Allein gelassen
Die Nordhäuser Berufsfeuerwehr wurde heute Nachmittag zu einem Einsatz in die "Echte Nordhäuser Marktpassage" gerufen. Eigentlich kein Problem, allerdings für einen Rollstuhlfahrer...
Es war 15.53 Uhr, da ging der Alarm in der Hohekreuzstraße, in der Zentrale der Berufsfeuerwehr ein. Wenige Minuten später waren die Kameraden vor Ort und stellten fest, dass es sich um einen Fehlalarm gehandelt hatte.
Das allerdings wusste Steffen M. nicht. Der Mann, der an den Rollsteuhl gefesselt ist, hörte den Alarm und sah, dass alle Kunden die Passage verließen. Auch die MitarbeiterInnen in den Geschäften gingen ins Freie.
Nur Herr M. wusste sich nicht zu helfen. Er blieb einsam im Obergeschoss des Gebäudes zurück. Nicht einmal der Sicherheitsdienst im Einkaufstempel kam ihm zu Hilfe, beschreibt er seine Situation. Gott sei Dank, es war vermutlich nur die Fehlauslösung der Meldetechnik. Was aber wäre gewesen, wenn es tatsächlich gebrannt hätte? Nächstenliebe oder Solidarität sieht für ihn anders aus.
Autor: red
Kommentare
ohle
18.06.2014, 19:52 Uhr
bitter...
da kann man nur hoffen das man nicht im rollstuhl landet oder man meidet solch eine einrichtung wo sich sogar der Sicherheitsdienst dem staube macht...naja ich denk mir mein teil
SuperMerkel2k9
18.06.2014, 20:33 Uhr
Traurig....
da wird mir wieder klar das die Nordhäuser Ignorant und Egoistisch sind...nicht nur das Centermanagment hat hier versagt NEIN auch die Besucher die einem Rollstuhlfahrer nicht geholfen haben. Alle die dort wahren sollten sich Schämen es ist eine echt Schande. Hoffentlich passiert niemals etwas...denn dann ist sich jeder Nordhäuser sich selbst der nächste. Echt traurig ist das und von den Gewerbetreibenden aus den Geschäften hätte ich auch mehr erwartet. Aber ist ja egal Hauptsache man rettet seinen eigenen Arsch.
wissender
18.06.2014, 20:48 Uhr
Die Ratten
verlassen das sinkende Schiff zuerst.
Eine Stellungnahme des Managments ist hier in höchstem Maße geboten und wir von vielen so denke ich erwartet.
Sollte das nicht geschehen sollten die echten Nordhäuser ihre Konsequenzen ziehen und diesen Konsumtempel meiden.
nachbar65
18.06.2014, 20:51 Uhr
Tja Hanni
So etwas darf, natürlich, eigentlich in solchem Center nicht passieren. Aber aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwierig es ist, die in solcher Einrichtung mit Publikumsverkehr Centermitarbeiter zu finden, die sich als Brandschutzhelfer engagieren. Die Mietparteien sind da leider nicht immer wirklich kooperativ ! Und übrigens muss ich auch immer wieder erleben, wie unverständig und verärgert Kunden reagieren, wenn sie wegen einer Brandschutzübung oder so kurz beim Shoppen gestört werden! Auch deshalb wird dann eben von Centerseite die Anzahl solcher Übungen auf ein Mindestmass reduziert- die Folge kann man hier sehen!
Ich verstehe auch nicht so ganz, was dieser Vorfall mit der von Ihnen zitierten Ehrlichkeit des Centerpersonals zu tun hat?
Also Hanni- mein Tipp nicht meckern und Hand aufs Herz- hätten Sie dem Herrn im Rollstuhl geholfen oder lieber ihren Allerwertesten gerettet?
Wolfi65
18.06.2014, 20:53 Uhr
Gute Arbeit
Die Securitys haben nur das gemacht, was sie gelehrt bekommen haben. Eigensicherung und dann.....
ohle
18.06.2014, 21:03 Uhr
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Marge
18.06.2014, 21:27 Uhr
Personal und Gebäude ungenügend
Peinlich ist das- und erst bei diesem Fehlalarm mit "echten Menschen" im Gebäude fallen die Mängel auf.
Alle, die auf "rollendes Material" angewiesen sind, wären in Ober- und Untergeschoß aufgeschmissen gewesen.
Im Untergeschoß funktionierte die Rolltreppe nach oben nicht mehr, Aufzüge sind natürlich im Brandfall Tabu und gingen auch nicht, die Glas-Automatikschiebetür hätte man höchstens einschmeißen können, die ging auch nicht mehr.
Auch hier bot niemand Hilfe an.
Das REWE-Personal ließ dann die unten verbliebenen Kinderwagen- und Rollatorfahrer durch eine Seitentür im Laden in die Tiefgarage. Dort wusste man auch erst mal nicht, wie man weiter kommen soll. Schlußendlich wurde die Autoausfahrt genommen, die nicht mal einen durchgehenden Fußweg aufweist und wo er ist, ist er zu schmal für Rollis etc- also saugefährlich, wenn noch Zeitgenossen versuchen, ihr Auto zu retten und da hoch brettern.
Auch ist die Autorampe für z. B. ältere Rollifahrer ganz schön steil. Nachdem man ins Gebäude zurückkehren und seine Einkäufe wieder einsammeln durfte, wurde mehrfach vom Personal erklärt, dass sie nicht gewusst hätten, was sie tun sollen....Autsch!
Jede Popelfirma muss ihre Mitarbeiter in Bandschutz u. ä. schulen, aber in der neuen Glitzermall ists nicht nötig...?
Hoffe, das war ein heilsamer Schock und man überlegt sich flugs organisatorische und bauliche Verbesserungen um für ein echtes Problem gerüstet zu sein. Bis dahin sollten nicht treppentaugliche diese bereiche vielleicht besser meiden.
Luftikus
18.06.2014, 21:28 Uhr
Rollstuhlfahrer in Marktpassage
Bevor hier alle die Mitarbeiter und anderen Kunden in den Dreck treten. Wenn der Rollstuhlfahrer "nur" im Rollstuhl saß und dazu nicht geistig behindert ist, frage ich mich warum ist er nicht auf das Parkdeck raus gefahren. Warum bleibt er seelenruhig dort sitzen. Er muß doch auch allein dort rein gekommen sein?! Oder haben sich seine Betreuer aus dem Staub gemacht. Ich denke, wenn er einen hilflosen Eindruck gemacht hätte, wären Passanten auf Ihn aufmerksam geworden. Rollstuhlfahrer sind meist gehbehindert und nicht geistig behindert.
Es klingt hart, aber ich denke manches sollte vorher völlig geklärt sein bevor man urteilt.
hab mich lieb
19.06.2014, 01:24 Uhr
Auch wir wahren dabei
Leider kann ich nur sagen, das es traurig ist. So eine große Einkaufspassage zu bauen,aber keiner macht sich Gedanken über die Sicherheit. Wir waren mit meiner lieben Schwiegermutter gerade einkaufen, sie geht an einem rolator. Als plötzlich der arlam los ging,und weder Rolltreppe und Fahrstuhl funktionierten. Selbst die mitarbeiter im rewe Markt wahren überfordert,und wollten den Notausgang nicht öffnen. Erst auf mehrmaligem draufhinweisen das sie den Notausgang öffnen sollten,gelang dieses. Nicht auszumachen was im Ernstfall hatte passieren können. Aber auch die Fluchtwege über die Parkplätze wurde uns verwehrt, weil die Schranken sich nicht öffnen ließen.
Harzer_Wolf
19.06.2014, 07:52 Uhr
Spiegelbild der Gesellschaft
Was erwarten die Kommentatoren? In dieser Gesellschaft ist man nicht nur als Rollstuhlfahrer allein gelassen, sondern auch als älterer Mensch oder Arbeitslosengeldempfänger. Vielleicht sollte man für solche Leute Favelas bauen?
Ansonsten hat hier nicht nur das Managment schuld, sondern jeder einzelne Kunde der dss gesehen hat.
Ferrarimeiki
19.06.2014, 09:33 Uhr
ohne worte luntemann
Denke sie eigentlich wenn sie was schreiben?
Fackt ist das es kein stört das jemand mit einem Rollstuhl im Gebäude ist egal wo ihm wurde nicht geholfen.
Und dann mal eine frage am rande wie hätte sich der Herr auf den Parkdeck bemerkbar machen sollen?
Herr Taft
19.06.2014, 11:40 Uhr
erst wissen, dann kommentieren !
Der Luntemann hat schon Recht. Sicher ist es schlimm, wenn jemand im Rollstuhl sitzen muss. Aber (ohne das Gebäude zu kennen) ich bin sicher, dass es barrierefrei angelegt wurde...und somit ein "Entkommen" möglich gewesen wäre - bei reiner körperlicher Behinderung. Ohne weitere Informationen kann man hier niemanden verurteilen. Vielleicht wollte er gar nicht, dass ihm geholfen wird und hat angebotene Hilfe ausgeschlagen.
Aus die Maus
19.06.2014, 12:34 Uhr
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Aus die Maus
19.06.2014, 14:11 Uhr
Gefangen
Das Gebäude ist nicht Barrierefrei, ohne Rolltreppe und ohne Fahrstuhl bei Feuerarlam
ist mann als Rollstuhlfahrer gefangen!
Selber mal anschauen!
ohle
19.06.2014, 18:48 Uhr
Richtig wyski....
und genau für solche situationen sollte sicherheitspersonal da sein...und nicht nur als rausschmeisser...wird mit sicherheit eh wieder deaktiviert..dann schreib ichs halt bei facebook
sunny99734
19.06.2014, 19:53 Uhr
Fehlinfo
Guten Tag,
Ich bin eine Mitarbeiterin der Marktpassage.
Für mich war nicht ersichtlich das der Rollstuhl Fahrer allein gelassen wurde. Er hatte einen Betreuer und das Sicherheitspersonal war auch vertreten. Also keineswegs vergessen.
Aber klar, ist es in so einer Situation schwer als Rollstuhlfahrer allein dort raus zu kommen. Da sollte man schon eine Lösung finden.
Desweiteren muss ich erwähnen das noch ein 2. Rollstuhlfahrer anwesend war und zwar allein. Wie ist er raus gekommen, wenn niemand zu Hilfe war??? Schon komisch.
Ausserdem waren sicher alle erschrocken und in einer Ausnahme Situation. Lg
Pe_rle
19.06.2014, 20:25 Uhr
Luntemann
ich würde vorschlagen ,einen Tag im Rollstuhl,einfach mal so zum probieren ,ich glaub da wird sich Ihre Sichtweite zu Rollstuhlfahrern ernorm verändern.
Retupmoc
20.06.2014, 07:54 Uhr
Beitrag der Woche
Ehrlich gesagt , @ Per_le ... das ist der klügste Beitrag der diese Woche erschienen ist. Respekt!
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Anmerk. d. Red.: Die Diskussion ist beendet.
ohle
20.06.2014, 08:32 Uhr
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