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So, 16:16 Uhr
31.08.2014

Ein umfangreiches Geschenk

Anlässlich des Endes der Sonderausstellung zum Werk der Nordhäuser Künstler Phillip Oeser und Marlies Pape wurde heute bekanntgegeben, dass die Witwe Oesers der Stadt Nordhausen das Lebenswerk Marlies Papes schenken wird...

Es handelt sich dabei um gut 600 Werke, welche die Künstlerin in ihrem kurzem Leben geschaffen hat. Das überraschende Angebot kam per Brief. Dr. Renate Müller Krumbach, die zweiten Ehefrau Phillip Oesers, Alleinerbin des 2013 verstorbenen Küsntlers und ihres Zeichens Kunsthistorikerin bescheinigt Papes Werk "musealen Charakter" erreicht zu haben.

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Desweiteren überlässt sie der Stadt zwei Werke ihres Mannes: das Auqarell "Luftschutzkeller-Einstieg" von 1947, das Oeser unter Eindruck seiner Erlebnisse der letzten Kriegstage in Nordhausen schuf, sowie ein Selbstporträt in Ölfarben des damals 20jährigen. Der Rest seiner Werke wird dem Angermuseum in Erfurt, Oesers erstem Arbeitsplatz, und dem Grafikmuseum in Altenburg überlassen.

Kunstwerke aus seinem gesamten Schaffen sowie ausgewählte Werke seiner ersten Frau Marlies Müller, geborene Pape, waren bis heute in der Flohburg zu sehen. 1250 Besucher nahmen sie in Augenschein. Wer sich erneut in das von Vergänglichkeit, Verfall und Tod bestimmte Werk Oesers vertiefen und die zahlreichen Zitate aus Kunstgeschichte, Literatur und Mythen entdecken will, wird sich bis 2016 gedulden müssen, wenn das Kunsthaus Meyenburg Oeser eine Ausstellung widmen wird.

Marlies Pape - Selbstporträt 1949 (Foto: Angelo Glashagel) Marlies Pape - Selbstporträt 1949 (Foto: Angelo Glashagel) Etwas früher wird vielleicht ein Teil des Lebenswerkes seiner ersten Frau gezeigt, das Frau Dr. Müller Krumbach nun der Stadt überlassen hat.

Als Tochter des Malzfabrikanten Robert Carl Pape wurde Marlies 1930 geboren. Auf Phillip Oeser, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Helmut Müller hieß, trifft sie das erste Mal 1947 bei einem Zeichenkurs an der Nordhäuser Volkshochschule. Die Wege der beiden Künstler trennen sich danach zunächst. Oeser geht bei Martin Domke in die Lehre, der mit seinen Schülern die neuen Buntglasfenster der Blasii-Kirche schafft, Marlies wird Elevin Renate Niethammers, einer Nordhäuser Poträtistin.

Phillip Oeser - Selbstporträt, Öl, 1949 (Foto: Angelo Glashagel) Phillip Oeser - Selbstporträt, Öl, 1949 (Foto: Angelo Glashagel) 1949 bestehen beide die Aufnahmeprüfungen an der Weimarer Kunsthochschule mit bravour. Ihre Fakultät wird schon 1951 aufgelöst, die Studenten auf andere Hochschulen der DDR verteilt. Alle bis auf Marlies Pape: zwei Mal war sich durch die Prüfungen in "Marxismus-Leninismus" gefallen. Das junge Paar entschließt sich, in den Westen, nach Berlin-Charlottenburg zu gehen.

Oeser wird hier Meisterschüler, Pape widmet sich Textilarbeiten, mit denen sie einen Teil des Lebensunterhaltes bestreitet. 1954 heiratet das Künstlerpaar, doch ihr Glück ist nur von kurzer Dauer. Marlies Pape stirbt zusammen mit ihrem Kind, bei der Entbindung. Müller kehrt nach Hause zurück. 1964 nimmt er den Künstlernamen Phillip Oeser an.

Zweite Ehefrau und Witwe Phillip Oesers - Dr. Renate Müller Krumbach (Foto: Angelo Glashagel) Zweite Ehefrau und Witwe Phillip Oesers - Dr. Renate Müller Krumbach (Foto: Angelo Glashagel) Das er Marlies Proträts, Studien und Grafiken bis zu seinem Tode aufbewahrte, wusste nicht einmal seine zweite Frau. Lediglich eine von Marlies Textilarbeiten verzierte das gemeinsame Heim.

Marlies Kunst sei von "Klarheit und Realismus, von einem unmittelbaren Zugang zur Wirklichkeit" geprägt und zeige "große Begabung", sagte der Kunstkenner und Freund Phillip Oesers, Walter Martin Rehahn anlässlich der heutigen Finissage. Bis sich die breite Öffentlichkeit von dieser Einschätzung überzeugen kann, wird aber noch etwas Zeit vergehen. Zunächst finden die Kunstwerke ihre neue Heimstatt im Magazin des Kunsthauses Meyenburg.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Von um die Ecke
01.09.2014, 10:17 Uhr
Vielen Dank...
... das freut mich sehr, als Nordhäuser, finde ich das außerordentlich großzügig.

Hoffentlich bekommen die Bilder einen öffentlich zugänglichen Platz. Zum Beispiel im neuen Bürgerhaus, das ja noch etwas schlicht dekoriert ist.
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