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Mo, 08:00 Uhr
27.10.2014

Hubertus und die Jagdgegner

Die Jagd in ihrer vielfältigen Form hat auch im Südharz eine lange Tradition. Es ist zu einer jährlich wiederkehrenden Geste der Kreisjägerschaft geworden, ihren Dank dem Weidwerk gegenüber mit einer festlichen Veranstaltungen zum Hubertustag zu begehen – der Hubertusmesse...

Ins Horn geblasen (Foto: Kurt Frank) Ins Horn geblasen (Foto: Kurt Frank)

Nordhausen. Zum siebenten Mal erfolgt sie in diesem Jahr. Am 2. November. Ab 18 Uhr. Im Dom zum Heiligen Kreuz. Mit einem ökumenischen Gottesdienst. Sie steht, wie gehabt, unter der Schirmherrschaft des Landtagsabgeordneten Egon Primas und des Dom-Pfarrers Richard Hentrich. Der Ablauf gleicht dem vergangener Jahre.

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Kirchen-, Jagd- und Chorlieder erklingen in dem ehrwürdigen Gotteshaus. Die Chorgemeinschaft Großlohra/Trebra hat sich angesagt. Einen besonderen Genuss verspricht der Auftritt der Jagdhornbläser aus Birkenmoor. Christian Büchting, Vorsitzender der Kreisjägerschaft, teilte uns stolz mit: „Beim Wettstreit der Thüringer Jagdhornbläser belegten sie den 1. Platz.“

Die nnz wird auch in diesem Jahr über die Hubertusmesse berichten. Die Resonanz der Leser dieser Zeitung über den Sinn einer solchen Messe im Allgemeinen und die Jagd im Besonderen blieb im Vorjahr nicht aus. Völlig unterschiedlich waren und sind die Ansichten.

Der Legende nach, war einem Leserbrief zu entnehmen, sei Hubertus ein leidenschaftlicher Jäger gewesen. Als ein Hirsch, den er gerade erlegen wollte, sich ihm stellte, erblickte Hubertus ein leuchtendes Kreuz zwischen dem Geweih des Tieres und eine geheimnisvolle Stimme fragte, warum er töten wolle.

Carola Kaempffe aus Niedersachswerfen ist eine hervorragende Jagdhornbläserin. Proben ihres Könnens geben die Jagdhornbläser zur Hubertusmesse am 2. November.

Hubertus entsagte fortan der Jagd. Trotzdem würden, bemerkten einige unsere Leser, um den Hubertustag Anfang November Hubertusjagden und Hubertusmessen in den Kirchen stattfinden. Priester segneten die Weidmänner, ihre Waffen und die Strecke der getöteten Tiere. Dabei werde die Hubertuslegende in ihr Gegenteil verkehrt.

Jäger und Schießer seien zwei grundverschiedene Begriffe, betonen hingegen die Jagdbefürworter. Hubertus sei, bevor er zur Einsicht kam, ein Schießer gewesen, der ohne Sinn und Verstand alles erlegte, was ihm vor Pfeil und Bogen kam. Der Jäger unserer Tage, argumentieren sie, rotte keine Tierart mehr aus wie seine Vorjahren, die Luchs und Wolf hierzulande von der Bildfläche verschwinden ließen.

Die Jagdverantwortlichen im Landkreis hoffen, mit der Veranstaltung am 2. November auch Vorbehalte gegenüber der Jägerei abbauen zu können. Auch die Gegner der Jagd sind daher herzlich eingeladen. Und sollten den Weg in den Dom finden. Vielleicht werden sie ihre Ansichten über die Jagd überdenken.

Neben Christian Büchting, der die Eröffnungsrede hält, werden der Jäger Egon Primas, Dom-Pfarrer Richard Hentrich und Andreas Schwarze, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises, Gedanken zur Jagd äußern. Jeder Besucher kann sich selbst ein Urteil bilden.?
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
Leser X
27.10.2014, 15:06 Uhr
unglaublich...
... dass eine solche Verherrlichung der Erschießung von Tieren nun auch noch im Dom stattfinden soll. Aber auch in der Kirche gilt eben: man kann sich alles so hinreden, dass es passt...
Rueckkehrer
28.10.2014, 08:52 Uhr
Unterschiede
Ich bin kein Theologe und habe auch nichts mit Glaubenslehren jeglicher Art zu tun, aber ich kann mir nur schwer vorstellen, dass der ursprünglich christliche Glaube die Tötung (sei es für Opfergaben oder zum Verzehr) vorsieht. Ich denke mal, dass über die Jahrhunderte hinweg bei der Auslegung (katholisch, evangelisch etc.) der christlichen Werte auch viel bewusst oder unbewusst weggelassen wurde oder auch hinzugekommen ist.
Vielleicht haben wir bei unseren Kommentatoren einen Theologen unter uns, der uns "erleuchten" kann :-))
Peppone
28.10.2014, 10:05 Uhr
Die Verherrlichung der Erschießung
von Tieren ist mit Sicherheit nicht der Sinn oder Zweck solcher Hubertusmessen. Die gern gehandhabte einseitige Verklärung von Hubert de Liege zum Schutzpatron der Tiere wird der Sache ebenfalls nicht gerecht. Insofern legt nicht nur die Kirche Dinge in ihrem Sinne aus.

Hubertusmessen sind in Deutschland eine Erfindung der Neuzeit und auch ohne sie gab oder gibt es die sogenannte "Weidgerechtigkeit". Es lässt sich sicher trefflich darüber streiten, ob eine gesamte Jägerschaft ihre ethischen Werte unter Kirchendächer trägt, aber schaden tut es nicht.

Es geht letztendlich um die Abkehr von einer wilden, maßlosen Jagd hin zu einer überlegten, maßvollen und damit nachhaltigen Jagd. Ob das über kirchliche Religion oder weltliche Ethik erreicht wird ist sekundär, wichtig ist dass es überhaupt maßvolles, reguliertes Handeln gibt.

Positiv an diesen Messen ist in jedem Fall ihr Unterhaltungswert.
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