Mo, 18:53 Uhr
08.09.2014
nnz-Forum: Waffen sind keine Lösung
Viele Bürger machen sich Sorgen um den Frieden in Europa und der Welt. Eine Vielzahl an Krisenherden bestimmt die Nachrichten des Tages: Ukraine, Irak (IS), Syrien, Israel usw. Die Sorgen der Bürger sind nicht grundlos – Papst Franziskus sprach bereits von einem 3. Weltkrieg und das dieser nicht global, sondern regional geführt wird...
Mein persönliches liberales und freiheitliches Denken sagt mir, dass jedes Land das Recht hat, in Frieden und Selbstbestimmung zu leben. Das war der Gründungsgedanke der Vereinten Nationen. Doch wie sollen gerade die aktuellsten Konflikte in der Ukraine und mit der IS im Irak gelöst werden?
Schauen wir als erstes in den Irak. Ein von den USA losgetretener Krieg (beruhend auf Unwahrheiten) hat eine Büchse der Pandora geöffnet und die islamischen Extremisten zum Vorschein gebracht. Die Gruppe des Islamischen Staat interessiert sich wenig für Menschenrechte und richtet im Irak ein Massaker an. Zwar führen die Amerikaner Bombardierungen durch, dies bremst jedoch nicht den Vormarsch der Wahnsinnigen. Nun will Deutschland Material und eventuell auch Waffen an die bedrohten Bevölkerungsgruppen liefern.
Aber ist das der Stein der Weisen? Ich sage Nein! Zum einen besteht die Gefahr, dass diese Waffen auch der IS in die Hände fallen könnten und dann gegen die gerichtet werden, denen sie eigentlich helfen sollten. Und zum zweiten frage ich mich, warum hier nicht längst im Sicherheitsrat der UN eine Resolution verabschiedet wurde. Das Vordringen der Islamisten kann nur durch eine internationale Eingreiftruppe mit UNO-Mandat gestoppt werden.
Die Weltgemeinschaft ist hier insgesamt gefordert. Ein Einsatz einzelner Staaten oder der NATO ohne Mandat wäre auch in meinen Augen völkerrechtswidrig. Wo ist die deutsche Außenpolitik, die auf Frieden und Schutz ausgerichtet sein sollte und in New York diesen Stein ins Rollen bringt?
Der zweite Krisenherd ist direkt vor unserer Haustür – die Ukraine. Doch wer ist der Schuldige an dieser Eskalation? Einfach beantworten kann man die Frage nicht, denn beide Seiten, sowohl USA/Europa als auch Russland, haben ihren Anteil. Man muss die Fakten mal ganz nüchtern betrachten: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion versprach man den Russen seitens der NATO, dass man sich nicht bis an die Grenzen Russlands ausdehnen wolle.
Darüber wurde ein Vertrag abgeschlossen, der auch die Ukraine umfasste. Doch es kam anders – viele ehemalige Länder des Warschauer Paktes bzw. der Sowjetunion wurden Mitglied der NATO, entgegen der vertraglichen Vereinbarungen. Nun sieht sich Russland als betrogener Verlierer und will der Expansion des Westens einen Dämpfer verpassen. Völkerrechtswidrig marschieren Soldaten der russischen Armee in die Ukraine und unterstützen die Separatisten im Osten des Landes. Und dies auch mit Waffenmaterial. Was macht der Westen? Einzelne Staaten überlegen, ob sie der Ukraine im Kampf gegen die Separatisten nicht auch mit Waffenlieferungen helfen sollten. Es setzt eine Spirale der Gewalt und Eskalation ein, deren Ausgang niemand kennt. Zumal noch dazu kommt, dass die USA, Großbritannien und Russland die territoriale Integrität der Ukraine garantieren, wenn die Ukraine die in ihrem Besitz befindlichen Atomwaffen abgibt – dies beinhaltet auch die Krim. Doch nun wurden die Grenzen der Ukraine verschoben. Die Folgen davon sind ebenfalls nicht absehbar. Die Grenzen in Europa könnten nun insgesamt in Frage gestellt werden und es könnten Staaten in Versuchung kommen, nun ihre territoriale Unversehrtheit durch atomare Bewaffnung zu schützen.
Das Beunruhigendste daran ist jedoch, dass einem diese Vorzeichen sehr bekannt vorkommen. Schaut man in die Geschichtsbücher, so kann man erkennen, dass im Jahr 1914 auch ähnliche Vorzeichen zu vernehmen waren. Niemand will hier sein Gesicht verlieren. Der Westen bricht Verträge mit Russland– Putin belügt und betrügt den Westen. Ein Geben und Nehmen ungesunder Natur.
Noch nie hat unser Kontinent eine so lange Periode des Friedens erleben dürfen und dies muss auch so weiter gehen. Die deutsche Außenpolitik muss sich endlich daran orientieren, was in unserem Grundgesetz geschrieben steht: Wir sind verpflichtet für ein friedvolles Miteinander der Völker zu kämpfen. Dies aber nicht mit Waffen, sondern mit Diplomatie und Gesprächen. Einen Krieg will keine der Konfliktparteien wirklich, aber ob sie ihn wirklich verhindern können, liegt allein in ihrer Hand.
Manuel Thume, ein Liberaler aus Nordhausen
Autor: redMein persönliches liberales und freiheitliches Denken sagt mir, dass jedes Land das Recht hat, in Frieden und Selbstbestimmung zu leben. Das war der Gründungsgedanke der Vereinten Nationen. Doch wie sollen gerade die aktuellsten Konflikte in der Ukraine und mit der IS im Irak gelöst werden?
Schauen wir als erstes in den Irak. Ein von den USA losgetretener Krieg (beruhend auf Unwahrheiten) hat eine Büchse der Pandora geöffnet und die islamischen Extremisten zum Vorschein gebracht. Die Gruppe des Islamischen Staat interessiert sich wenig für Menschenrechte und richtet im Irak ein Massaker an. Zwar führen die Amerikaner Bombardierungen durch, dies bremst jedoch nicht den Vormarsch der Wahnsinnigen. Nun will Deutschland Material und eventuell auch Waffen an die bedrohten Bevölkerungsgruppen liefern.
Aber ist das der Stein der Weisen? Ich sage Nein! Zum einen besteht die Gefahr, dass diese Waffen auch der IS in die Hände fallen könnten und dann gegen die gerichtet werden, denen sie eigentlich helfen sollten. Und zum zweiten frage ich mich, warum hier nicht längst im Sicherheitsrat der UN eine Resolution verabschiedet wurde. Das Vordringen der Islamisten kann nur durch eine internationale Eingreiftruppe mit UNO-Mandat gestoppt werden.
Die Weltgemeinschaft ist hier insgesamt gefordert. Ein Einsatz einzelner Staaten oder der NATO ohne Mandat wäre auch in meinen Augen völkerrechtswidrig. Wo ist die deutsche Außenpolitik, die auf Frieden und Schutz ausgerichtet sein sollte und in New York diesen Stein ins Rollen bringt?
Der zweite Krisenherd ist direkt vor unserer Haustür – die Ukraine. Doch wer ist der Schuldige an dieser Eskalation? Einfach beantworten kann man die Frage nicht, denn beide Seiten, sowohl USA/Europa als auch Russland, haben ihren Anteil. Man muss die Fakten mal ganz nüchtern betrachten: Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion versprach man den Russen seitens der NATO, dass man sich nicht bis an die Grenzen Russlands ausdehnen wolle.
Darüber wurde ein Vertrag abgeschlossen, der auch die Ukraine umfasste. Doch es kam anders – viele ehemalige Länder des Warschauer Paktes bzw. der Sowjetunion wurden Mitglied der NATO, entgegen der vertraglichen Vereinbarungen. Nun sieht sich Russland als betrogener Verlierer und will der Expansion des Westens einen Dämpfer verpassen. Völkerrechtswidrig marschieren Soldaten der russischen Armee in die Ukraine und unterstützen die Separatisten im Osten des Landes. Und dies auch mit Waffenmaterial. Was macht der Westen? Einzelne Staaten überlegen, ob sie der Ukraine im Kampf gegen die Separatisten nicht auch mit Waffenlieferungen helfen sollten. Es setzt eine Spirale der Gewalt und Eskalation ein, deren Ausgang niemand kennt. Zumal noch dazu kommt, dass die USA, Großbritannien und Russland die territoriale Integrität der Ukraine garantieren, wenn die Ukraine die in ihrem Besitz befindlichen Atomwaffen abgibt – dies beinhaltet auch die Krim. Doch nun wurden die Grenzen der Ukraine verschoben. Die Folgen davon sind ebenfalls nicht absehbar. Die Grenzen in Europa könnten nun insgesamt in Frage gestellt werden und es könnten Staaten in Versuchung kommen, nun ihre territoriale Unversehrtheit durch atomare Bewaffnung zu schützen.
Das Beunruhigendste daran ist jedoch, dass einem diese Vorzeichen sehr bekannt vorkommen. Schaut man in die Geschichtsbücher, so kann man erkennen, dass im Jahr 1914 auch ähnliche Vorzeichen zu vernehmen waren. Niemand will hier sein Gesicht verlieren. Der Westen bricht Verträge mit Russland– Putin belügt und betrügt den Westen. Ein Geben und Nehmen ungesunder Natur.
Noch nie hat unser Kontinent eine so lange Periode des Friedens erleben dürfen und dies muss auch so weiter gehen. Die deutsche Außenpolitik muss sich endlich daran orientieren, was in unserem Grundgesetz geschrieben steht: Wir sind verpflichtet für ein friedvolles Miteinander der Völker zu kämpfen. Dies aber nicht mit Waffen, sondern mit Diplomatie und Gesprächen. Einen Krieg will keine der Konfliktparteien wirklich, aber ob sie ihn wirklich verhindern können, liegt allein in ihrer Hand.
Manuel Thume, ein Liberaler aus Nordhausen
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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