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Sa, 21:42 Uhr
21.06.2014

Taxis versus Apps

Der Streit zwischen privaten Fahrdiensten und Taxiverbänden geht in eine neue Runde. Schon seit längerem versuchen sich die Taxifahrer gegen moderne Fahrdienste zu wehren, die man im Internet bestellen kann...


In Brüssel musste der Fahrservice Uber seinen Dienst schon einstellen. Anderenorts laufen die Klagen noch oder wurden abgelehnt. Uber darf in den meisten europäischen Großstädten also immer noch operieren, den Taxifahrern stinkt das gewaltig. Grund genug für die Taxler vergangenen Mittwoch zu streiken. Und zwar nicht nur hier, sondern europaweit. Wer in Berlin, Hamburg, London, Paris, Madrid und Mailand am Mittwoch Taxi fahren wollte, hatte Pech.

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Zehntausende Taxifahrer hatten aus Protest den Betrieb eingestellt und Teile der Innenstadt blockiert auch in London und Paris. Ihr größter Konkurrent ist das US-amerikanische Unternehmen Uber, das via Smartphone App Fahrzeuge inklusive Chauffeur an seine Kunden vermittelt. Soweit, so harmlos. Problem an der Sache ist, eigentlich ist es verboten sich im Stadtbereich aufzuhalten und auf Kunden zu warten. Dafür benötigt man eine Taxilizenz, die haben die Fahrer von Uber nicht. Die App wurde aber gezielt so gestaltet, dass man die Fahrzeuge in seiner Nähe angezeigt bekommt und auf Wunsch ein Fahrzeug zu sich rufen kann. Das kann man durchaus als direkten Angriff auf das Taxigewerbe sehen.

Befürworter solcher Apps argumentieren: Das sei die freie Marktwirtschaft, Konkurrenz gehöre eben dazu. Und die kann ja bekanntermaßen auch ein Geschäftsbereich beleben, vorausgesetzt alle Spielen mit denselben Karten. Und das ist laut der Taxiverbände nicht der Fall. Weiter argumentieren die Taxifahrer: Es handle sich beim Taxischein um eine ernstzunehmende und nicht zu unterschätzende Prüfung. Ohne den Taxischein könnte man nicht für die Kompetenz der Fahrer garantieren, was letztendlich zu schlechtem Service führen würde. Theoretisch nachvollziehbar, doch die Realität sieht leider anders aus.

Die Leser dieses Artikels, geben in ihren Kommentaren zu verstehen, dass Service und Ortskenntnis vieler Taxifahrer als mangelhaft zu bewerten sind.

Ein ähnlicher Fahrdienst, das Berliner Start-Up Blacklane, scheint die Sache weitaus ausgeklügelter anzugehen. Sie bieten im Prinzip dasselbe, vermitteln ihre Limousinen via App oder der offiziellen Homepage, verzichten dabei aber auf spontane Fahrten – es muss im Voraus gebucht werden. Bei Blacklane habe man von Anfang an auf Dialog anstatt Konfrontation gesetzt, so einer der beiden Gründer. Man will den Taxifahrern also nicht das Geschäft streitig machen, sondern eine Lücke schließen. Eine Lücke die ein klein wenig mehr kostet, dafür aber absolut verlässlich ist und einen Spitzen Service bietet. Angesichts der aktuellen Kompetenz vieler Taxifahrer, nur eine logische und legitime Folge der freien Marktwirtschaft.
Autor: red

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