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Do, 11:58 Uhr
27.11.2014

Marktanteil deutlich ausgebaut

Die Kreissparkasse ist im Landkreis Nordhausen deutlich und mit Abstand die Nummer der Kreditinstitute. Im zurückliegenden Jahr konnten die Banker am Kornmarkt ihre Position weiter ausbauen. Ganz sorgenfrei ist Vorstandschef Wolfgang Asche dennoch nicht...

Die Nummer 1 im Landkreis: Kreissparkasse Nordhausen (Foto: nnz) Die Nummer 1 im Landkreis: Kreissparkasse Nordhausen (Foto: nnz)

Wolfgang Asche spricht von einem für Kreditinstitute historischen Jahr. So befindet sich auch die Kreissparkasse Nordhausen seit Anfang November unter europäischer Bankenaufsicht. Das wiederum bedingt für die kommenden Jahre deutlich mehr Bürokratie. Vor allem das Informationswesen und die Berichterstattung an die Aufsichtsbehörden wird deutlich zunehmen, worauf sich das Team einstellen muss.

Historisch ist das Jahr auch, weil Banken das erste Mal einen negativen Einlagenzins erheben. "Die Kunden dieser Banken müssen eine Art 'Verwahrgebühr' für ihr Geld zahlen. Ein Umstand, den es in der Geschichte des deutschen Bankenwesens so wohl noch nicht gegeben hat."

Und hier sind wir beim eigentlichen Problem, nicht nur dem der Kreissparkasse Nordhausen. Die Ertragssituation gestaltet sich komplizierter, um die vornehm auszudrücken. Wie soll aus den Minizinsen im Anlage- und Kreditbereich noch eine vernünftige Marge erwirtschaftet werden, mit der der Bank die Kosten decken, die Rücklage stärken und das Eigenkapital erhöhen soll? Wie soll der Anstieg bei den Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro gegenüber dem vergangenen Jahr abgefangen werden?

In erster Linie wird der Vorstand der Kreissparkasse noch intensiver auf Überarbeitung innerbetrieblicher Prozesse setzen. "Wir müssen produktiver, effizienter in unseren Abläufen werden", gibt Asche die Richtung vor.

Mit Sorge wird am Nordhäuser Kornmarkt auf die wachsende Zurückhaltung der Unternehmen bei der Inanspruchnahme von neuen Krediten geschaut, die mit einer deutlichen Zurückhaltung bei Investitionen einhergeht. Das ist die eine Seite. Auf der anderen steht das Bemühen der Unternehmen, laufende Kredite umzuschulden oder schneller zu tilgen. Den gemachten Kreditzusagen in diesem Jahr stehen die außerordentlich hohen Tilgungen gegenüber.

Der Kreditlichtblick in diesem Jahr ist ganz klar die Wohnbaufinanzierung. Das Bemühen der Kunden, in Immobilien zu investieren ist gewachsen und die Kreissparkasse konnte deutliche Marktanteile gewinnen. Aktuell werden sechs von zehn Wohnbaufinanzierungen über die Nordhäuser Kreissparkasse abgewickelt. Auch bundesweit ein hervorragender Wert.

Selbst wenn noch keine konkreten Zahlen veröffentlicht werden - auch im Einlagenbereich ist das Wachstum weiter vorhanden. Ein Zeugnis dafür, dass die Menschen der Solidität des Sparkassen-Geschäftsmodells vertrauen. Noch zu wenig Augenmerk wird laut Asche allerdings auf die Altersvorsorge gelegt, stattdessen werde der Konsum fokussiert. Hier soll in den kommenden Monaten seitens der Mitarbeiter noch intensiver beraten werden.

Immer mehr an Bedeutung gewinnt auch für die Nordhäuser Kreissparkasse das Online-Banking. Dieser Herausforderung werde man sich stellen, ohne jedoch die beratende Funktion aufzugeben. Schon jetzt können alle Routinegeschäfte online abgewickelt werden, wird es speziell, dann sei der Weg zum Berater immer noch der beste.

Der demografische Wandel macht natürlich auch vor den Kunden der Sparkasse keinen Halt. "Wir werden im kommenden Jahr keine unserer Filialen schließen, allerdings werden wir hier und da die Öffnungszeiten anpassen", so Wolfgang Asche. Im Klartext, nicht jede Filiale muss fünf Tage in der Woche geöffnet haben.

Es waren spannende Zeiten, die vergangenen elf Monate und sie werden spannend bleiben. Noch intensiver soll die Kreissparkasse in die mediale Welt implementiert werden. Wenn der Vorstandsvorsitzende einen Wunsch frei hätte? "Wir müssen weg von dem überbordenen Verbaucherschutz. Es kann nicht sein, das Beratungsgespräche für eine Geldanlage bis zu drei Stunden dauern, nur damit unzählige Formulare ausgefüllt werden müssen. Und: ich wünsche mir baldmöglichst eine Rückkehr zu Zinsen, die der Markt macht und nicht die Politik."
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
-Insider-
27.11.2014, 12:28 Uhr
folgende
passage ist schon harter tobak:

"Wir müssen weg von dem überbordenen Verbaucherschutz. Es kann nicht sein, das Beratungsgespräche für eine Geldanlage bis zu drei Stunden dauern, nur damit unzählige Formulare ausgefüllt werden müssen...."

Vor knapp 7 Jahren drängte die Gier maßloser Banker das weltweite Wirtschaftssystem nah an den Rande des Zusammenbruchs. Zig Milliarden Euro an STEUERGELDERN wendeten die Regierungen weltweit auf, um den Crash zu verhinden (nach hinten zu verschieben).

Die Konsequenz für die Bankiere? KEINE! Außer den hier im Artikel angesprochenen 5 Seiten Pseudobelehrung...

Entgegen des Rufs nach dem "Markt", würde ich mir noch mehr staatliche Aufsicht für die Banken wünschen inklusive einer Finanztransaktionssteuer ohne Ausnahmen!
murmeltier
27.11.2014, 13:41 Uhr
KSK
Was alles hat das, Insider, mit der Kreissparkasse zu tun. Können Sie mir in Deutschland eine Sparkasse oder Volks- und Raiffeisenbank benennen, die für die Finanzkrise mit verantwortlich ist?
othello
27.11.2014, 14:21 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Gehört nicht zum Thema des Beitrages
-Insider-
27.11.2014, 15:34 Uhr
die
KSK ist eine Bank und auch die KSK betreibt handel mit all möglichen Papieren, Optionen, Fonds und sonstigen Späßen. die forderung aus dem artikel lautet ja nun die senkung des verbraucherschutz bei finanzgeschäften.

dieser schutz wurde ja nun aber mal nicht grundlos in den letzten jahren aufgebaut. wo es um geld geht, geht es auch immer um gier. das ist so an sich für manche sicherlich nicht verwerflich, weil es eine triebfeder des menschlichen handelns ist.

diese forderung seitens einer bank empfinde ich aber rückblickend auf die letzte weltwirtschaftskrise, ausgelöst durch den maßlosen handel der weltweiten finanzbranche, als nahezu unverschämt - aus sicht der banken aber natürlich nachvollziehbar.
gosalianer
27.11.2014, 22:25 Uhr
@ -Insider-
Der Verbraucher sollte sich im Klaren sein, dass jede Rendite sowohl Chancen als auch Risiken birgt, da hilft es nicht zig Formulare zu erfinden, die er de facto "blind" unterschreibt. Wer immernoch glaubt er könne sein Vermögen risikofrei vermehren, dem ist nicht mehr zu helfen, auch nicht mit Hilfe des Verbraucherschutzes. Außerdem bedarf es immer 2 Seiten um ein Geschäft abzuschließen, also Käufer und Verkäufer, insofern ist die Gier nicht nur bei den Banken zu suchen sondern vielleicht auch beim 80-jährigen Rentner, der die Finger nicht vom Geld lassen kann und in Anlagen mit 20-jähriger Laufzeit investiert - das soll nur ein Beispiel sein. Geld kann nur die jeweilige Zentralbank erschaffen, der Verbraucher ist darauf angewiesen, dass es von der einen Tasche in die andere wandert - das sollte irgendwann mal jeder begriffen haben, auch ohne Formularflut.
Herr Taft
28.11.2014, 09:48 Uhr
@-Insider-
Ihre Gleichmacherei ist unerträglich ! Sparkassen sind aufgrund Ihrer Satzungen und ihres öffentlichen Charakters gar nicht in der Lage Risiken in ich zitiere: "...handel mit all möglichen Papieren, Optionen, Fonds und sonstigen Späßen. ..:" einzugehen. Sicher gibt es - wie bei jeder Bank - Wertpapierbestände, die zur Steuerung und zum Risikoausgleich da sein müssen ...als "Insider" wissen Sie das zweifellos. Schlimm ist, dass die kleinen Sparkassen und Volksbanken von Brüssel genauso reglementiert werden wie die großen wirklich gierigen Banken. Natürlich will auch eine Sparkasse Geld verdienen, aber sie tut es in aller Regel mit Anstand und das aus einem einfachen Grund: Sparkassen und auch Volksbanken sind regional unterwegs. Sie haben satzungsbedingt ein eher übersichtliches Geschäftsgebiet. Glauben Sie, Insider, dass sich eine kleine Bank mit einer übersichtlichen Kundenzahl in einem kleinen Landkreis als Geschäftsgebiet einen Reputationsschaden ala "die Bank betrügt" leisten könnte ? Ich denke nicht...und das weiß auch ein KSK-Vorstand und handelt entsprechend.

und NEIN, ich arbeite nicht bei der KSK ...ich wohne noch nicht mal im LK NDH.
gosalianer
28.11.2014, 12:27 Uhr
@ nussbaum
Ich stimme Ihnen zu, dass die Reglementierung von Volksbanken und Sparkassen unnötig ist. Ihre Aussage, dass diese Banken nur regional unterwegs seien und nicht in risikobehafteten Wertpapieren investiert sind, ist jedoch nicht richtig. Zur Sparkassen-Finanzgruppe gehören u. a. S-Broker (Handel mit Aktien, Derivaten, CFDs etc.) und DEKA Investments (Handel mit Fonds). Hier werden Produkte angeboten, die bei allen Sparkassen erhältlich sind und teilweise zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Generell lebt eine Bank vom Chance- Risikoverhältnis ihrer Investitionen und der daraus resultierenden Rendite, zum Teil auch auf Kosten des Anlegers (siehe CFD-Handel). Es reicht nicht aus ausschließlich regional unterwegs zu sein - seit der Deregulieren in den 90er Jahren ist jede Bank auf dem internationalen Finanzmarkt tätig, auch die Volksbanken und Sparkassen hierzulande.
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