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Mo, 07:08 Uhr
15.12.2014

nnz-Forum: Mut des Kreistages?

Die nnz hatte in den vergangenen Tagen mehrfach über die Zukunft der Service Gesellschaft des Landkreises Nordhausen berichtet. Die scheint gesichert zu sein, auch Dank des Mutes der Kreistagsmitglieder, wie ein Leser der nnz meint...


Beim Thema „Servicegesellschaft“ bewundere ich den Mut des Kreistages. Sich ohne Ausschreibung und kaum einer Kündigungschance zehn Jahre an eine Servicegesellschaft zu binden, geht an allen marktwirtschaftlichen Prinzipien vorbei – (aber, was ist in zehn Jahren?)

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Da keine Ausschreibung vorliegt, können wir aus der Erfahrung der übrigen städtischen oder kreiseigenen Unternehmungen davon ausgehen, dass die Kosten und damit der Preis zu hoch sind.
Kommunale Unternehmen in den Branchen Strom, Gas, Wasser, Stadtwerke usw. beherrschen mit „staatlich legitimierten monopolartigen Strukturen“(Zitat: Dr. Mertin, Vorstand Jenoptik) die Preise und verzerren die Märkte.

Bei den hohen Renditen, die in der freien Wirtschaft und im freien Wettbewerb bei allen Anstrengungen nicht erzielt werden, und dort bereits als anstößig gelten würden, lebt es sich leicht wie die berühmte Made im Speck. Schlimm wird es nur, wenn der Wettbewerb einsetzt - siehe Stadtwerke Holding - und die Einnahmen sinken. Die Ausgaben bleiben "alternativlos".

Unter der Annahme, das Gesamtvolumen beträgt 10 MillionenEuro, die Preise der Servicegesellschaft sind zehn Prozent zu hoch, wie gesagt eine vergleichende Ausschreibung gibt es nicht, wären das rund eine Million Euro. Damit keine Unklarheiten enstehen, die zehn Prozent Mehrpreis sind bestimmt nicht für höhere Löhne!
Wer zahlt? Der Bürger.

Wer zahlt noch? Die regionalen Dienstleistungsunternehmen, die garantiert in den nächsten zehn Jahren in diesen Bereichen keine Aufträge bekommen. Wirtschaftsförderung kann man dies auch nicht nennen. Der Dank an den Kreistag bleibt da leider aus.

Wenn die Kommunen behaupten, ihnen fehle das Geld, ist dies nicht richtig. Richtig ist, dass sie das Geld nur für die falschen Sachen ausgeben. Von persönlicher Verantwortung für das Geldausgeben ganz zu schweigen.
Aufgabe der Politik ist es Weichen zu stellen und Randbedingungen zu schaffen, sich aber nicht als Unternehmer zu betätigen. Das führt ungebremst zu Mehrkosten und Schulden. Aktuelle Beispiele gibt es genug – Flughafen, Elbphilharmonie, Kulturbibliothek.
Roland Handrek, Nordhausen
Autor: red

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
altmeister
15.12.2014, 09:10 Uhr
Absicherung?
Sehr geehrter Herr Handrek,
an erster Stelle ist festzustellen, dass es ja nicht das eigene Geld der zustimmenden Kreistagsmitglieder kostet, ist ja öffentliches Geld. Das Gejammer kommt dann von den Bürgermeistern, wenn die Kreisumlage erhöht werden muß und wir alle drauf zahlen müssen.
Aber, vielleicht ist bei so einigen Zustimmern im Hinterkopf, dass es da doch im Notfall einen gut bezahlten Job geben könnte, falls es mit der Politik nicht mehr so klappt? Natürlich nicht als Reinigungskraft, die werden ja, so wie ich es gehört habe, erst mal mit Einführung des Mindestlohnes diesen eventuell erhalten, sondern in den gut dotierten der Führungs- oder Kontrollebene.
Ob weiterhin der kleine Dienstleister aus der freien Wirtschaft auf der Strecke bleibt, ist doch unwichtig! Vielleicht kann man ja sogar, wie schon anderswo beobachtet, als vom Steuerzahler subventionierter Dienstleister, auch noch den freien Markt etwas aufmischen um die Daseinsberechtigung zu manifestieren und diese privaten verdrängen?
Mal ganz ehrlich, ob wirklich alle wissen, was da abgestimmt wurde?
Veritas
15.12.2014, 09:16 Uhr
Danke für diesen Artikel !
Vielen Dank, für diesen Artikel Herr Handrek. Diese Entscheidung des Kreistages, ist weder aus marktwirtschaftlicher Sicht, noch aus Sicht der Bürger vertretbar. Vielen Dank an die Kreistagsmitglieder, die diesen Beschluss nicht mit getragen haben. Leider wurden sie überstimmt.
360grad
15.12.2014, 11:24 Uhr
Herr Handrek,wie lang wäre denn die Bindung
gewesen, wenn Sie das Feuerwehrgebäude gebaut hätten?

Die Elbphilharmonie ist auch ein PPP -Projekt(Public Private Partnership), also privat bebaut und dann auf Steuerzahlerkosten mit Gewinngarantie vermietet.
A1 zwischen HH u. HB auch! Der Milliarden Fehlstart Toll Collect auch! Und natürlich die Wiedigsburghalle und das Landratsamt.

Die Liste des Bundesrechnungshofes ist noch länger!

Unter Berücksichtigung der Realität ist Ihr Artikel ziemlich kühn. Daseinsvorsorge u. Privatinvestitionen sind ein Widerspruch! Die Entscheidung des Kreistages, diese Aufgaben nicht privat zu vergeben sind richtig und gut für die Mitarbeiter der Servicegesellschaft.
I.H.
15.12.2014, 12:36 Uhr
Verstaatlichung von Dienstleistungen
sind grober Unfug. Allein der Vergleich von Investitionen in Infrastruktur bei so genannten PPP und Service- sprich Dienstleistungen verbietet sich von selbst. Gebäude sind im Gegensatz zu Dienstleistungen immer an große Investitionen und Abschreibungen etc. pp gebunden. Entsprechend gestalten sich logischer Weise die Verträge, die im Übrigen keiner abschließen muß.

Dienstleistungen über zehn Jahre unter Vertrag zu nehmen nützt nur den Bonzen dieser glücklichen Firmen oder "Servicegesellschaften"! Die Zeche dafür zahlen wir alle in Form von höheren Steuern, denn die klamme Kommune, in dem Fall der Kreis, legt das auf die Bürger der Kommunen um! Funktioniert genau wie bei den Stadtwerken (Energie, Fahrpreise ÖPNV, Preise Spaßbad... etc).
360grad
15.12.2014, 16:59 Uhr
Was ist bloß los in der „Waldorf“schule?
Betriebswirtschaft oder Wirtschaftskunde abgewählt? Schon mal Werkvertrag gegoogelt?

Die Misere mit der Wiedigsburghalle reicht noch nicht?

Denkaufgabe für W.S.:
Winterdienst ist privat vergeben-->strenger Winter-->die Firma hat das einfach nicht erwartet-->wegen sehr knapper Kalkulation( der Auftrag geht immer an den Billigsten)! kein Geld mehr für Löhne, Material und die Leasingraten für die Fahrzeuge-->Insolvenz.-->15 cm Neuschnee im Wetterbericht .
Ihre Entscheidung, Herr Statler?

Man kann nur hoffen, dass Herr Handrek niemals so etwas, so entscheiden darf.

Für S.W. zur „Meinungsbildung“:

https://www.google.de/#q=privatisierung+der+daseinsvorsorge&start=10

105000 linksradikale Weltverschwörer, falsche Dartstellungen, DDR Nostalgie , der Deutsche Städtebund, der Bundesrechnungshof, Propaganda, Wirtschaftsgegener, grüne u. linke Träumer usw.

Das Internet ist einfach gefährlich für den inneren Frieden, wenn es zur Aufklärung herangezogen wird.Also Finger weg von der Tastatur, S.W.!
Und bloß kein Ausbau des Breitbandnetzes, sonst nimmt das überhand mit der Aufklärung.
I.H.
15.12.2014, 17:31 Uhr
Denkaufgabe für Vollwinkel
Der Bau einer Schule ist privat vergeben - ->Probleme mit Baugrund-->die Firma hat das einfach nicht erwartet-->wegen sehr knapper Kalkulation( der Auftrag geht immer an den Billigsten)! kein Geld mehr für Löhne, Material und die Leasingraten für die Baufahrzeuge-->Insolvenz.-->Schüler stehen auf der Straße.
Was entscheidet Vollwinkel?

Vermutlich Verstaatlichung oder Kommunalisierung der Baufirmen. Denn Staaten und Kommunen können ja angeblich nicht pleite gehen, siehe DDR, nech?! (Hahahaha....) Zu viel googeln macht du....
360grad
15.12.2014, 18:03 Uhr
S.W.hat es verstanden!
das passiert eben nur bei PPP und sogar ziemlich oft,siehe LRA.
Soll man eben nicht machen.
Zuviel googlen macht nicht du...,aber unbequem für Blender und Verführer.
Nachdenken ist das Schlimmste überhaupt!
Also weiterhin nicht übertreiben.
Und wann wird meine Frage beantwortet?
Frank Tabatt
15.12.2014, 18:55 Uhr
Auftragswerke prüfen lassen
Um die wirklich verfahrenen Beschlußlage (beschlossen durch Abgeordnete , die es vielleicht nicht mal nach der nächsten Wahl wieder in den Kreistag schaffen und trotzdem vollmundig über 10 Jahre Vertragslaufzeit abstimmen, teilweise ohne die Kosten zu kennen) auf zumindest rechtssicher Füße zu stellen, würde ich vorschlagen die beiden Kreistagsbeschlüsse (Schulreinigung und Winterdienst) durch eine übergeordnete Aufsichtsbehörde prüfen zu lassen.

Wenn die Verträge so rechtlich oK. sind und die Folgen katastrophal sind , dann müssen wir halt rechtzeitig vor der nächsten Wahl Rechenschaft fordern und ggf. andere Abgeordnete wählen, die die Interessen der Nordhäuser im Kreis besser vertreten können.

Alle andere Versuche eigene Profile in richtige Licht zu rücken sind Quatsch. Denkt doch bitte mal über die Verwendung eurer richtigen Namen nach - das schlage ich schon immer vor . Dann fällt es leichter sachlich zu argumentieren und nicht rumzuschmutzen!
Mfg Frank Tabatt
altmeister
15.12.2014, 19:05 Uhr
Verträge
Es ist wohl für alle gleich:
Bevor ein Vertrag unterschrieben wird, sollte das Kleingedruckte gelesen werden und die Vor- und Nachteile abgewogen werden.
Auch bei der Vertragsgestaltung zur Wiedigsburghalle wäre es möglich gewesen sich abzusichern und nicht noch für Fehler in der Bauplanung und -ausführung selber aufkommen zu müssen!
Vielleicht ist es gerade ein Manko einiger gewählter Vertreter, dass sie sich unter (Zeit)Druck setzen lassen und daher nicht im vollen Umfang Risiken und Nebenwirkungen abwägen?
Zukunft
15.12.2014, 20:29 Uhr
Politiker
Um Politiker zu werden braucht man doch nur einen "gesunden Menschenverstand" wie zu lesen war.

Die Vielzahl der eingereichten Beschlüsse durch die Verwaltung zu unterschiedlichen Themen, die durch die jeweiligen Fachbereiche erarbeitet werden, auch geprägt durch eine "zielführende" Darstellung müssten vom Kreistag nachgeprüft werden. Um das zu können, wird Fachwissen benötigt.

An dieser Stelle sei nur an die Niedergänge der NOGEFAS, EGN und TVN erinnert.
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