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Do, 20:40 Uhr
11.12.2014

Humanist, Gelehrter, Politiker

In der Flohburg wurde heute eine Sonderausstellung zum Leben und Wirken Albert Traegers eröffnet. Das besondere: die kleine Schau rund um den berühmten Mann wurde erdacht und entworfen von Schülerinnen der Berufsschule. Die jungen Damen präsentierten heute Abend vor allem Traegers dichterische Seite...

Vanessa Haufschild, Melanie Helbing, Franziska Schade, Lydia Erfurt und Michelle Sterczl erarbeitetn die Ausstellung zum Leben und Wirken Albert Traegers, die nun in der Flohburg zu sehen ist (Foto: Angelo Glashagel) Vanessa Haufschild, Melanie Helbing, Franziska Schade, Lydia Erfurt und Michelle Sterczl erarbeitetn die Ausstellung zum Leben und Wirken Albert Traegers, die nun in der Flohburg zu sehen ist (Foto: Angelo Glashagel)

Er war ein Universalgelehrter wie ihn nur das 19. Jahrhundert hervorbringen konnte: Albert Traeger war Dichter von Liedern und Balladen, gelehrter Jurist, überzeugter Humanist, Redner am preußischen Hof, Zeitungsherausgeber und einflussreicher Politiker der frühen liberalen Bewegung. Viele Jahre lebte der gebürtige Augsburger in Nordhausen und betätigte sich hier politisch. Noch zu Lebzeiten ehrte in die Stadt. Zu seinem 80. Geburtstag im Jahr 1910 wurde die obere Riemannstraße nach ihm benannt.

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Es war auch dem Charisma eines Albert Traeger zu verdanken, das Nordhausen im späten 19. Jahrhundert zu einer Hochburg der Fortschrittspartei wurde, die hier einen Wahlerfolg nach dem anderen feiern konnte. Erst ein anderer berühmter Mann, nachdem heute ebenfalls eine Straße benannt ist, beendete den Siegeszug der frühen Liberalen in Nordhausen - der SPD Mann Oscar Cohn.

Da hatte Albert Traeger den Zenit seines Schaffens aber wohl schon überschritten. Kurz vor seinem Tod am 26. März 1912 bekleidete er noch das Amt des Alterspräsidenten im Reichstag.

All das und noch einiges mehr kann man in der aktuellen Sonderausstellung im Grünen Salon der Flohburg erfahren. Nur waren diesmal nicht die Museumsleute selbst zu Gange, sondern fünf Schülerinnen der Berufsschule. Vanessa Haufschild, Melanie Helbing, Franziska Schade, Lydia Erfurt und Michelle Sterczl hatten sich für ihre Seminarfacharbeit das Leben und Wirken Albert Traegers vorgenommen. Die Seminarfacharbeit soll auf das wissenschaftliche Arbeiten an Hochschulen vorbereiten und dementsprechend gingen die Schülerinnen auch vor.

Sie sammelten Zitate und Gedichte Traegers, studierten Quellen und organisierten diverse Exponate, zum Beispiel aus dem Heimatmuseum Kölledas, dem Wohnort Traegers bevor er nach Nordhausen kam. Geholfen haben ihnen dabei ihre Lehrer Frau Kisker und Herr Stodolka. Da aber eine Ausstellung immer auch ein wenig finanzielle Mittel erfordert, freute man sich auch über die Unterstützung der Sparkassenkulturstiftung und des Vereins Lesezeichen.

Zur Präsentation ihrer Ergebnisse konzentrierten sich die Schülerinnen vor allem auf das dichterische Schaffen Traegers. Zu Lebzeiten war der einer der meistgelesenen Dichter des Landes gewesen.

Das bekannteste Porträt (Foto: Angelo Glashagel) Das bekannteste Porträt (Foto: Angelo Glashagel) Ganz im Sinne seiner Zeit verschrieb er sich vor allem der realistischen Strömung und verfasste Gedichte welche sich mit der Gesellschaft oder seiner Weltanschauung auseinandersetzten. Anders als viele seiner Zeitgenössischen Dichterkollegen bewahrte sich Traeger aber auch eine Sinn für das romantische, wie die Schülerinnen berichteten. Aus seinen Heimat- und Familiengedichten, die häufig seiner Mutter gewidmet waren, trugen die jungen Frauen durchaus stimmungsvoll einzelne Passagen vor.

Zur Verteidigung ihrer Arbeit wird der Schwerpunkt dann ein anderer sein. Den zu finden dürfte sowohl den Schülerinnen als auch den Lehrern nicht schwer fallen, schließlich bietet Albert Traeger als panoptisches Spiegelbild seiner Zeit zahlreiche Facetten. Wer mehr über Traeger erfahren will, der kann die Ausstellung in der Flohburg noch bis zum 28. Februar besichtigen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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