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Di, 21:16 Uhr
16.09.2014

Wer zu spät kommt...

...den bestraft das Leben. Es ist einer von diesen Sätzen, die noch sehr lange in der Geschichte nachhallen werden. Und es ist nur einer von vielen solchen Sätzen, die vor 25 Jahren gefallen sind. Heute waren sie wieder zu hören...


Anlass war die von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung organisierte Podiumsdiskussion zum Thema "25 Jahre friedliche Revolution". Die Teilnehmer waren alle selber Augenzeugen und aktiv Beteiligte an den Geschehnissen im Herbst 1989. Neben dem Theologen Ehrhart Neubert und Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh saß auch die Regisseurin und Bürgerrechtlerin Freya Klier im Podium.

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Sie eröffnete den Abend mit einem Rückblick auf das Jahr 1989. Sie berichtet, wie die Ereignisse, die erst in der friedlichen Revolution und schließlich in der Wiedervereinigung münden sollen, weiter östlich ihren Lauf nehmen, von den Veränderungen in der Sowjetunion, Polen, der Tschecheslowakei, vom "Paneuropäischen Picknick" in Ungarn und dem gestiegenen Selbstbewusstsein der Demokratiebewegungen in der DDR, dem Demokratischen Aufbruch, dem Neuen Forum, der Demokratischen Initiative und einigen mehr.

Sie erinnerte daran, das der Herbst 1989 für den Staat nicht überraschend kam, das Polizei, Kampfgruppen und Staatssicherheit vorbereitet wurden. Sie wirft Schlaglichter auf Zentren der Revolution, wie die Leipziger Friedensgebete, die "Initialzündung" der Wende, aber auch auf die Ränder, die vielen kleinen demokratischen Brandherde die in diesen Tagen in der sozialistischen DDR ausbrechen.

Das Podium v.l.: Regisseurin Freya Klier, Moderator Peter Stefan Greiner, Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh, Theologe Dr. Ehrhart Neubert (Foto: Angelo Glashagel) Das Podium v.l.: Regisseurin Freya Klier, Moderator Peter Stefan Greiner, Oberbürgermeister Dr. Klaus Zeh, Theologe Dr. Ehrhart Neubert (Foto: Angelo Glashagel)

Ehrhart Neubert suchte eingangs nicht das Detail, nicht den historischen Moment des Jahres 1989. Er wollte der großen Erzählung, der Entwicklung nachspüren, dem historischen Prozess, der letztlich zur friedlichen Revolution führen würde.

"Der Wille zur Veränderung war größer als die Angst", sagte Bürgerrechtlerin Klier, die kurz zuvor vom Regime des Landes verwiesen worden war, "für mich war das beste an der DDR ihr Ende". Sie erinnerte sich, wie sie den Mauerfall erlebte. Heute würden die Kinder das alles im Geschichtsunterricht lernen, die Daten, die Fakten. Aber die Emotionen, die Gefühle, die ihre Eltern und Großeltern damals empfunden haben, die kann man nicht in einem Lehrbuch vermitteln.

Auch und gerade deswegen, war es schade, dass die für Nordhäuser Verhältnisse gut besuchte Podiumsdiskussion erst am Abend stattfand. Kein Jugendlicher, kein Schüler, keiner der Nachgeborenen war da, um dem Erinnern der friedlichen Revolutionäre zu lauschen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Luftikus
16.09.2014, 22:33 Uhr
Wer zu spät kommt ...
der kann am 21. April 2016 den 70. Jahrestag der SED feiern. Wurden die Genossen der SPD seinerzeit noch Zwangsvereinigt mit den Kommunisten so liefen sie nun Scharenweise den LINKEN in die Arme. Welch ein Fest 2016.

Da ist es doch nicht verwunderlich, das mehr Leute zu Gysi und Co. laufen als als der Friedlichen Revolution zu gedenken. Den Menschen geht´s zu Gut in diesem Land und vor allen die Deutschen vergessen schnell.
Leser X
17.09.2014, 07:14 Uhr
Wende-Folklore
Viele der damaligen Wende-Initiatoren sind heute satt und zufrieden. Hauptsache die Gesellschaft ist tüchtig nach rechts gerutscht, ihnen selbst gehts gut und die soziale Ungerechtigkeit um sie rum interessiert sie nicht.

Andere sind Opfer der Verhältnisse geworden, die sie selbt in Gang gebracht haben.

Zwei Seiten einer Medaille. Aber jetzt steht erst mal wieder ein Jubiläum an, Grund genug, diese Zeit zu glorifizieren und Wende-Folklore zu betreiben.

Und natürlich Anlass für Leute wie Luftikus, ihren Hass auf alles Linke zu thematisieren.
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