiko, dass die Politik weitere Spielräume für Leistungskürzungen entdeckt. Das unterstreicht die Notwendigkeit eines politischen Kampfes für eine ausreichende armutsfeste Mindestsicherung, für einen ausreichenden Mindestlohn, für mehr Verteilungsgerechtigkeit.
3. Politische Aktivitäten für ausreichende Regelsätze zu entwickeln, für Umverteilung nach unten, ist allerdings für die Tafeln keine leichte Aufgabe. Denn sie hängen ja ab von der Unterstützung der Handelskonzerne und der übrigen Sponsoren, die von solchen politischen Aktivitäten wenig begeistert sein dürften. Und Ähnliches dürfte für die Unterstützer aus der Politik gelten.
Jürgen Nagel
Mister X
13.02.2015, 18:25 Uhr
Seltsam,……
Wenn manche mit sachlichen Argumenten nicht mehr weiterkommen, werden sie pflegehaft, wie man es auch von vielen Damen und Herren aus der Politik kennt. Leider ist es so, dass so einige Personen mit der Wahrheit so ihre Probleme haben, wobei wir schon wieder in der Politik sind. Es ist nun einmal so, dass die Politik für die Schieflage verantwortlich ist.
Der Bürger macht sie nicht, die Gesetze mit den vielen Schlupflöchern für REICHE, Wirtschaftsbosse, Banken und für so manchen Politiker.
Nörgler
13.02.2015, 19:54 Uhr
Funktionieren
Die Tafeln funktionieren doch nur, weil Märkte Lebensmittel abgeben. Würden diese Unternehmen dies nicht tun, würde es die Tafeln nicht geben. Die Tafeln sind also kein wirklicher Verdienst der Politik. Die Tafeln selbst dürfen keine Lebensmittel kaufen. Sie sind also auf "Spenden" angewiesen.
Warum werden die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel besonders gelobt? Es gibt in Nordhausen in vielen Vereinen ehrenamtliches Engagement, über dieses wir nur einmal im Jahr gesprochen. Mit Tafel können sich Politiker gut in Szene setzen, mit der Botschaft, wir tun etwas für die Ärmsten. Sie sollten sich lieber für anständige Löhne und ausreichende Renten stark machen .
I.H.
13.02.2015, 20:15 Uhr
Die tun etwas für Mitmenschen,
deshalb werden sie gelobt. Die übertreiben zwar manchmal maßlos mit der Zahl der Bedürftigen die sie versorgen, aber es ist trotzdem Dienst am Mitmenschen. Das unterscheidet sie wohltuend von irgendwelchen neureichen Bolzköppen, die Hunderttausende Euro von der Stadt für ihren VIP-Stadionbereich verlangen und so tun, als wäre das das Allerwichtigste der Nordhäuser Welt!
Eckenblitz
13.02.2015, 22:03 Uhr
Kaum zu glauben
diese lobhudelei die man hier um leute macht, die nur lebensmittel verteilen. die lebensmittel sind geschenke von der lebensmittelbranche und hier tut man so als wären die mitarbeiter von frau helga rathenau die wahren helden.
hätten wir anständige politiker/innen mit nur etwas sachverstand, dann wären die tafeln nicht von nöten. aber die unternehmen ja alles damit die armut immer schlimmer wird, der armutsbericht wird geschönt, so wie viele andere statistiken, oder nicht?
ich frage mich nur, wie man auf so viel pfusch und versagen noch stolz sein? eine suppenküche gut zu heißen, ja sind wir denn immer noch in der nachkriegszeit, habe ich da etwas vepasst?
Von um die Ecke
14.02.2015, 11:12 Uhr
Tut nichts zur Sache
Ob und warum es eine Tafel und Suppenküche braucht, endert nichts an der Tatsache, das Frau Ratenau und ihre Helfer und Helferinnen, einen guten Job machen.
Ich konnte mich, ende vorigen Jahres, selbst davon überzeugen, mit welcher Tatkraft und Durchhaltevermögen, trotz vieler Widrigkeiten, Frau Ratenau den Laden führt.
Mir hat die Frau sehr imponiert.
Mathias Freudenberg
ente aus ndh
14.02.2015, 22:07 Uhr
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