Mi, 18:12 Uhr
10.09.2014
Gysi – Superstar
Sein Auftritt sollte der Höhepunkt im Wahlkampf der LINKE im Landkreis Nordhausen sein. Der Mann, der da aus Berlin an den Rand des Südharzes kam, hielt, was man sich von ihm erhoffte. Gregor Gysi war der Superstar...
Wann gab es einen gefüllten Theaterplatz bei einem Politspektakel das letzte Mal? Die nnz kann sich nicht erinnern. Mit Beifall wurde der Vorsitzende der LINKE-Bundestagfraktion begrüßt und schnell kam er zu Sache.
Themen waren zum Beispiel die niedrigen Löhne, die in Thüringen gezahlt würden, die Erfolge der LINKEn in Brandenburg und die Schnelligkeit des Bundestages bei der Erhöhung der Diäten – das war die Einleitung.
Danach tauchte Gysi ab in die Geschichte, zurück blickte er 100 Jahre, als der erste Weltkrieg von Deutschland ausging. Es sei beschämend, dass 100 Jahre danach so viele deutsche Waffen exportiert werden. Die Ukraine wurde nicht ausgespart. Zwar sei die Annexion der Krim völkerrechtswidrig, aber der Krieg im Kosovo sei es auch gewesen.
Vom Ausland zum Inland und zu den ehemaligen Polikliniken, die jetzt medizinische Versorgungszentren heißen. Zu den Horten, die es einst in der DDR gab. Und so sei schließlich die LINKE die Partei der deutschen Einheit. Immer wieder brandete Beifall auf. Plötzlich wieder zum Ausland, sprich Ukraine und zum Problemfall Israel/Palästina. Neben dem Staat Israel müsse es auch einen Staat für die Palästinenser geben. Bei allen Problemen, die derzeit rund um den Erdball angedockt sind, müsse zum Völkerrecht zurückgekehrt werden, sagte Gysi.
Letztlich thematisierte der Mann die Abhängigkeit dieser Bundesregierung gegenüber den USA. Da brandete starker Beifall auf. Diese Abhängigkeit sei nicht mehr ertragbar, statt Duckmäusertum müsse Respekt geschaffen werden. Das Wechseln zwischen Innen- und Außenpolitik ging munter weiter, von den Billionären zu den Schuldenbillionen. Und deshalb müsse endlich eine Millionärssteuer her. Ohne Steuergerechtigkeit gebe es keine soziale Gerechtigkeit und deshalb müsse die Umverteilung von unten nach oben gestoppt werden.
25 Minuten hatte der linke Spitzenpolitiker geredet und er war wieder zurück bei Niedriglöhnen, Leiharbeit, für ihn eine moderne Form der Sklaverei. Beim Steuerbauch, beim Aussterben der Deutschen, bei der gebührenfreien Kinderbetreuung und dem kostenlosen Mittagessen. Ich will kein Kind mehr in einer Suppenküche sehen. Und er will keine private Krankenversicherung und statt 200 nur noch drei oder vier Krankenkassen. Krankenhäuser dürfen sich nicht rechnen, sondern sollen Menschen gesund machen.
Jetzt sprach er schon 35 Minuten und kam zur Thüringen-Wahl. Passiert hier am Sonntag ein Wunder? Gibt es hier einen linken Ministerpräsidenten, dann ist das ein Wunder in diesem Land, hat etwas historisches an sich. Seit 1946 habe es in Deutschland keinen MP links von der SPD gegeben. Ein linker Ministerpräsident habe allerdings auch eine Verantwortung, mit der sensibel umgegangen werden müsse. Wenn Sie die LINKE wählen, dann stärken sie die LINKE, die SPD sozialer oder die Grünen friedenspolitischer. Mehr kann man doch für zwei Stimmen nicht bekommen. Das war der letzte Satz. Beifall brandete auf (keine Übertreibung). Er war, was man von ihm erwartete – der Superstar in diesem Wahlkampf.
Peter-Stefan Greiner
Autor: redWann gab es einen gefüllten Theaterplatz bei einem Politspektakel das letzte Mal? Die nnz kann sich nicht erinnern. Mit Beifall wurde der Vorsitzende der LINKE-Bundestagfraktion begrüßt und schnell kam er zu Sache.
Themen waren zum Beispiel die niedrigen Löhne, die in Thüringen gezahlt würden, die Erfolge der LINKEn in Brandenburg und die Schnelligkeit des Bundestages bei der Erhöhung der Diäten – das war die Einleitung.
Danach tauchte Gysi ab in die Geschichte, zurück blickte er 100 Jahre, als der erste Weltkrieg von Deutschland ausging. Es sei beschämend, dass 100 Jahre danach so viele deutsche Waffen exportiert werden. Die Ukraine wurde nicht ausgespart. Zwar sei die Annexion der Krim völkerrechtswidrig, aber der Krieg im Kosovo sei es auch gewesen.
Vom Ausland zum Inland und zu den ehemaligen Polikliniken, die jetzt medizinische Versorgungszentren heißen. Zu den Horten, die es einst in der DDR gab. Und so sei schließlich die LINKE die Partei der deutschen Einheit. Immer wieder brandete Beifall auf. Plötzlich wieder zum Ausland, sprich Ukraine und zum Problemfall Israel/Palästina. Neben dem Staat Israel müsse es auch einen Staat für die Palästinenser geben. Bei allen Problemen, die derzeit rund um den Erdball angedockt sind, müsse zum Völkerrecht zurückgekehrt werden, sagte Gysi.
Letztlich thematisierte der Mann die Abhängigkeit dieser Bundesregierung gegenüber den USA. Da brandete starker Beifall auf. Diese Abhängigkeit sei nicht mehr ertragbar, statt Duckmäusertum müsse Respekt geschaffen werden. Das Wechseln zwischen Innen- und Außenpolitik ging munter weiter, von den Billionären zu den Schuldenbillionen. Und deshalb müsse endlich eine Millionärssteuer her. Ohne Steuergerechtigkeit gebe es keine soziale Gerechtigkeit und deshalb müsse die Umverteilung von unten nach oben gestoppt werden.
25 Minuten hatte der linke Spitzenpolitiker geredet und er war wieder zurück bei Niedriglöhnen, Leiharbeit, für ihn eine moderne Form der Sklaverei. Beim Steuerbauch, beim Aussterben der Deutschen, bei der gebührenfreien Kinderbetreuung und dem kostenlosen Mittagessen. Ich will kein Kind mehr in einer Suppenküche sehen. Und er will keine private Krankenversicherung und statt 200 nur noch drei oder vier Krankenkassen. Krankenhäuser dürfen sich nicht rechnen, sondern sollen Menschen gesund machen.
Jetzt sprach er schon 35 Minuten und kam zur Thüringen-Wahl. Passiert hier am Sonntag ein Wunder? Gibt es hier einen linken Ministerpräsidenten, dann ist das ein Wunder in diesem Land, hat etwas historisches an sich. Seit 1946 habe es in Deutschland keinen MP links von der SPD gegeben. Ein linker Ministerpräsident habe allerdings auch eine Verantwortung, mit der sensibel umgegangen werden müsse. Wenn Sie die LINKE wählen, dann stärken sie die LINKE, die SPD sozialer oder die Grünen friedenspolitischer. Mehr kann man doch für zwei Stimmen nicht bekommen. Das war der letzte Satz. Beifall brandete auf (keine Übertreibung). Er war, was man von ihm erwartete – der Superstar in diesem Wahlkampf.
Peter-Stefan Greiner



