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Mi, 08:45 Uhr
26.11.2014

nnz-Betrachtung: Hoffnung für Wacker?

Immer mal wieder gibt es vor Sitzungen des Nordhäuser Stadtrates Proteste und Demos. Zuletzt wurde gegen die Biomethan-Anlage mobil gemacht, heute geht es um die Zukunft des Albert-Kuntz-Sportparkes. Dazu einige Anmerkungen...

Banner im Albert-Kuntz-Sportpark am vergangenen Samstag (Foto: nnz) Banner im Albert-Kuntz-Sportpark am vergangenen Samstag (Foto: nnz)
Es sind diese Aussagesätze, die von den Anhängern des FSV Wacker Nordhausen zu Heimspielen an die Südtribüne des Albert-Kuntz-Sportparkes, kurz AKS, gehängt werden.

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Um es vornweg zu schreiben: ich finde diese Art von Demonstration gut, sie zeugt davon, dass sich Menschen unterschiedlichen Alters mit dem Thema auseinandersetzen. Sie alle lieben den alt-ehrwürdigen AKS. In vielen Familien in und um Nordhausen herum ist die Parkallee 8b über Generationen hinweg die fußballerische Pilgerstätte.

Und ein AKS könnte es auch noch weitere Generationen sein. So oder so oder so. Das eine "so" ist das "Aufpeppen", das Modernisieren, den AKS fit für das Heute und das Morgen zu machen. Das andere "so" ist der Abschied von der Parkallee 8b und der Neubau eines neuen kleinen, feinen Schmuckkästchens. Beides könnte vielleicht gleichviel kosten, könnte.

Das dritte "so", das ist die Gefahr. Die Gefahr, dass die Verantwortlichen im Stadtrat es wieder einmal auf Geheiß der politischen Führung im Nordhäuser Rathaus aussitzen wollen. Dieses Aussitzen hat am Markt in Nordhausen mittlerweile traditionelle Züge angenommen. Und so könnte ein Szenario sich darstellen: Die nächste Sitzung des Stadtrates nach der heutigen wird im Februar sein. Ob die Verwalter des Räten bis dahin einen ausgeglichenen Haushalt präsentieren können, das steht in den Sternen. Das bedeutet aber, dass keine freiwilligen Aufgaben finanziert werden können. Auch nicht das Installieren des geforderten Flutlichtes. Vielleicht stoßen unsere Politiker auf anderen Finanzierungsquellen? Vielleicht auch nicht?

Die nnz hatte gestern sozialdemokratische Signale vernommen, wonach die Förderung des Umbaus des AKS nicht vom Tisch der neuen Koalition sei. Wunderbar - doch Förderung bedingt Eigenmittel. Die sind aber vermutlich nicht vorhanden. Kurzum: Die finanzielle Situation der Stadt wird ein notwendig größeres Engagement der Kommune an der Parkallee nicht zulassen und die Argumentation lautet dann: "wir würden ja gerne, aber wir dürfen/können nicht!.

Kommen wir zum zweiten "so"Im Nordhäuser Stadtrat wird es einen Antrag der FDP-Fraktion geben, der den Neubau eines Stadions im Süden der Stadt Nordhausen zum Inhalt hat. Motiv: Ein Neubau wird nicht wesentlich teurer als der Umbau und die Modernisierung des AKS. Unterstützer dieser Variante könnte es in anderen Fraktionen auch geben, denn hier könnte eine weitere Variante greifen: die Gründung einer Gesellschaft oder die Überführung des AKS in eine bestehende kommunale Gesellschaft. Das fordert die SPD im Stadtrat seit Monaten. Hier aber drängt die Zeit, in diesem Jahr müsste das über die politische Bühne gehen. Viel Zeit bleibt nicht.

Und nun kommen wieder die Fans des Traditionsvereins in ein Spiel, das so furchtbar kompliziert und einfach gleichermaßen ist: Sie müssen Druck machen, Druck auf die Politik, denn Druck, das mögen die Damen und Herren im neuen, schicken Ratssaal nicht so gerne. 80 Fans haben sich via Facebook zur ersten Demo heute ab 16 Uhr angemeldet. Ob die auch in der realen Welt für ihren Verein demonstrieren, sei dahingestellt, aber wünschenswert.

Viel wichtiger ist, dass dieser Druck in eine vernünftige Bahn gelenkt wird und: dass er erhalten bleibt. Aus den jetzt eventuell 80 Demonstrierern dürfen im Februar nicht 20 werden. Das wäre dann sozusagen ein Eigentor. Auch können demokratische Mitsprachemechanismen genutzt werden. Die Einwohnerfragestunde zum Beispiel, die Nordhäuser Bürgern zum Beginn einer jeden Stadtratssitzung zur Verfügung steht.

Die Zukunft des AKS und damit den Regionalliga-Fußballs in Nordhausen findet bereits in den Medien eine beachtliche Resonanz. Ein Team von "Sport im Osten" ist heute in der Stadt, wird berichten, ähnlich die Landeswelle und anderen Thüringer Radiosender. Auch diese mediale Präsens ist förderlich. Nicht in erster Linie in Richtung kommunaler Politik, sondern vielmehr in Richtung des Landes und dessen künftiger Regierung.

Ich bin im Grunde ein optimistischer Mensch, daher denke ich auch, dass das dritte "so" nicht Realität wird und dass bald eine Lösung gefunden werden kann. Und dabei ist es wirklich egal, wer da mitwirkt. Die gemutmaßte Tatenlosigkeit und das Aussitzen des Problems wäre für die Regierenden dann doch der mediale "Supergau", den die Menschen, die in der Politik mitmischen, fürchten wie ein Fußballtrainer einen überforderten Schiedsrichter.
Peter-Stefan Greiner

Pro AKS, heute, um 16 Uhr vor dem Bürgerhaus
Autor: red

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Kommentare
Flitzpiepe
26.11.2014, 09:22 Uhr
Besser
kann man das große Dilemma nicht zusammenfassen.
Kommt heute zur Demo!
Ich komme auch nicht alleine.
Wir müssen den Druck erhöhen!
NDHler
26.11.2014, 09:24 Uhr
Ich hoffe
Dass da heute Abend genügend Anhänger von Wacker mit vor Ort sind! Ich hoffe aber auch, dass das ganze friedlich und sachlich über die Bühne geht! Wie überall gibt es auch hier Chaoten!

In der Sache habe ich Hoffnung auf eine gute Lösung! Mein Appell an die Damen und Herren Stadträte, Last Wacker nicht im Stich. Honoriert mit eurer positiven Entscheidung die gute sportliche Arbeit in der Parkallee welche für eine positive mediale Berichterstattung unserer Stadt sorgt.

So oft kommt das ja leider nicht vor! Last das Parteiengeplänkel in der Schublade und zieht gemeinsam an einem Strick! Und noch etwas, Wacker ist seit dem letzten WE Herbstmeister! Sicher kann man sich dafür nichts kaufen aber einen Glückwunsch zu dieser sensationellen Hinrunde könnt ihr euch ruhig einmal abringen!
Bierchen
26.11.2014, 09:50 Uhr
woher nehmen....
Ist ja alles gut und schön was hier geschrieben wird. Aber wo soll das Geld denn herkommen?? Stadt hoch verschuldet, Land hoch veschuldet und der Staat ebenso.

Wer soll auf Zuwendungen verzichten? Breitensport? Bitte nichtmal drüber nachdenken! Vielleicht kann ja der ein oder andere der hier fordert auch Ideen einbringen, wie es denn gehen könnte.

Bitte nicht falsch verstehen, ich gönne euch den sportlichen Erfolg (spiele selber Fußball) und das die Fans ein Schmuckkästchen haben wollen.

Ich denke man sollte seitens des DFB mal drüber nachdenken ob jede Regionalligamanschaft Flutlicht benötigt.

Vielleicht erlebe ich es ja noch, daß die öffentliche Hand mal anfängt bei sich selbst(Personalkosten) zu sparen, wie es jedes Unternehmen machen würde wenn die Schulden einen handlungsunfähig machen.....
Flitzpiepe
26.11.2014, 10:14 Uhr
Da ist so manches möglich in diesem Land
Man muss nur wollen und die Unterstützer an entsprechender Stelle haben.
Siehe MFA in Erfurt.
Da kamen plötzlich nochmal 5 Mio. € Fördergelder aus einem Tourismustopf obendrauf, damit diese nicht verfallen.
Was macht man damit?
Vorher aus Kostengründen gestrichener Luxus wird nun doch noch gemacht. Also weitere Toiletten und Imbissstände, die jetzt auch für alle 18000 Zuschauer reichen.
Das wird zwar fast nie gebraucht, aber man hat es ja.
othello
26.11.2014, 14:56 Uhr
Dem DFB sei Dank
Herr Greiner ! Ihr Engagement für Wacker Nordhausen in allen Ehren. All die Träume in Anbetracht des sportlichen Erfolgs von Wacker Nordhausen, können durch die Auflagen des DFB zu Nichte gemacht werden.

Das Wohl und Wehe des Vereins hängt von deren Auflagen ab, und vor allem der Zeit, die dem Verein gegeben wird. Um die Regionalliga zu halten, sind jetzt nur kurzfristige Lösungen möglich, also eine Flutlichtanlage und kleinere Umbauten.

Für die Zukunft wäre dieses aber nur raus geschmissenes Geld, wenn man die bisherigen Umbaukonzepte betrachtet. Unter beibehaltenen Konzept des Erhalts des jetzigen Hauptlatzes im AKS ist ein weiterer Ausbau des AKS nicht möglich. Die Flutlichtanlage ist also völlig fehl am Platz.

Tragfähige Konzepte scheint bisher niemand zu haben. Und um diese wirklich auf wirtschaftliche Beine zu stellen, bekommt man offensichtlich keine Zeit. Unter diesem Gesichtspunkt befürchte ich, dass auch der sportliche Niedergang in Zukunft nicht mehr aufzuhalten sein wird.

Dem DFB sollte dafür „ großer Dank gezollt werden „. Unter diesem Gesichtspunkt ist die heutige Stadtratssitzung nur ein „ Schattenboxen“, weil tatsächliche Lösungen, die kurzfristig Erfolg bringen, noch möglich sind, aber für die Zukunft nicht tragfähig sind. Da bin ich leider Pessimist !
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