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Do, 13:52 Uhr
27.11.2014

Schutz des Grünen Bandes mit der Motorsäge

Nördlich von Mackenrode besitzt die Stiftung Naturschutz Thüringen seit 2010 Flächen im ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen. Auf den offenen Grünlandflächen haben sich teilweise artenreiche geschützte Halbtrockenrasen entwickelt...


„Neben wärmeliebenden Arten wie Thymian oder Kleinem Wiesenknopf findet man hier die äußert seltene Spinnen-Ragwurz, eine Orchideenart. Alles Arten, die verschwinden werden, wenn die Flächen weiter zuwachsen, erklärt Ingrid Werres von der Stiftung Naturschutz Thüringen. Ein Teil der Flächen wird von Biologen alle 2 Jahre untersucht.

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Sie haben festgestellt, dass innerhalb von 2 Jahren die Anzahl der Heuschreckenarten und Tagfalterarten abgenommen hat. Wurden 2010 noch 43 Schmetterlingsarten gefunden, waren es 2012 nur noch 34 Arten. Auch das Rebhuhn, eine Offenlandart, ist inzwischen fast verschwunden. Die Ursache für den Artenrückgang liegt darin, dass sich die Gehölze immer weiter ausbreiten, sie nehmen den seltenen Offenlandarten das Licht und die Wärme.
„Wollen wir diesen Artenreichtum erhalten, das GRÜNE BAND noch in Jahrzehnten in der Natur wahrnehmen und auch den Kolonnenweg weiter begehen können, müssen wir das wertvolle Offenland wieder freistellen, sagt Frau Werres.

Auf einer Fläche von ca. 5 ha hat eine Firma im Auftrag der Stiftung abschnittsweise Gehölze gefällt. Entlang des Sperrgrabens blieben die Gehölze erhalten. Hier soll sich ein Wanderkorridor für die Wildkatze entwickeln. Das Schnittgut soll jedoch nicht liegenbleiben. Mit Spezialtechnik wird es zu Hackschnitzeln zerkleinert und als Energieholz verwertet. Die Maßnahme leistet somit auch einen Beitrag zum Klimaschutz. Die offenen Flächen werden zukünftig von einem örtlichen Landwirt extensiv mit Harzer Rotem Höhenvieh beweidet.

Die Stiftung benötigt für ihre Arbeit vor Ort viele Partner. Die Maßnahme wurde mit dem Forstamt und der unteren Naturschutzbehörde abgestimmt. Die Gemeinde und die Jagdpächter wurden im Vorfeld informiert.
Typisch für solche Entbuschungsmaßnahmen ist es leider, dass die Flächen unmittelbar nach Maßnahme ziemlich „verwüstet“ aussehen. Aber bereits nach einem halben Jahr bietet sich ein ganz anderes Bild. Wir wollen hier gerade den Offenlandarten, die auf eine extensive Nutzung angewiesen sind und es an anderer Stelle schwer haben, wieder eine Chance geben.

Hintergrund

Wo früher Stacheldraht und Minen herrschten, regiert heute die Natur. Ein einzigartiger Biotopverbund ist dort entstanden, wo Jahrzehnte lang niemand einen Fuß zu setzen wagte. Braunkelchen, seltene Heuschrecken oder wunderschöne Orchideen haben von der unmenschlichen Grenze profitiert und sollen nun ihren Lebensraum behalten, während gleichzeitig die Menschen das GRÜNE BAND als Erinnerungslandschaft erleben.

2010 hat die Bundesrepublik Deutschland 3800 ha am GRÜNEN BAND an die Stiftung Naturschutz Thüringen übertragen. Die Übertragung ist mit der Pflicht verbunden, das GRÜNE BAND sowohl als einmaligen national bedeutenden Biotopverbund als auch als geschichtliches Mahnmal zu erhalten und zu entwickeln.
Autor: red

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