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So, 14:54 Uhr
07.12.2014

Wir wollen nicht mehr nett sein

Den Rüdigsdorfern wurde zu Beginn des Monats die Adventszeit vermiest. Wieder einmal, wie man im Dorf findet. Noch vor Weihnachten sollen am Winkelberg Probebohrungen durchgeführt werden. Die Rüdigsdorfer wollen sich wehren. Wieder einmal...

Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert  (Foto: Angelo Glashagel) Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)

Ein paar Strohballen, schwarze Folie, etwas Farbe - mehr braucht es nicht um einen "Naturwächter" zu schaffen. Kurz vor der Ortseinfahrt Rüdigsdorf wacht nun der grimmige Geselle und protestiert stumm gegen den geplanten Gipsabbau in der Rüdigsdorfer Schweiz.

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Nachdem die Firma CASEA Anfang Dezember angekündigt hatte am Winkelberg Probebohrungen durchzuführen und die Stadt eine entsprechende Klage vor dem Verwaltungsgericht wegen geringer Erfolgsaussichten zurückzog, wächst in Rüdigsdorf der Unmut. "Die Versprechungen und Beteurerungen der Politik vor fast genau einem Jahr sind nichts wert", sagte Thomas Kerwitz, eine der Initiatoren der heutigen Aktion, "bei der aktuellen Entwicklung stellt sich die Frage: ist die Politik nicht kompetent genug ihre Versprechungen einzuhalten, oder ist es Taktik, Vorhaben großartig zu versprechen, bei denen klar ist das sie rechtlich nicht durchsetzbar sind und somit am Ende die Verantwortung abgeschoben werden kann."

Das die Klage zurückgezogen wurde, erinnere an ähnliche Schritte, die man an anderer Stelle so auch getan hätte, erklärte Christian Marx, der Sprecher der Bürgerinitiative. Als in Niedersachswerfen der erneute Abbau verhindert werden sollte, habe sich das ganz ähnlich abgespielt, meinte er. Am Ende hätte es einen Kuhhandel zwischen Politik und Wirtschaft gegeben. "Die Politik äußert nur ihren Willen. Die Entscheidung ist letztlich aber eine juristische und hier sind global agierende Konzerne im Vorteil gegenüber klammen Kommunen die ein solches Verfahren oft nicht bis zum Ende durchhalten", meinte Marx.

Uns wurde die Adventszeit vermiest, wieder einmal - so die Meinung in Rüdigsdorf (Foto: Angelo Glashagel) Uns wurde die Adventszeit vermiest, wieder einmal - so die Meinung in Rüdigsdorf (Foto: Angelo Glashagel) Die Bohrungen werden nicht im Naturschutzgebiet durchgeführt und da es sich "nur" um Probebohrungen handelt, wird auch nicht mit schwerem Gerät gearbeitet werden müssen. Der Schaden hielte sich also in Grenzen. In Rüdigsdorf ist man sich allerdings sicher, das all dies erst der Anfang wäre. Nach den Probebohrungen kommt der Rahmenplan, der dann nur noch ein Formalie ist und dann rollen die Bagger, so die Befürchtungen der Rüdigsdorfer.

Hat der Abbau erst einmal begonnen, seien die Einspruchsmöglichkeiten sehr beschränkt, meinte auch Sprecher Marx, "wenn die Konzerne nacheinander viele kleine Abbauflächen ausbeuten, dann fallen gewisse Prüfungen von vornherein weg". Auch Thomas Kerwitz meint, mit der jetzigen Gesetzeslage seien neue Abbaugebiete nicht zu verhindern. "Es lohnt sich nicht im Südharz in Tourismus, Natur und Lebensqualität zu investieren. In 50 Jahren wird die Gipskarstlandschaft verschwunden, zu Gipskartopnplatten verarbeitet und in verwaiste Steinbrüche und leerstehende Gewerbeparks umgestaltet sein. Liebe Jugendliche, such euch woanders eine Zukunft!"

Man will nicht mehr nett sein, heißt es unter den Rüdigsdörfern. Dabei sind von den aktuellen Plänen nicht direkt betroffen. Die Auswirkungen würde man zunächst stärker in Petersdorf spüren. Aber man kämpft inzwischen in zweiter und dritter Generation für den Gipskarst und will den "Naturwächter" auch nicht als ein Zeichen allein für Rüdigsdorf verstanden wissen, sondern für alle betroffenen Gemeinden. "Wir hoffen das dass Beispiel Schule macht und sich jetzt auch in Petersdorf, Buchholz und Neustadt Leute engagieren", so Kerwitz.
Angelo Glashagel
Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)
Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)
Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)
Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)
Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)
Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)
Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)
Kein neuer Gipsabbau im Südharz - in Rüdigsdorf wird wieder protestiert (Foto: Angelo Glashagel)
Autor: red

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Kommentare
BGE- Pirat
07.12.2014, 15:47 Uhr
euch fragt doch keiner
denkt ihr das es euch besser geht als den bürgern
in bielen?
die wollten auch keine biogasanlage haben.
mfg heiko
Babette Klingert
07.12.2014, 17:19 Uhr
Ein kleiner Film zur Frau Kellers schöner DDR ...
... da konnten die Bonzen selbst Polizisten mit Steinbruch drohen. So gings zu, schon vergessen ?

https://www.youtube.com/watch?v=IIccxUW9fJI
henry12
07.12.2014, 20:10 Uhr
Professor .......
ist ein akademischer Titel und hier sowas von deplaziert. 25 Jahre lang Verfolgungswahn haben muss ja hart sein.
Alex Gösel
07.12.2014, 20:16 Uhr
Piratische Phrasen
Lieber Pirat Heiko,

dann geh doch auch mal auf die Straße, und dieses nicht nur kurz vor der Wahl, so wie es die Sundhäuser, Bielener oder diejenigen vor dem Jobcenter gemcht haben und teilweise immernoch machen. Stammtischparolen sind aber bei der PiratenPARTEI an der Tagesordnung, wie ich noch aus eigener Erfahrung weiß!

Außer, man möchte lediglich 2% bei einer Wahl haben oder gar nur 0,8%, oder?

In diesem Sinne wünsche ich dir, Heiko und allen anderen, auch Nicht-PiratenPARTEI-Mitgliedern einen schönen 2. Advent und eine ruhige Vorweihnachtszeit!

Zum Abschluß möchte ich noch ein paar Zitate, auch als kleinen Denkanstoß, folgen lassen:

"wer heut' noch hoffen macht, der lügt! Doch wer // die Hoffnung tötet, ist ein Schweinehund." (W. Biermann)

"Man muss die Leute belügen, damit sie die Wahrheit herausfinden."

"Nieten sind wichtig, wenn wir das Schiff wieder klar kriegen wollen." (beide W. Neuss)

"Die Natur hat immer Recht. Die Fehler machen immer nur wir. " (R. Messner)
Boris Weißtal
08.12.2014, 08:45 Uhr
Wer auf dem Boden liegt, den tritt man nicht, Herr Brothuhn,
lautet ein bekanntes Sprichwort. Dass die Piraten sich selber demontiert und in die Bedeutungslosigkeit geführt haben, ist bekannt. Den einen freuts, den anderen nicht. Dass Sie sich hier Häme gegenüber den Piraten erlauben, hat natürlich einen sehr faden Beigeschmack nachdem Sie selber mit Spott und Schande vom Piratenschiff geschmissen wurden als es noch schwamm.
Was bleibt mal wieder übrig: Außer Phrasen nichts gewesen...
Alex Gösel
08.12.2014, 17:02 Uhr
Falsch Weißtal,
wenn Sie meine Beiträge hier lesen UND verstehen würden, hätten Sie festgestellt, dass ich das selber von mir aus das "Schiff" nicht schon während des "sinkens"sondern während es im vollsten "Fahrwasser schwamm", verlassen habe.

Und nein, ich freue mich nicht, dass es den "alternativen" Piraten so schlecht geht. Es ist nur schade, dass sich die Piraten jedweder Weiterentwicklung verweigert haben und nachwievor verweigern! Dieses macht sich unter anderem bemerkbar, dass beispielsweise der Bundesvorsitzende der Piraten von 2011/12, Sebastian Nerz im Februar 2014 ausgetreten ist. Ebenso ist der Bundesvorsitzende 2013/14 im Sommer 2014 aus der Piratenpartei ausgetreten, dieser jedoch arbeite wohl weiterhin als Referent für die Fraktion der P. im Frankfurter Römer. Wer also ist jetzt der "Verräter"?

Ich jedenfalls hätte mir die Piraten als gute Wahlalternative zur LINKEN vorstellen können.
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