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Mi, 15:43 Uhr
17.09.2014

Sergej Lochthofen liest "Grau"

Eine Lebensgeschichte aus einem untergegangenen Land - Sergej Lochthofen stellt innerhalb der Sparkassen-Kulturtage sein neues Buch vor...

Lochthofen liest in Nordhausen (Foto: privat) Lochthofen liest in Nordhausen (Foto: privat)

Der Norden Russlands: Drei Jungen kämpfen in einem schadhaften Boot mitten im eisigen Fluss um ihr Leben. Es ist die Workuta, die einer ganzen Schreckensregion den Namen gibt.

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Jahrzehnte später steht einer von ihnen auf den Domstufen in Erfurt und verkündet vor Zehntausenden Demonstranten, dass seine Zeitungsredaktion sich gerade von der allmächtigen Partei unabhängig gemacht hat. Es ist die Geburtsstunde der ersten Reformzeitung in der DDR.

Zurück liegt ein Leben als Deutscher unter Russen und als Russe unter Deutschen, geprägt von der Erfahrung, ohne Heimat aufgewachsen zu sein. In seinem Buch beschreibt Sergej Lochthofen, wie er nach Thüringen kam, auf der Straße die Sprache lernte, als einziges Kind eines Zivilisten in eine sowjetische Garnisonsschule ging, von Zuhause ausbrach, um auf der Krim Kunst zu studieren, vor der Einberufung in die Sowjetarmee zurück in die DDR floh und während der bleiernen Honecker-Zeit den stupiden Alltag in einer SED-Zeitung als Journalist erlebte.

Lochthofen gehört zur dritten Generation einer deutsch-russischen Familie, die den Stalinismus erlebt und erlitten hat – von der Oktoberrevolution über den Gulag bis zum Mauerfall. Sein Buch zeigt: Die Verschränkung von Deutschland und Russland ist mehr als ein biographischer Zufall. Wer die DDR verstehen will, muss die Sowjetunion mitdenken.

Die Lesung beginnt am letzten Septembertag um 19.00 Uhr. Karten sind in allen Filialen der Kreissparkasse Nordhausen erhältlich. Sparkassenkunden zahlen 6 Euro, alle anderen 10 Euro.

Sergej Lochthofen, Jahrgang 1953, ist Journalist. Geboren als Sohn eines deutschen Emigranten und Gulag-Häftlings und einer russischen Mutter in Workuta, siedelte er als Kind in die DDR über. Er studierte Kunst auf der Krim und Journalismus in Leipzig. Von 1990 bis Ende 2009 verantwortete er eine Thüringer Regional-Zeitung. Das Medium-Magazin wählte ihn zum Chefredakteur des Jahres (Regionales).

Fernsehzuschauer kennen ihn aus dem ARD-Presseclub oder der Phoenix-Runde. Bei Rowohlt ist auch sein Buch «Schwarzes Eis. Der Lebensroman meines Vaters» erschienen.
Autor: red

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Kommentare
Manni
17.09.2014, 17:12 Uhr
Anmerkung
Das Buch ist schon vor zwei Jahren erschienen. Also etwas Neues präsentiert die Sparkasse da nicht!
Für Sergej natürlich schön, dass er sein gelungenes Werk das zweite Mal in Nordhausen präsentieren kann. Das Buchhaus Rose hatte bereits nach dem Erscheinen eine Lesung im Audimax der Fachhochschule organisiert. Also für die, die nicht dabei waren kann ich Autor und Buch nur empfehlen - das sollten Liebhaber realistischer Literatur sich nicht entgehen lassen! Vielleicht überdenkt die Sparkasse auch noch mal den Eintrittspreis?!
Eckenblitz
17.09.2014, 20:14 Uhr
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Nörgler
18.09.2014, 06:37 Uhr
Hallo Manni
Hallo Manni, das Buch "Grau" (siehe Überschrift) ist bereits das zweite Buch von L. Das erste schilderte den Lebensweg seines Vaters, das zweite seinen selbst. Und: Kostenlos gibt es nichts. Warum auch?
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