Di, 07:07 Uhr
09.09.2014
Regionales Management (4)
In den zurückliegenden beiden Folgen wurde dargestellt, dass die Regionalförderung teilweise nicht ausreichend evaluiert und ohne ganzheitliche Strategie erfolgt. Wie nehmen aber die Menschen in der Region Probleme der Regionalentwicklung wahr?
In den zurückliegenden beiden Folgen wurde dargestellt, dass die Regionalförderung teilweise nicht ausreichend evaluiert und ohne ganzheitliche Strategie erfolgt. Wie nehmen aber die Menschen in der Region Probleme der Regionalentwicklung wahr?
Es gibt natürlich durchaus einige ausgesprochen positive und wichtige Projekte und Entwicklungen, das steht außer Frage, als Beispiel seien hier die Vernetzung von HSB und Nordhäuser Straßenbahn oder das Projekt Heilklimatischer Kurort in Neustadt genannt. Die Diskussionen in der Lokalpresse, insbesondere die Leserbriefe, werden insgesamt aber sehr von der Finanznot der Kommunen geprägt (Vorhaltung von Freibädern, Sporthallen, ein ganz wichtiges Thema die Ausstattung der Feuerwehr, Freizeitangebote für Kinder...). Das beunruhigt viele Menschen. Größere regionale Projekte führen regelmäßig zu kontroversen Diskussionen. Nicht nur die großen Projekte entzweien die Menschen, auch die kleinen Meldungen, machen viele Menschen unzufrieden. Beispielhaft seien hier einige in den Medien diskutierte Punkte genannt:
-Wahrnehmung im Hinblick auf die Landespolitik (z.B. Tourismus)
Der Harz, wird, ignorierend, dass es einen Thüringer Südharz gibt, als Konkurrenz für den Tourismus des Thüringer Waldes empfunden, eine Wahrnehmung des Südharzes finde im Rest des Bundeslandes nicht statt (Zitat 24.03.14: Thüringens Tourismus-Chefin Bärbel Grönegres räumt ein: "Wir müssen noch mehr dafür tun, uns von anderen Wandergebieten Deutschlands wie dem Sauerland oder dem Harz positiv abzusetzen."). Aus diesen Wahrnehmungen heraus wurden sogar schon Phantasien über einen "Großkreis Harz" (nnz vom 31.01.14) angestellt, da der Südharz eben sinngemäß oft als "fünftes Rad am Thüringer Wagen" wahrgenommen wird.
-Wahrnehmung im Hinblick auf die Kommunalplanung
Beispiel Harztor:
Es wird eine fehlende Strategie im Wettstreit zwischen Wirtschaftsprojekten und Tourismus vermisst (nnz-online vom 24.05.2014: "Der Zug ist abgefahren".) Dies wird auch an der Kritik der Schließung der Tourismusinformation aufgrund knapper Finanzen in Ilfeld deutlich (nnz vom 28.07.14).
Beispiel Biomethananlage in Nordhausen:
Die Diskussionen über die Biomethananlage ist noch immer in vollem Gange. Einerseits handelt es sich um eine regionale "Erzeugerkette", deren Nachhaltigkeit aber insgesamt in Frage steht und zudem für die Anwohner mit Belastungen verbunden ist (nnz vom 08./09.08.14).
-Wahrnehmung im Hinblick auf bedeutsame Symbole in der Region
Aktuell die Kritik am Zustand der Burg Hohnstein, bei der der Landkreis keine ausreichenden Mittel für die Sicherung zur Verfügung hat, Berichte in der Lokalpresse).
-Wahrnehmung im Hinblick auf die Regionalplanung
Beispiel Gipsabbau:
Hier müssen sich Regionalplanung und Gemeinden immer wieder mit den Widersprüchen zwischen überwiegender Ablehnung des Gipsabbaus in der Bevölkerung, Planungszielen der Gemeinden und sich aus dem Bergrecht ableitenden Ansprüchen der Gipsindustrie auseinandersetzen. Auf der Facebookseite "Südharzer Gipskarstlandschaft- Stopp Landschaftszerstörung", die sich regen Interesses erfreut, habe ich vielfach darüber geschrieben.
Beispiel Gewerbegebiet Goldene Aue:
Der Nutzen für die in jedem Fall wünschenswerte Ansiedelung von größeren Wirtschaftsunternehmen konkurriert mit der fortschreitenden Bodenversiegelung und der Aufgabe von zahlreichen Hektar fruchtbarstem Ackerboden (nnz vom 03.04.11). Zudem konkurriert das Industriegebiet mit Ansiedlungsflächen in unmittelbarer Nachbarschaft (in Sachsen-Anhalt).
Welche Schlüsse kann man hieraus für die Zukunft ziehen? Weiter so- oder gibt es Alternativen, die einen ganzheitlichen regionalplanerischen Ansatz verfolgen? Ein andernorts bereits etabliertes Modell für nachhaltiges Regionalmanagment wird vorgestellt. Hierzu mehr im Teil 5 bis 7.
Dr. Christian Marx
Autor: redIn den zurückliegenden beiden Folgen wurde dargestellt, dass die Regionalförderung teilweise nicht ausreichend evaluiert und ohne ganzheitliche Strategie erfolgt. Wie nehmen aber die Menschen in der Region Probleme der Regionalentwicklung wahr?
Es gibt natürlich durchaus einige ausgesprochen positive und wichtige Projekte und Entwicklungen, das steht außer Frage, als Beispiel seien hier die Vernetzung von HSB und Nordhäuser Straßenbahn oder das Projekt Heilklimatischer Kurort in Neustadt genannt. Die Diskussionen in der Lokalpresse, insbesondere die Leserbriefe, werden insgesamt aber sehr von der Finanznot der Kommunen geprägt (Vorhaltung von Freibädern, Sporthallen, ein ganz wichtiges Thema die Ausstattung der Feuerwehr, Freizeitangebote für Kinder...). Das beunruhigt viele Menschen. Größere regionale Projekte führen regelmäßig zu kontroversen Diskussionen. Nicht nur die großen Projekte entzweien die Menschen, auch die kleinen Meldungen, machen viele Menschen unzufrieden. Beispielhaft seien hier einige in den Medien diskutierte Punkte genannt:
-Wahrnehmung im Hinblick auf die Landespolitik (z.B. Tourismus)
Der Harz, wird, ignorierend, dass es einen Thüringer Südharz gibt, als Konkurrenz für den Tourismus des Thüringer Waldes empfunden, eine Wahrnehmung des Südharzes finde im Rest des Bundeslandes nicht statt (Zitat 24.03.14: Thüringens Tourismus-Chefin Bärbel Grönegres räumt ein: "Wir müssen noch mehr dafür tun, uns von anderen Wandergebieten Deutschlands wie dem Sauerland oder dem Harz positiv abzusetzen."). Aus diesen Wahrnehmungen heraus wurden sogar schon Phantasien über einen "Großkreis Harz" (nnz vom 31.01.14) angestellt, da der Südharz eben sinngemäß oft als "fünftes Rad am Thüringer Wagen" wahrgenommen wird.
-Wahrnehmung im Hinblick auf die Kommunalplanung
Beispiel Harztor:
Es wird eine fehlende Strategie im Wettstreit zwischen Wirtschaftsprojekten und Tourismus vermisst (nnz-online vom 24.05.2014: "Der Zug ist abgefahren".) Dies wird auch an der Kritik der Schließung der Tourismusinformation aufgrund knapper Finanzen in Ilfeld deutlich (nnz vom 28.07.14).
Beispiel Biomethananlage in Nordhausen:
Die Diskussionen über die Biomethananlage ist noch immer in vollem Gange. Einerseits handelt es sich um eine regionale "Erzeugerkette", deren Nachhaltigkeit aber insgesamt in Frage steht und zudem für die Anwohner mit Belastungen verbunden ist (nnz vom 08./09.08.14).
-Wahrnehmung im Hinblick auf bedeutsame Symbole in der Region
Aktuell die Kritik am Zustand der Burg Hohnstein, bei der der Landkreis keine ausreichenden Mittel für die Sicherung zur Verfügung hat, Berichte in der Lokalpresse).
-Wahrnehmung im Hinblick auf die Regionalplanung
Beispiel Gipsabbau:
Hier müssen sich Regionalplanung und Gemeinden immer wieder mit den Widersprüchen zwischen überwiegender Ablehnung des Gipsabbaus in der Bevölkerung, Planungszielen der Gemeinden und sich aus dem Bergrecht ableitenden Ansprüchen der Gipsindustrie auseinandersetzen. Auf der Facebookseite "Südharzer Gipskarstlandschaft- Stopp Landschaftszerstörung", die sich regen Interesses erfreut, habe ich vielfach darüber geschrieben.
Beispiel Gewerbegebiet Goldene Aue:
Der Nutzen für die in jedem Fall wünschenswerte Ansiedelung von größeren Wirtschaftsunternehmen konkurriert mit der fortschreitenden Bodenversiegelung und der Aufgabe von zahlreichen Hektar fruchtbarstem Ackerboden (nnz vom 03.04.11). Zudem konkurriert das Industriegebiet mit Ansiedlungsflächen in unmittelbarer Nachbarschaft (in Sachsen-Anhalt).
Welche Schlüsse kann man hieraus für die Zukunft ziehen? Weiter so- oder gibt es Alternativen, die einen ganzheitlichen regionalplanerischen Ansatz verfolgen? Ein andernorts bereits etabliertes Modell für nachhaltiges Regionalmanagment wird vorgestellt. Hierzu mehr im Teil 5 bis 7.
Dr. Christian Marx

