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Di, 10:03 Uhr
24.06.2014

Schwere Brocken im Mindestlohngesetz

„Das Mindestlohngesetz bürdet den Unternehmen schwere Belastungen auf, die viele noch nicht mal ahnen“, warnt Roland Handrek, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Nordhausen (MIT)...


„Unseren Unternehmen in Nordhausen und Umgebung kann es passieren, dass sie nicht mehr flexibel mit ihren Überstundenkonten arbeiten können“, so die Warnung des Vorsitzenden der MIT Nordhausen. Auch würden sie nach dem Gesetzentwurf künftig dafür haften, wenn ihre Subunternehmer und deren Subunternehmer keinen Mindestlohn zahlen.

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„Nicht die festgelegte Lohnuntergrenze von 8,50 Euro ist das eigentliche Problem des Mindestlohngesetzes, sondern die zusätzlichen Bestimmungen, die nicht im Koalitionsvertrag verabredet wurden“, sagt Handrek und appelliert: „Die Regelungen müssen bis zur Abstimmung im Bundestag am 4. Juli korrigiert werden. Andernfalls droht im Schatten der Euphorie der Fußball-Weltmeisterschaft ein Gesetz beschlossen zu werden, das unsere mittelständischen Unternehmer in Nordthüringen massiv belastet.“

Die geplante Auftraggeberhaftung sieht vor, dass ein Unternehmer nicht nur dann zur Rechenschaft gezogen wird, wenn sein Vertragspartner den Mindestlohn nicht zahlt. Er haftet auch für jeden weiteren Subunternehmer in der Kette. „Hier wird der Unternehmer für jemanden verantwortlich gemacht, den er nicht kennt, dessen Bücher er nicht einsehen und den er auch nicht kontrollieren kann. Daraus folgt ein ungeheurer bürokratischer Aufwand und trotzdem bleibt ein unkalkulierbares Risiko“, kritisiert Handrek.

Zudem fordert die MIT Nordhausen, dass die Arbeitszeitkonten erhalten bleiben müssen. Laut Gesetzesvorlage müssen künftig alle auf einem Arbeitszeitkonto erfassten Überstunden schon nach zwölf Monaten ausgeglichen sein. „Arbeitszeitkonten sind ein wichtiges Flexibilisierungsinstrument für mittelständische Betriebe, die schnell auf Auftragseingänge und saisonale Schwankungen reagieren müssen“, sagt Handrek. „Ohne Öffnungsklauseln im Mindestlohngesetz ist dieses bedeutende Instrument in Gefahr.“

Mit Sorge blickt die MIT auch auf die vorgesehene Erfassung von Arbeitsstunden, denn die Zeiterfassung wird bei allen Unternehmen – selbst wenn sie gar nicht vom Mindestlohn betroffen sind – erhebliche Bürokratie verursachen. Besonders kleine und mittlere Unternehmen, die häufig auf Vertrauensarbeitszeit setzen, sind betroffen.

Die MIT Nordhausen hat sich mehrfach gegen einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn ausgesprochen und der Lohnfindung unter Beteiligung der Tarifpartner den Vorzug gegeben. „Wenn der politische Mindestlohn nun kommt, so muss er wenigstens für den Mittelstand praktikabel ausgestaltet werden“, sagt Handrek abschließend.
Autor: red

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Kommentare
geloescht.otto
24.06.2014, 12:24 Uhr
ja,ja und
die Erde ist wieder eine Scheibe!!!
Aus den Ländern, die einen Mindestlohn eingeführt haben, werden solche Bedenken und Unkenrufe nicht vernommen.
Nur unsere Unternehmer und deren Verbände machen da mal wieder eine unrühmlich Ausnahme. Bezahlt eure Arbeitnehmer angemessen und nicht, wie es in vielen Branchen üblich ist, mit Hungerlöhnen!!!
Georg
24.06.2014, 13:46 Uhr
Jetzt kommt das große Jammern...
...der Unternehmer, die zwar über Fachkräftemangel klagen aber ihre Mitarbeiter mit Löhnen für Hilfskräfte oder als Leiharbeiter bezahlen.

Jahrelang wurde der Wettbewerbsvorteil des Niedriglohnlandes Thüringen ausgenutzt um Mitbewerber in den westlichen Bundesländern zu unterbieten. Durch die Weitervergabe der Aufträge an Subunternehmen konnte man sich noch einmal eine dicke Scheibe vom Auftragskuchen abschneiden. Die Leidtragenden waren und sind immer noch die unterbezahlten Arbeitnehmer in Subunternehmen und Leiharbeitsfirmen während sich die Firmenbosse Fantasiegehälter zahlen und satte Gewinne einstreichen.
Retupmoc
24.06.2014, 16:19 Uhr
Taschentücher
Darf ich Ihnen ein paar Taschentücher spenden? Die armen Unternehmer werden bald alle unter der Brücke schlafen. Arbeiten Sie, Herr Handrek mal für 7,50 die Stunde und Sie können mitreden.
Carla mai
24.06.2014, 21:22 Uhr
mindestlohn!
Die armen Unternehmer!
Machen ihre Gewinne indem sie ihre Arbeitsplätze subventionieren lassen, da die Beschäftigten über das jobcenter aufstocken müssen. Wenn sie keine anständigen Löhne zahlen können, dann sollen sie ihren Betrieb aufgeben, weil er dann unrentabel ist.
Oder sie machen ihre Arbeit selber!
der Andere
26.06.2014, 00:17 Uhr
Georg hat völlig recht....
Ich kann zu dieser Wirtschafts - und Mittelstandsvereinigung nur sagen : Schauspieler !!!!
Ich habe mir vor über 10 Jahren eine Arbeit im Westteil Deutschlands gesucht und seitdem hat sich mein Lohn nahezu verdoppelt - das heißt ca. 100 Prozent Lohnzuwachs - und das ohne irgend jemanden in den Hintern zu kriechen. Ja , ist natürlich nicht die Regel. Ich habe es bereut , daß ich nicht vor 20 Jahren dort schon eine Arbeit angenommen habe. Ich kann nur jedem empfehlen : versucht euer Glück im Westteil Deuschlands oder im Ausland . Im Osten werden zwar bundesweite Preise für Waren und Dienstleistungen verlangt , aber die Löhne sind nach wie vor Dumpinglöhne und liegen deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Da wird sich auch weiterhin nicht viel ändern.
Die Autobahn sollte ja schon den Aufschwung bringen....
In Thüringen gibt es ja nicht mal die Möglichkeit , Bildungsurlaub zu machen ....
Feine Sache , sage ich da nur. Und dann rumheulen wegen Fachkräftemangel usw. .
Immer schön weiter aus dem Ausland importieren. So geht man kurzfristig Problemen aus dem Weg. Betonung liegt auf kurzfristig.
Zu den Arbeitszeitkonten sollte man mal hinterfragen , wessen Arbeitszeitkonto es ist und wer verfügungsberechtigt ist. Ich denke , das gehört dem Arbeitnehmer und nicht dem Arbeitgeber. Es gibt windige Arbeitgeber , die eine Insolvenz hinlegen und dann sind die aufgelaufenen Stunden im ungünstigen Fall weg .Und wenn ich freiwillige Mehrarbeit für meinen Arbeitgeber leiste , möchte ich als Arbeitnehmer mitbestimmen wann und wie ich die Zeit abgelte - und das nicht erst nach drei Jahren oder wenn ich es vielleicht vergessen habe. Es wird doch einfach immer wieder nur versucht , grundlegende Rechte der Arbeitnehmer so viel wie möglich einzuschränken und den Arbeitnehmer so viel wie möglich am Geschäftsrisiko zu beteiligen.
Als ich vor etwa 10 Jahren einigen westdeutschen Arbeitnehmern mal meinen alten Arbeitsvertrag einer Firma in Nordhausen vorlegte , haben die mir das erst nicht glauben wollen.
Da stand ein Stundenlohn von 6,50 € brutto auf dem Lohnzettel - Schichtzulage schon enthalten.... Bin Facharbeiter.
Noch irgendwelche Fragen Herr Handrek ?
Die Firma ist übrigens zum wiederholten Mal in Insolvenz gegangen und wurde immer wieder von Geschäftsführer zu Geschäftsführer durchgereicht.... Steuerzahler zahlt das schon.
Ich muss brechen , wenn ich das Gejammere der Wirtschaft höre.
Und wie schlecht es dem Mittelstand geht schaut man sich am besten Nähe Kiesschacht oder am Kirschweg an....
Retupmoc
26.06.2014, 08:45 Uhr
Facharbeiter
Mein Vorkommentator hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Ein Facharbeiter mit 6,50 Euro in der Stunde. Und das brutto. Ich möchte nicht wissen, was sein Chef kassiert hat. Ja - nicht jeder Unternehmer ist ein schwarzes Schaf, aber einige davon gibt es auch in Nordthüringen. Wenn Herr Handrek und seine CDU Politik für die Menschen und nicht für die Oberen Zehntausend machen würden gebe es solche Zustände nicht. Aber hier wird nur noch Politik für die Reichen gemacht. Das ist falsch.
Wolfi65
26.06.2014, 11:42 Uhr
Das ist doch eine gerechte Entlohnung
für den Tarifbereich Thueringen. Was muss man tun, um für diesen üppig gestalteten Lohn arbeiten zu dürfen?
Ich könnte wetten, in einer der reichhaltig vor Ort vertretenden privaten Arbeitsbeschaffungsbüros.
Na dann los!
Und wenns nicht reicht, gibt es doch noch die ARGE Nordhausen.
Die hilft auch noch, die Dumpinglöhne der sogenannten Arbeitgeber, durch Aufstockungsbeiträge hoffähig zu machen.
Vielleicht sollten sich einige überlegen, ob es sich noch lohnt, für solche Frechheiten malochen zu gehen.
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