Di, 19:17 Uhr
18.05.2004
Die gerade Furche
Nordhausen (nnz). Wenn dieser Dienstag ein Barometer für den Ausgang der Landtagswahl gewesen wäre, dann brauchten sich die Christdemokraten kaum Gedanken über deren Ausgang zu machen. Ministerpräsident Dieter Althaus war on Tour und machte in Nordhausen Station.
Die gerade Furche (Foto: nnz)
Die hiesige CDU hatte auf dem Theaterplatz ein Fest organisiert: Für die Kinder gab es den Zirkus Zappelini, für die Eltern Musik auf der Bühne, Bratwurst und Bier und für die Großeltern Tische und Bänke zum Ausharren. Es war der Rahmen genau auf das abgestimmt, was ein Kernpunkt im Wahlkampf der CDU ist – die Familie. Doch dazu später.
Unser Dieter aus dem benachbarten Eichsfeld kam nach Nordhausen, ging nicht gleich schnurstracks auf die Bühne, sondern sprach minutenlang mit den Menschen, die ihn wählen sollen. Im Mittelpunkt seiner halbstündigen Rede (fast könnte man Moderation des Wahlprogramms meinen) stand die Wirtschaft. Die in diesem Deutschland im Allgemeinen und die in Thüringen im Besonderen. Man werde mit ihm und der CDU weiter auf den Mittelstand setzen, die A 38 werde weiter gebaut, weil sie eine Lebensader für die Region sei. Althaus lobte das Thüringenkapital als Stärkungsmittel für das zu wenig vorhandene Eigenkapital der Unternehmen.
Es werde mit ihm, dem Ministerpräsidenten von nebenan, keine Konzentration der Förderpolitik ausschließlich auf Zentren geben. Die Priorität beim Aufbau Ost müsse erhalten bleiben und schließlich sei die Neid-Debatte zwischen Ost und West sehr unerträglich.
Schwerpunkte seiner Rede waren weiterhin Bildung und die Rente. Die Positionen der CDU sind hierzu hinlänglich bekannt. Bekannt ist auch die zweite Säule des Wahlkampfes der Thüringer Christdemokratie: Die Familie. Sie sei der entscheidende Quell für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft. Man müsse etwas tun gegen einen 60prozentigen Geburtenrückgang. Und überhaupt: Brauchen wir Geschäfte, die am Sonntag geöffnet haben? Das fragte unser Dieter in Richtung Berlin.
Und dann, fast zum Schluß, folgte das Kapitel, auf das vor allem politisch Interessierte und Beitragsgeschädigte an diesem Nachmittag gewartet hatten: Beiträge und Gebühren. Den Vorwurf einer Wahlkampfinszenierung wies Dieter Althaus von sich, vielmehr sei auch in Thüringen die Sache mit den Beiträgen und Gebühren aus dem Ruder gelaufen. So richtig, das spürten die Insider, setzt der Eichsfelder nicht mehr auf seinen Minister aus Kleinschmalkalden: Es sind Fehler sichtbar geworden, die wir jetzt korrigieren werden. So viel zum Thema Trautvetter.
Dann gab es noch Komplimente an die Stadt Nordhausen, die Zukunft der Stadt, die möglicherweise bald ein Industriegebiet vor ihren Toren haben werde und Dieter Althaus plädierte an die Nordhäuser: Machen Sie keine Experimente! Damit war dann alles gesagt. Nur drei Buchstaben, die kamen dem Dieter Althaus nicht von den Lippen: SPD.
Dafür ein Schlenker in Richtung Grüne. Als Eichsfelder erinnerte er sich an die Demos der Grünen gegen den Bau der A 38. Und vorne dran, aus Niedersachsen eingefahren, ein Herr Trittin, der ja jetzt was in der Bundesregierung zu sagen hat.
Fazit aus der Wahlkampf-Ecke. Die Thüringer Sozialdemokratie scheint für den logisch konzipierten Dieter Althaus eine berechenbare, vielleicht sogar eine zu vernachlässigende Größe in der Wahlrechnung zu sein. Bei Bündnis90/Die Grünen oder der PDS sieht das schon wesentlich anders aus.
Autor: nnz
Die gerade Furche (Foto: nnz)
Die hiesige CDU hatte auf dem Theaterplatz ein Fest organisiert: Für die Kinder gab es den Zirkus Zappelini, für die Eltern Musik auf der Bühne, Bratwurst und Bier und für die Großeltern Tische und Bänke zum Ausharren. Es war der Rahmen genau auf das abgestimmt, was ein Kernpunkt im Wahlkampf der CDU ist – die Familie. Doch dazu später.Unser Dieter aus dem benachbarten Eichsfeld kam nach Nordhausen, ging nicht gleich schnurstracks auf die Bühne, sondern sprach minutenlang mit den Menschen, die ihn wählen sollen. Im Mittelpunkt seiner halbstündigen Rede (fast könnte man Moderation des Wahlprogramms meinen) stand die Wirtschaft. Die in diesem Deutschland im Allgemeinen und die in Thüringen im Besonderen. Man werde mit ihm und der CDU weiter auf den Mittelstand setzen, die A 38 werde weiter gebaut, weil sie eine Lebensader für die Region sei. Althaus lobte das Thüringenkapital als Stärkungsmittel für das zu wenig vorhandene Eigenkapital der Unternehmen.
Es werde mit ihm, dem Ministerpräsidenten von nebenan, keine Konzentration der Förderpolitik ausschließlich auf Zentren geben. Die Priorität beim Aufbau Ost müsse erhalten bleiben und schließlich sei die Neid-Debatte zwischen Ost und West sehr unerträglich.
Schwerpunkte seiner Rede waren weiterhin Bildung und die Rente. Die Positionen der CDU sind hierzu hinlänglich bekannt. Bekannt ist auch die zweite Säule des Wahlkampfes der Thüringer Christdemokratie: Die Familie. Sie sei der entscheidende Quell für die Zukunftsfähigkeit einer Gesellschaft. Man müsse etwas tun gegen einen 60prozentigen Geburtenrückgang. Und überhaupt: Brauchen wir Geschäfte, die am Sonntag geöffnet haben? Das fragte unser Dieter in Richtung Berlin.
Und dann, fast zum Schluß, folgte das Kapitel, auf das vor allem politisch Interessierte und Beitragsgeschädigte an diesem Nachmittag gewartet hatten: Beiträge und Gebühren. Den Vorwurf einer Wahlkampfinszenierung wies Dieter Althaus von sich, vielmehr sei auch in Thüringen die Sache mit den Beiträgen und Gebühren aus dem Ruder gelaufen. So richtig, das spürten die Insider, setzt der Eichsfelder nicht mehr auf seinen Minister aus Kleinschmalkalden: Es sind Fehler sichtbar geworden, die wir jetzt korrigieren werden. So viel zum Thema Trautvetter.
Dann gab es noch Komplimente an die Stadt Nordhausen, die Zukunft der Stadt, die möglicherweise bald ein Industriegebiet vor ihren Toren haben werde und Dieter Althaus plädierte an die Nordhäuser: Machen Sie keine Experimente! Damit war dann alles gesagt. Nur drei Buchstaben, die kamen dem Dieter Althaus nicht von den Lippen: SPD.
Dafür ein Schlenker in Richtung Grüne. Als Eichsfelder erinnerte er sich an die Demos der Grünen gegen den Bau der A 38. Und vorne dran, aus Niedersachsen eingefahren, ein Herr Trittin, der ja jetzt was in der Bundesregierung zu sagen hat.
Fazit aus der Wahlkampf-Ecke. Die Thüringer Sozialdemokratie scheint für den logisch konzipierten Dieter Althaus eine berechenbare, vielleicht sogar eine zu vernachlässigende Größe in der Wahlrechnung zu sein. Bei Bündnis90/Die Grünen oder der PDS sieht das schon wesentlich anders aus.

