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Mi, 17:04 Uhr
05.11.2014

B 243: Kritik an Birgit Keller

Der Bedarf für einen Ausbau der B 243, liebe Frau Keller, beruht letztlich nicht auf der „Notwendigkeit“, Unternehmen der Region eine bessere Verkehrsanbindung zu ermöglichen, sondern auf anderen Tatsachen. So beginnt das Statement eines nnz-Lesers...


Sie beruht auf dem Versagen deutscher Verkehrs- und Umweltpolitik. Ausgerechnet, als Rot/Grün im Bund regierte und der Ur-Grüne Trittin Umweltminister war, begann der LKW-Verkehr auf unseren Straßen förmlich zu explodieren.

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Kurz nach der Wende, mir scheint, als sei es erst gestern gewesen, wurde das noch sehr dichte, ehemalige DDR-Schienennetz als verkehrspolitisches Tafelsilber gehandelt: keinesfalls sollte davon etwas stillgelegt werden, sagte der damalige Bahn-Chef. Die Realität sieht, wir wissen es, vollkommen anders aus.

Erst werden die Fahrpläne ausgedünnt, um dann verwundert festzustellen, dass das Interesse an der Eisenbahnstrecke sinkt. Das bedauernde Schulterzucken zur bald fallenden Entscheidung, die Strecke dann stillzulegen, ist zumindest hinterfragenswert. Gelegentliche Streiks kleiner Spartengewerkschaften tun ihr Übriges.

Den weiter wachsenden LKW-Verkehr müssen wir aber auch als Folge der Globalisierung im Interesse der Großkonzerne betrachten, auf die die Politik, auch wenn sie anders tut, fast jeden Einfluss verloren hat. Und eigentlich, sehr geehrte Frau Keller, haben wir es doch hier mit einem Prozess zu tun, dem doch gerade die Linke sehr skeptisch gegenüberstehen müsste; aus global-ökologischen und auch aus global- sozialen Gründen.

Macht korrumpiert, das sehe ich auch an Ihrer Argumentation. Das lässt Schlimmes vermuten, wenn Herr Ramelow erst Ministerpräsident ist und sich vielleicht schon bald für Schwarz/Dunkelrot im Bund empfehlen möchte.

Und schließlich, sehr geehrte Frau Keller: Es wird doch allerhand unsinniger Verkehr produziert auf unseren Straßen, weil es sich halt rechnet, Maschinenteile meinetwegen in Krakow zu produzieren und durch Deutschland nach Spanien zur Montage zu karren, oder Äpfel aus Chile vom Hafen Rotterdam nach Nordhausen, wo derweil Hunderte Tonnen Äpfel auf den Bäumen vergammeln.

Erinnern Sie sich noch, wie wir als DDR-Bürger den Kopf über den Brötchenpreis von 5 Pfennigen geschüttelt haben? Das war ökonomischer Irrsinn, weil jeder wusste, dass dies die Volkswirtschaft ruiniert. Die beschriebenen LKW-Transporte aber sind nicht minder irrsinnig, ja eine Katastrophe, WEIL sie sich rechnen.

Von einer linken Landrätin erwarte ich, dass sie derartige Tatsachen in ihrer Argumentation berücksichtigt, bevor sie ihr Bedauern über den aufgeschobenen Ausbau der B 243 äußert. Dass die Bewohner der der B 243 anliegenden Ortschaften unter dem Verkehr leiden, ist nur zu verständlich und schlimm: Nur wünschte ich mir, dass sie gegen die Ursachen, statt gegen deren Folgen protestieren: Ziel muss es sein, den LKW-Verkehr einzudämmen, statt im dichtbesiedelten, zubetonierten Mitteleuropa immer neue Verkehrswege zu fordern. Ursache sind Fehlleistungen und Schwächen der Politik zwischen Brüssel, Berlin und Nordhausen.

Sie macht ihre Hausaufgaben nicht. Sie unterwirft sich der neuen Diktatur, nachdem wir doch vor 25 Jahren so froh waren, die alte abgestreift zu haben.
Bodo Schwarzberg

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Autor: red

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