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Di, 13:49 Uhr
10.06.2014

Mindestlohn gefährdet Betriebspraktika

Der Mittelstand im Landkreis Nordhausen appelliert, freiwillige Praktika von bis zu sechs Monaten vom Mindestlohngesetz auszunehmen. Einzelheiten in Ihrer nnz...


„Wenn ein Praktikum mit bis zu 1.500 Euro brutto vergütet werden muss, werden viele Unternehmen künftig keine Praktikumsplätze mehr anbieten können“, warnt Roland Handrek, Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Kreisverband Nordhausen (MIT).

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Die Bundesarbeitsministerin plant, ab 2015 auch für freiwillige Betriebspraktika, die länger als sechs Wochen dauern, eine gesetzliche Lohnuntergrenze von 8,50 Euro einzuführen. Lediglich Schul- und Pflichtpraktika sollen vom Mindestlohn ausgenommen werden.

„Wenn auch für Praktikanten 8,50 Euro pro Stunde gelten, ist das insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen kaum finanzierbar. Viele Betriebe in Nordhausen und Umgebung zahlen gegenwärtig eine Vergütung an ihre Praktikanten, aber 1.500 Euro gehen an der Realität vorbei. Die Unternehmen würden ihr Angebot an Betriebspraktika zurückfahren“, sagt Handrek. Besonders für viele Kultur- und Kreativbetriebe wird es schwierig werden, das umfangreiche Angebot an Praktika wie bisher aufrecht zu erhalten.

Vor allem Studierende, die beispielsweise ein freiwilliges, achtwöchiges Praktikum in den Semesterferien absolvieren, wären von der Neuregelung betroffen. Sie hätten ab dem ersten Tag ihres Praktikums Anspruch, nach Mindestlohn bezahlt zu werden. 

„Sollte es bei den aktuellen Plänen der Koalition bleiben, wird die Dauer der freiwilligen Betriebseinsätze vielerorts auf maximal sechs Wochen verkürzt werden. Ein umfangreicher Einblick in den Berufsalltag, der oftmals den Einstieg in das Arbeitsleben bedeutet, ist somit nicht mehr möglich“, unterstreicht Handrek.

Der Mindestlohn für Praktikanten wird vor allem für Berufseinsteiger von Nachteil sein. „All jene, die noch nicht Klarheit darüber haben, welche konkrete Tätigkeit sie ausüben wollen, oder sich erst ein Netzwerke aufbauen müssen, sind die Verlierer dieser Regelung“, betont Handrek.

Der Mindestlohn soll noch vor der Sommerpause im Deutschen Bundestag beschlossen werden. Die Abstimmung ist für den 4. Juli geplant. 
Autor: red

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Kommentare
Retupmoc
10.06.2014, 13:56 Uhr
Betriebspraktika
Mal nen paar klitzkleine Fragen : Wenn in den Praktikas kein Wert geschaffen wird, wieso stellt ein Unternehmen dann Praktikanten ein? Oder wird doch ein Wert geschaffen? Wenn ja - wer schafft diesen Wert, wenn kein Praktikant mehr eingestellt wird? Oder betrachten die meisten Unternehmen Praktikanten als billige Arbeitskraft?

Es ist notwenig Stellen zu schaffen, die vor allem richtig vergütet und nicht befristet sind. Wer das nicht kann , hat im Markt-Kapitalismus als Unternehmen nichts zu suchen.

Und falls Sie mal was tun wollen : Leben Sie und Ihre Familie doch mal einen Monat von 8,50 die Stunde ( aber bitte pro Tag nur 8 Stunden rechnen ), die Geschäftsessen werden auch noch als geldwerter Vorteil abgezogen. Dann wissen auch Sie, wovon Sie eigentlich reden.
der Andere
10.06.2014, 17:25 Uhr
.... dann lasst sie doch in den Westen abwandern ;-)
Unser Kind wird seine Zukunft definitiv , leider , auf der Westseite Deutschlands suchen , weil im Osten nach wie vor nichts zu verdienen ist.Das die armen Unternehmer nun noch nicht mal mehr in der Lage sind , was in Ihre eigene Zukunft bzw. Zukunft und Wirtschaftlichkeit ihres Unternehmens zu investieren ist natürlich bedauerlich und gaaaanz traurig ;- )
Sollen die Unternehmen doch auf die gut ausgebildeten Fachkräfte aus dem östlichen Ausland zurückgreifen. Das passt dann schon - auch von den Kosten.Unseren östlichen Unternehmen geht es doch immer schlecht , ob wirtschaftlicher Aufschwung da ist oder nicht. Ich arbeite schon jahrelang im Westen , da stimmen der Lohn und das Umfeld , Gewerkschaft usw. Der Lohn ist automatisch gestiegen , ohne Betteln oder Schleimen beim Arbeitgeber.
Das sollten sich mal viele andere Arbeitssuchende oder auch Studenten ganz ernsthaft durch den Kopf gehen lassen und sollten sich merken: Im Osten ist überwiegend und sehr oft nur Mindestlohn angesagt und das wird noch lange so bleiben. Haben die Mittelständler mal darüber nachgedacht , wie die Studierenden Ihren Lebensunterhalt finanzieren sollen , wenn Papa und Mama auch schon nichts mehr beisteuern können , weil die ebenfalls auf der Dumpinglohnliste von mittelständigen Unternehmen stehen ? Da schließt sich der Kreis.Hauptsache hinterher wird wieder rumgejammert , daß es keinen Fachkräftenachwuchs gibt. Einfach nur bekloppt. Man muss zum Schluß auch mal fragen , wie hoch die Motivation und die Treue zum Unternehmen sein soll, wenn man als Almosenempfänger behandelt wird......
Es ist alles nur geheuchelt . Schauspieler !
hamster
10.06.2014, 17:36 Uhr
Ich bin ein Praktikant!
Machen wir uns doch nichts vor, die meisten Arbeitnehmer sind DAUER-Praktikanten. Ich schon 14 Jahre.
Boris Weißtal
10.06.2014, 22:19 Uhr
da hat der andere (leider) Recht
In Nordthüringen sind mittlerweile zahlreiche große Mittelständler und größer auf dem Markt aktiv. Die stehen nicht nur im nationalen sondern im internationalen Wettbewerb erfolgreich dar. Dennoch soll´s am Mindestlohn scheitern? Lächerlich! Die machen sich schick die Taschen voll.

Anders verhält es sich sicherlich beim Kleinbetrieb, die müssen sich lang machen, aber so muss der Verbraucher für gute Arbeit halt endlich gut zahlen. Ausser mit Ausbildungspflichtpraktika (z.B. Studium) habe ich auch gar kein Mitleid, da stimme ich computerchen mal voll zu.

Letztlich kann natürlich nur eine starke Gewerkschaft was erreichen (wie im Westen). Wenn aber nur 5% der Belegschaft organisiert ist, lacht sich die Firma aber tot. Schade nur, dass viele Arbeitnehmer ihre FDGB-Phobie auf den DGB übertragen.
krümel
11.06.2014, 08:02 Uhr
Gewerkschaften
Solange Gewerkschaften nicht für alle gleich sind, ist diese Forderung, @Boris Weißtal, unlogisch.
Warum gibt es Einzelgewerkschaften, welche nur ein bestimmtes Klientel vertreten und für diese Wenigen in egoistischer Manier ein Maximum herausholen, ohne das Solidarprinzip der Gewerkschaften zu beachten?
Ich meine z.B. die Piloten- oder Lokführergewekschaften, welchen egal ist, was mit den anderen Beschäftigten wird, welche nicht über diese Druckmittel verfügen. Egoismus pur, auf Kosten anderer.
Das zeigt sich leider, in verschiedener Art, wie ein roter Faden durch alle Gewerkschaften.
Die kleinen Arbeitnehmer müssen sich mit den Krümeln der anderen abfinden.
Retupmoc
11.06.2014, 08:50 Uhr
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