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Do, 13:46 Uhr
31.05.2001

Teilerfolg zum Saisonausklang

Nordhausen (nnz). Mit einem fast schon sensationellen Unentschieden in Zwickau verabschiedete sich der FSV Wacker 90 Nordhausen aus der Oberliga. Mit ein bißchen Glück hätten es auch drei Punkte werden können, aber der Torwart der Sachsen rettete mit dem Ausgleichstreffer unmittelbar vor dem Schlußpfiff des Unparteiischen seinen Verein vor einer Blamage.

Zu den auffälligsten Akteuren bei Wacker gehörte Dirk Fuhrmann, der für den gesperrten Kapitän Jens Ludwig in die Mannschaft kam. Das dokumentiert einmal mehr die dünne Spielerdecke bei Wacker. Die von Fuhrmann gut organisierte Abwehr stand in den Drangperioden der Zwickauer sattelfest, im Angriff gefielen Brkic und Rüdiger, der mit seiner Schnelligkeit immer wieder für Gefahr im Strafraum der Gastgeber sorgte. Eine solch engagierte und disziplinierte Leistung hätte man sich von der Nordhäuser Elf in dieser Saison des öfteren gewünscht.

Für den 21. Juni will das Präsidium deshalb eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen, die richtungsweisend für die weitere Arbeit des Vereins sein soll. Wacker braucht die Unterstützung aus der gesamten Region, wenn es gelingen soll, den einstigen Vorzeigeklub der Nordthüringer Region wieder nach oben zu bringen.

nnz-Mitarbeiter Rainer Hellberg sprach mit Wacker-Spieler Sven Pistorius über den Verein und seine sportliche Zukunft.

nnz: Sven, Wacker überraschte mit einem Punktgewinn in Zwickau. Ein Wort zum Spiel?

Pistorius: Die Zwickauer Mannschaft ging als haushoher Favorit in das Spiel und hat vor allem in der ersten Halbzeit die Akzente gesetzt. Wir standen in der Abwehr gut, hatten aber auch das eine oder andere Mal das Glück auf unserer Seite. Vorn sorgten Brkic und Rüdiger immer wieder für gefährliche Konter. Einer dieser Entlastungsangriffe führte dann nach knapp einer halben Stunde zum überraschenden Führungstreffer durch Maik Rüdiger. Die Zwickauer verstärkten den Druck und kamen zum Ausgleich. Die zweite Halbzeit war ein Spiegelbild der ersten Hälfte, wobei wir die Partie von den Spielanteilen ausgeglichener gestalten konnten. Stipan Brkic brachte und erneut in Führung. Der Torwart der Zwickauer schaffte in der Nachspielzeit den alles in allem verdienten Ausgleich. Für uns war dieses Unentschieden ein versöhnlicher Abschluß einer schlimmen Saison.

nnz: Wie siehst Du Deine Leistungen in Zwickau?

Pistorius: Insgesamt gesehen, kann ich mit meiner Leistung an diesem Tag zufrieden sein, im Gegensatz zu den Spielen vorher. Ich habe Maik die Vorlage zum Führungstreffer gegeben und war auch sonst vom Kämpferischen und von der Kondition gut drauf. In den vorherigen Spielen lief es ja nicht besonders gut bei mir.

nnz: Hast Du eine Erklärung dafür?

Pistorius: Zu Beginn der Saison lief es noch ganz gut. Der Weggang vieler Leistungsträger der Mannschaft und die daraus zwangsläufig resultierenden Niederlagen haben bei uns allen Spuren hinterlassen in Form von Verunsicherung. Außerdem habe ich oft wegen Verletzung und Krankheit gefehlt. Das hat mich doch ganz schön außer Tritt gebracht. Ich hatte Probleme im läuferischen und athletischen Bereich, oftmals fehlte mir die Kraft.

nnz: Die Mannschaft war oftmals in den Auswärtsspielen stärker als vor heimischen Publikum. Worauf führst Du das zurück?

Pistorius: Das kann ich nicht eindeutig sagen. Wir haben uns für die Heimspiele immer viel vorgenommen, wollten den Fans ein gutes Spiel bieten. Aber wahrscheinlich konnten wir vor eigenem Publikum die Hemmungen nie richtig ablegen. Sicher hatten wir auch Angst vor der eigenen Courage. Keiner traute sich so richtig, wohl aus Bammel vor Fehlern.

nnz: Nach den vielen bitteren Niederlagen kann man sich vorstellen, daß ihr das Ende der Saison herbeigesehnt habt, oder ?

Pistorius: Ja, doch. Als Sportler will man immer das Beste geben, strebt nach Siegen. Am Anfang sah es ja noch ganz gut aus, aber dann ging ein Leistungsträger nach dem anderen weg und es folgte Niederlage auf Niederlage. Und wenn man fast jedes Wochenende nur noch verliert, dann ist das schon frustrierend. Da wird es uns sicherlich keiner verübeln, daß wir froh darüber sind, daß nun alles vorbei ist, obwohl wir natürlich bis zum Schluß mit größtem Einsatz gespielt haben, was die Begegnung in Zwickau ja beweist. Wir haben die Serie mit Anstand beendet, nun gilt es, den Blick nach vorn zu richten auf die Landesliga zu richten.

nnz: Wirst Du der Mannschaft auch weiterhin zur Verfügung stehen?

Pistorius: So wie es aussieht, werde ich in der kommenden Saison mit der Mannschaft in der Landesliga spielen. In dieser Klasse erwarten uns starke Gegner, die erst einmal bezwungen werden müssen. Wir wollen auf alle Fälle oben mitspielen. Ich denke, daß ist eine große Herausforderung für unsere Mannschaft.

nnz: Was liegt jetzt noch für die Mannschaft an?

Pistorius: Eigentlich nichts mehr. In dieser Woche trainieren wir ab und setzen uns noch einmal zur Auswertung zusammen. Dann wird jeder erst einmal ein paar Wochen in Urlaub gehen und auch Abstand von der zurückliegenden deprimierenden Saison gewinnen.
Autor: nnz

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