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Mi, 14:55 Uhr
17.09.2014

Nachschärfen war unumgänglich

Befristete Verträge nicht verlängert. Probleme bei den Wahlen für einen neuen Betriebsrat. Und das alles in einem Jahr der Konsolidierung. Über mangelnde Arbeit kann sich der Geschäftsführer der Service GmbH nicht beklagen. Wir haben mit ihm gesprochen...


"Wir hatten im Bereich der Reinigungskräfte in diesem Jahr noch 18 befristete Arbeitsverträge, die in diesem Jahr auslaufen würden. Zehn dieser Verträge haben wir entfristet, wir haben also die jeweiligen Mitarbeiterinnen in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen. Acht Verträge können nicht verlängert werden. Der Blick auf die Kostenseite machte diesen Schritt unumgänglich", sagt Geschäftsführer Gunnar Reuter.

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Der Mann spricht von einem "Nachschärfen" in diesem Jahr der Konsolidierung. Dass 2014 kein einfaches Jahr werden würde, das war dem Betriebsrat, das war den Mitarbeitern, dem Gesellschafter und dem Aufsichtsrat bekannt. „Wir haben in diesem Jahr höhere Löhne gezahlt als im Jahr 2013, so Reuter. „Wir haben den Personalbestand deutlich erhöht von 70 auf 130 Mitarbeiter. Die Schulen haben wir ab September 2013 übernommen, jetzt, nach einem Jahr mussten wir bilanzieren, wie viel Personal perspektivisch in der Reinigung an den Schulen benötigt wird. Das hat uns zu diesem, auch für uns bedauerlichen Schritt gebracht. Eines unserer obersten Ziele bleibt, die Reinigung der Schulen auf einen hohen Niveau zu erledigen.“

Reuter blickt auf die strukturellen Veränderungen, die in den kommenden Monaten für den Hausmeisterbereich angedacht sind. Die Service soll sich zu einem moderner Hausmeister- und Reinigungsdienstleister entwickeln Dazu wolle man auch den antsehenden Generationenwechsel in der Belegschaft nutzen. „Dazu führen wir Gespräche mit der derzeitigen Mitarbeitervertretung“, sagt Reuter. Er favorisiert, die Struktur eher zentraler aufzubauen, ergänzt mit Schwerpunktstandorten in den Städten Nordhausen, Ellrich, Heringen und Bleicherode. „Aus dieser Strukturveränderung sollen sich auch höhere Löhne für die Hausmeistersparte ergeben."

Für die täglichen Arbeiten an den Schulen in den Orten, wie zum Beispiel das Auf- und Abschließen oder den notwendigen Sicherheitsrundgang sollen 450-Euro-Kräfte eingestellt werden. Das könnten rüstige Rentner sein, die sich etwas dazuverdienen wollen.

Das Jahr der Konsolidierung will die Service GmbH mit einem Betriebsergebnis von 20.000 Euro abschließen, im vergangenen Jahr waren es 55.000 Euro. Bei gleichen Einnahmen (siehe oben) wurde der Kostenblock Löhne und Gehälter erhöht. Auf 9.30 Euro bei den Hausmeistern und auf 7,94 Euro bei den Reinigungskräften.

Weitere Lohnerhöhungen und die Überlegungen zu den neuen Strukturen sollen mit dem Betriebsrat diskutiert werden. Eigentlich gibt es keinen (siehe nnz-Archiv). Der im Mai gewählte Betriebsrat wurde durch das Arbeitsgericht für nichtig erklärt. "Anlass war ein Wahlanfechtungsverfahren von drei Mitarbeitern unseres Unternehmens. Nun sollen Neuwahlen stattfinden, das ist auch in unserem Interesse, damit wir eine kontinuierliche Zusammenarbeit mit der Mitarbeitervertretung auf den Weg bringen können", sagt Reuter, der doch eine gewisse Depression im kommunalen Unternehmen konstatiert. „Das müssen wir jetzt überwinden und nach vorn blicken. In einer ersten Gesprächsrunde mit der Arbeitnehmervertretung wurde die Ideen zur Neustrukturierung bereits vorgestellt, hier gebe es noch weiteren Gesprächsbedarf, so Reuter.

Reuter weist entschieden von sich, dass es irgendeine Einflussnahme seitens der Geschäftsleitung gegeben habe - weder auf die Vorbereitung noch auf die Durchführung der Betriebsratswahlen. Richtig sei, dass im Verlaufe des Wahlanfechtungsverfahrens die verfahrensbeteiligte Service Gesellschaft vor dem Nordhäuser Arbeitsgericht eine Akteneinsicht beantragt hat. Auf Grund der vom Gericht zur Verfügung gestellten Akten sei dann eine umfassende Stellungnahme für das Gericht erarbeitet worden. "Das war alles".
Peter-Stefan Greiner
Autor: red

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Kommentare
Georg
17.09.2014, 19:19 Uhr
Bestes Beispiel...
für "Raubtierkapitalismus". Den Stahlbesen rausgeholt und ordentlich durchgefegt. Was sind da schon ein Paar Frauen, die jetzt ihren Arbeitsplatz verlieren. Die Arbeit dürfen die verbleibenden Beschäftigten mit übernehmen. Schnell die zu reinigenden Flächen pro Stunde verdoppelt und schon ist man auf der Gewinnerseite.
Einen "aufmüpfigen" Betriebsrat durch ein paar juristische Tricks aus dem Amt gedrängt, macht man ja als Jurist gegen unerfahrene Betriebsräte mit links.
Das alles unterstützt von Mitgliedern der Partei " Die Linke" wie Frau Keller und Herrn Mohr. Ich hoffe nur, dass sich die Beschäftigten der Servicegesellschaft solidarisch zeigen und mit einem Warnstreik dagegen protestieren, sonst sie bald die nächsten die "über die Klinge" springen!
Eckenblitz
17.09.2014, 20:29 Uhr
Wer darf bleiben
lieber georg, was glauben sie wer in arbeit bleiben darf? nach meinen erfahrungen, dürfen die bleiben, bei denen man keine probleme zu erwarten hat. solidarität darf man heute kaum noch erwarten. im gegenteil, heute sind wir so weit, dass man sich gegeseitig anschmiert, nur um die eigene stelle zu behalten.

da lässt man sich auch schon mal demütigen und hinterher lobt man seinen arbeitgeber auch noch. er hatte ja keine andere möglichkeit, er musste personal entlassen. hauptsache man behält die ausbeuterische arbeit.
Anna Lüst
18.09.2014, 08:48 Uhr
Betrug...
...ist das, was Sie in der Service GmbH inszenieren.
1."Acht Verträge können nicht verlängert werden. Der Blick auf die Kostenseite machte diesen Schritt unumgänglich"
Sehen wir uns siese 8 doch einmal an: Mehrere über 60 Jahre alt, zum Teil über 30 Jahre Erfahrung in der Reinigung. Von anderen Rienigungsfirmen mit falschen Versprechungen weggelockt. Große Investitionspläne, Anschaffung von mehreren Unimogs. Herr Reuter, schauen Sie vorher in Ihr Portemonnaie, bevor Sie Ihrem Wunschdenken freien Lauf lassen. Sie haben null Sozialkompetenz!

2."Die Schulen haben wir ab September 2013 übernommen, jetzt, nach einem Jahr mussten wir bilanzieren, wie viel Personal perspektivisch in der Reinigung an den Schulen benötigt wird."
Unsinn!
Es war Von Anfang an klar, wieviel Zeit pro Schule benötigt wird. Erstens gibt es einen Vergabeschlüssel vom Landratsamt, zweitens wissen Sie es von den Firmen, die vorher gereinigt haben.
Also eine glatte Lüge!

3. "Eines unserer obersten Ziele bleibt, die Reinigung der Schulen auf einen hohen Niveau zu erledigen."
Der Witz des Jahrhunderts.
Ignorieren Sie eigentlich die ständigen Beschwerden der Schulleiter wegen der nachlassenden Sauberkeit der Schulen? Wie sollen denn die Frauen, die durch Ihre ausbeuterischen Methoden jetzt schon am Leistungslimit sind, den Wegfall einer ganzen Stelle pro Schule kompensieren? Das geht doch nur, wenn Arbeit liegen bleibt. Hören Sie auf, sich selbst was vorzugaukeln!

4. "Für die täglichen Arbeiten an den Schulen in den Orten, wie zum Beispiel das Auf- und Abschließen oder den notwendigen Sicherheitsrundgang sollen 450-Euro-Kräfte eingestellt werden. Das könnten rüstige Rentner sein, die sich etwas dazuverdienen wollen."
Aha. Wenn es keine betriebsbedingten Kündigungen im Hausmeisterbereich geben soll, stellt sich mir eine Frage:
Wie soll sich das rechnen? Es kommt keine Arbeit dazu, auch die Bezahlung seitens des Landratsamtes bleibt gleich. Wo nehmen Sie das Geld für die "rüstigen Rentner" her? Wenn die Service jetzt schon finanziell so auf den Brustwarzen kriecht, dass Sie Geld durch Entlassungen freischaufeln!

5. Sie haben die Löhne angehoben. Das ist gut. Allerdings nicht bei den Reinigungsleuten. Glauben Sie mir: Mehr Geld ist gut, aber Geld ist nicht alles. Für Herrn Kowol wären die Männer durchs Feuer gegangen. Jetzt hat die Firma keine Seele mehr. Die Gespräche verstummen, wenn sie kommen. Sie verbreiten Angst!

6. "In einer ersten Gesprächsrunde mit der Arbeitnehmervertretung wurde die Ideen zur Neustrukturierung bereits vorgestellt, hier gebe es noch weiteren Gesprächsbedarf"
Das liest sich für mich so, als ob der Betriebsrat Ihre Pläne ablehnt. Kein Wunder, wenn man nach jeder Aktion, die von ihnen kommt, ein Fiasko vermuten muss!

7. "Auf Grund der vom Gericht zur Verfügung gestellten Akten sei dann eine umfassende Stellungnahme für das Gericht erarbeitet worden."
Herr Reuter, Sie und Ihr Anwalt haben dem Betriebsrat das Messer in den Rücken gestoßen. Das wäre den Klägern allein niemals gelungen.
Nur eins haben sie nicht erreicht: Eine Zeit ohne Betriebsrat. Schade, nicht wahr?

Jetzt zur Überschrift:
Das Landratsamt zahlt eine feste Summe für die Ausführung der Arbeiten an den Schulen. Diese Summe ist seit Jahren gleich.
Nur die Ausführung der Arbeiten nicht! Wie auch mit immer weniger Leuten, die die Arbeit machen. Sie bekommen also Geld für eine Leistung, die Sie nicht erbringen!
Und das ist Betrug!!!
Georg
18.09.2014, 17:33 Uhr
„ Nachschärfen“
Das hat früher der Henker mit dem Beil gemacht bevor er den Kopf abgeschlagen hat. So eine Äußerung zeigt schon mal einen Bild von der Mentalität des Herrn Reuter.
Wie Frau Anna Lüst bereits aufgezeigt hat geht es doch nur um knallharte Konsolidierung auf Kosten der Mitarbeiter. Es wird nicht lange dauern und die ersten Hausmeister werden auch noch durch „rüstige Rentner“ mit Billiglohn ersetzt.
Der Umgang mit dem Betriebsrat zeigt den wahren Charakter dieses Geschäftsführers. Wer nicht seine Entscheidungen akzeptiert wird durch juristische Winkelzüge kaltgestellt. Was nützt schon das Betriebsverfassungsgesetz, wenn Neugewählte, noch unerfahrene Betriebsratsmitglieder gegen erfahrene Juristen chancenlos sind und im Wahlverfahren einen kleinen Fehler gemacht haben. Dann wird schnell die große Keule geschwungen und den „ Aufmüpfigen“ gezeigt wer hier das Sagen hat. Es ist mehr als beschämend, dass sich dafür auch noch Mitarbeiter für den Klageweg bereit erklären und sich gegen die gewählten Betriebsratsmitglieder stellen.
Über eins sollte sich die Geschäftsführung im Klaren sein, mit unmotivierten und verunsicherten Mitarbeitern kann man kein erfolgreiches Unternehmen führen.
Frau Keller sollte hier schnellstens die Reißleine ziehen und wieder Ruhe und Ordnung herstellen.
Vielleicht ist sie aber schon auf dem Sprung in die Landespolitik und ihr ist das Schicksal der Beschäftigten egal.
Eine Stellungnahme aus dem Landratsamt wäre dringend nötig, aber bitte nicht von Herrn Reuter verfasst!
ewu85
19.09.2014, 15:27 Uhr
Prima Anna Lüst
Endlich kommen Tatsachen in die Öffentlichkeit. Schon Herr Greiner hatte vor Wochen über die Machenschaften im Landrarsamt berichtet. Dem könnten Schulleiter im Landkreis noch Bände hinzufügen. Das Landratsamt ist zur Lachnummer in den Thüringer Ämtern geworden. Es ist blos nicht zum lachen, da Kindereinrichtungen für Sparzwecke dienen müssen.
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