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So, 12:46 Uhr
07.12.2014

NSV Boxer weiter an der Spitze

Auf dem Weg zur Meisterschaft haben die Bundesligaboxer des Nordhäuser SV am Samstagabend einen ganz wichtigen Sieg eingefahren. Dank des erneuten Sieges über die Straubinger kann die Tabellenführung weiter ausgebaut werden...

Mitreißend, spannend: Im Weltergewicht trennten sich NSV-Debütant Ibrahima Diallo (rotes Dress) und der Straubinger Routinier Klemens Ruder unentschieden (Foto: Sandra Arm) Mitreißend, spannend: Im Weltergewicht trennten sich NSV-Debütant Ibrahima Diallo (rotes Dress) und der Straubinger Routinier Klemens Ruder unentschieden (Foto: Sandra Arm)

Nur sieben Tage nach dem sensationellen 13:7-Heimsieg gegen Straubing trumpfte die Mannschaft von NSV-Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling abermals gegen die Donaustädter auf und feierte einen deutlichen 11:8-Auswärtssieg. Unentschieden endeten die Kämpfe von NSV-Debütant Ibrahima Diallo (Weltergewicht) und Mateusz Tryc (Halbschwergewicht). Im Superschwergewicht wurde Vladimir Ivanov aufgrund von drei Verwarnungen disqualifiziert.

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Rund 20 begeisterte NSV-Anhänger begleiteten das Team zum schweren Auswärtskampf nach Straubing. Während der fünfstündigen Anreise stimmte Dietrich-Scherfling die Mitfahrer kurz auf die Aufgabe ein: „Wir fahren nach Straubing, um zu gewinnen.“ Ebenso machte er deutlich, dass wiederum eine neue Mannschaft auf der Waage stehen sollte. Einsätze bei der Nationalmannschaft oder taktische Veränderungen ließ ihm gemeinsam mit Mannschaftsleiter Michael Döring keine andere Wahl. So gab es auf vier Positionen im Vergleich zur Vorwoche Veränderungen.

Die erste im Bantamgewicht (57 Kilogramm). Der im Hinkampf noch siegreiche Dias Kuzembaev musste aufgrund seiner zugezogenen Cutverletzung passen. Für ihn erhielt Erik Sokolov das Vertrauen des Cheftrainers, der ihn auf seinen Gegner Andreas Klein entsprechend einstellte. In der Kabine sprach Dietrich-Scherfling vom „wichtigsten Kampf des Abends“, um die Richtung für die Mannschaft vorzugeben. Sokolov setzte die vorgegebene Linie nur zur Hälfte um. Dennoch reichte seine Leistung zum ersten Einzelsieg des Abends. „Er hat sich den Sieg richtig erarbeitet und einige Aktionen mehr gesetzt“, hatte der Cheftrainer beobachtet.

Kabinenansprache von NSV-Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling (Foto: Sandra Arm) Kabinenansprache von NSV-Cheftrainer Andreas Dietrich-Scherfling (Foto: Sandra Arm)
Der Sieg von Sokolov schien die Initialzündung hinsichtlich der ambitionierten Unternehmung „Auswärtssieg“ zu sein. Der für den Abend zum Mannschaftskapitän erkorene Tobias Tatai setzte nahtlos an die Leistung des Vorkampfes an. Im Leichtgewicht (61 Kilogramm) stand ihm Howik Barsegjan, der sich in seinen bisherigen Kämpfen in einer ausgezeichneten Verfassung präsentierte, gegenüber. Die Blessur eines blauen Auges, die sich Tatai in der Vorwoche zugezogen hatte, nahm er mit in den Kampf. „Pass auf dein Auge auf, schütze es“, gab Dietrich-Scherfling ihm mit auf den Weg. Im Ring entwickelte sich über die drei Runde eine sehr intensive Begegnung. Die Ringrichter entschieden knapp für Tatai.

„Der Sieg war ein hartes Stück Arbeit. Wenn am Ende der Arm für einen hochgeht, dann ist das schon ein geiles Gefühl“, sagte Tatai überglücklich nach seinem Sieg und seinem vierten Bundesligaeinsatz für den NSV. Es war ein teuer erkaufter Sieg. Die Blessur am rechten Auge wurde nach dem Kampf zunächst durch den Verbandsarzt und anschließend im Krankenhaus behandelt. An seine Topleistung aus der Vorwoche konnte der Schwede Clarence Goyeram im Halbweltergewicht (65 Kilogramm) nicht anknüpfen. Zur Neuauflage des Kampfes gegen Eugen Dahinten kam es nicht. Dahinten wurde für das am kommenden Wochenende stattfindende international besetzte „Round-Robin“-Turnier in Heidelberg nominiert. Für ihn kam mit Rudin Kafli ein junger, ambitionierter Sportler. Goyeram tat sich schwer. Insbesondere im Finden der Distanz. „Bei Clarence hat oft das Distanzgefühl für seinen Gegner gefehlt“, sagte Dietrich-Scherfling. Kafli nutzte die Fehler zu wenig aus, um vielleicht die entscheidenden Akzente zu setzen. Das Plus an mehr Erfahrung setzte sich nach drei Runden durch. Goyeram sicherten sich den dritten Einzelsieg.

 Im Vergleich zur Vorwoche gab es in der NSV-Staffel gleich auf vier Positionen Veränderungen. (Foto: Sandra Arm) Im Vergleich zur Vorwoche gab es in der NSV-Staffel gleich auf vier Positionen Veränderungen. (Foto: Sandra Arm)

Anstelle des verletzten Cihan Calik stieg der talentierte Ibrahima Diallo im Weltergewicht (70 Kilogramm) in den Ring. Der aus Guinea stammende Boxer hatte mit dem Straubinger Routinier Klemens Ruder keine leichte Aufgabe vor der Brust. „Ein Mann wie Ruder muss beschäftigt werden“, gab Dietrich-Scherfling die Linie vor. Voll motiviert ging Diallo in seinen ersten Saisonkampf für die Nordhäuser. Bis zur Mitte der zweiten Runde hielt Diallo ausgezeichnet dagegen und musste anschließend dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Ruder hielt mit seiner ganzen Erfahrung dagegen und dominierte das Kampfgeschehen. Die Ringrichter sahen einen ausgeglichenen Kampf und sahen keinen Faustkämpfer als Sieger. In die Pause ging der NSV mit einer 10:7-Führung und hatte vor den abschließenden drei Duellen schon einen Mannschaftspunkt sicher.

In der zweiten Hälfte sorgte für das Mehr an Punkten zunächst Raymund Meilinger, der in der vorigen Saison bereits im NSV-Kader stand, sich aber eine Woche vor seinem Bundesliga-Einsatz einen Achillessehnenriss zuzog. Jung und ambitioniert sein Gegner im Mittelgewicht (76 Kilogramm): Magomed Schachidov. Meilinger übte immer wieder Druck aus, während sein Kontrahent mehr aus der Konterposition herauskam. Das Engagement des NSV-Debütanten wurde mit einem Sieg als auch mit dem vorzeitigen Mannschaftserfolg belohnt.

In den beiden oberen Gewichtsklassen – Halbschwer- und Superschwergewicht – punkteten die Nordhäuser in ihren bisherigen drei Saisonkämpfen immer. Irgendwann reißt auch mal diese Serie. So geschehen am Samstagabend. Für den zuletzt erfolgreichen Igor Teziev, er wurde für das Turnier in Heidelberg nominiert, rückte der Pole Mateusz Tryc ins Nordhäuser Aufgebot. Tryc kam gegen Flamujr Mehmeti nur langsam in Schwung. Erst in Runde zwei erhöhte er den Druck, setzte klarere Treffer und wusste ebenso in der dritten Runde zu überzeugen. Aufgrund einer Verwarnung Trycs wurde der Kampf unentschieden gewertet.

Alles andere als zufrieden zeigte sich Dietrich-Scherfling mit dem Auftritt von Ivanov im Superschwergewicht (+91 Kilogramm). „Er hat alles verkehrt gemacht, was man nur verkehrt machen konnte.“ Das Unheil nahm zum Ende der zweiten Runde seinen Lauf, als der Russe die erste Verwarnung wegen Nachschlagens angezeigt bekam. In der dritten Runde folgten weitere zwei, eine unter anderem wegen Verlust des Mundschutzes, so dass insgesamt drei Verwarnungen die Disqualifikation bedeuteten. Sein Gegner Anatolij Popp wurde als Sieger erklärt.

Am Ende reichten vier Einzelsiege und zwei Remis für den klaren Auswärtssieg. „Wir dürfen uns mit dem Erfolg nicht in Sicherheit wiegen und zu euphorisch sein. Noch ist die Meisterschaft nicht durch“, machte Tatai deutlich. Die nächste Hürde auf dem Weg zum Projekt Meisterschaft steht mit dem SV Motor Babelsberg am Samstag, 20. Dezember, um 19.30 Uhr in der Nordhäuser Ballspielhalle im Ring. „Wir müssen daheim gewinnen, dann können wir rechnen“, sagte Dietrich-Scherfling und genoss derweil die schöne Momentaufnahme.
Autor: red

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