Fr, 06:43 Uhr
06.06.2014
nnz-Forum: Viel zu erzählen
Wie heißt es so schön, wer eine Reise unternimmt, der hat was zu erzählen. Vor allem wenn man mit der Bahn reist, wie unsere Leser Karin Lehmann und Peter Blei...
Am Sonntag dachten wir uns, wir könnten doch mal nach Leipzig zur Automesse fahren. Gesagt getan. Im Internet das Thüringen Ticket gekauft und los. Nach einigen guten Erfahrungen dachte man sich alles kein Problem. Wir wollten entspannt mit der Bahn reisen, kein Stress, Sitzplatz und keine Parkplatzprobleme.
Wir stiegen ein und der Spaß war vorbei. Der Zug total überfüllt, viele gereizte Leute und nichts mit entspanntem Reisen. Was blieb uns übrig als uns auf eine Treppe zu setzen. In Sangerhausen stieg ein freundlicher Reisende aus den alten Bundesländer zu, der sich gleich mit lauten Äußerungen Luft machte: "Typisch Osten".
Wie es der Zufall wollte, kam kurz danach die Schaffnerin, die er natürlich gleich belegte. Nach dem die Angestellte der Bahn die Fahrkarten kontrolliert hatte meinte sie zu den Anwesenden: "Sie fahren doch alle verbilligt, Thüringen Ticket, Rentnerrabatt, Bahncart und vieles mehr. Sie können froh sein, dass Sie mit genommen werden. Keiner bezahlt den vollen Preis, also kein Anrecht auf Sitzplatz."
Diese Äußerung verwundert uns doch sehr und einige Reisende wollten sie dann auch nicht weiter durchlassen, um ihre Kontrolle fortzuführen. Nach kurzer Diskussion standen die Leute auf und ließen die Bahnangestellte durch. Auf der Rückfahrt erzählte ein anderer Bahnangestellte, dass der betreffen Zug mit bis zu 150 - 170 % übervoll war. Statt in Kassel ein zusätzlich Wagen anzukoppeln, hat man sich entschlossen die zusätzlichen Kosten erst gar nicht aufkommen zu lassen.
Ja dann fragt man sich doch, geht Gewinn tatsächlich über alles? Bemerkenswert war doch, dass einige Studenten aufstanden, um älteren Reisenden einen Sitzplatz anzubieten. Es gab auch viele Reisende, meist Jugendliche, die ihre Koffer auf die Sitzplätze stellten und so einige blockieren, nach dem Motto Hauptsache ich - also ein reines Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Karin Lehmann, Peter Blei
Autor: redAm Sonntag dachten wir uns, wir könnten doch mal nach Leipzig zur Automesse fahren. Gesagt getan. Im Internet das Thüringen Ticket gekauft und los. Nach einigen guten Erfahrungen dachte man sich alles kein Problem. Wir wollten entspannt mit der Bahn reisen, kein Stress, Sitzplatz und keine Parkplatzprobleme.
Wir stiegen ein und der Spaß war vorbei. Der Zug total überfüllt, viele gereizte Leute und nichts mit entspanntem Reisen. Was blieb uns übrig als uns auf eine Treppe zu setzen. In Sangerhausen stieg ein freundlicher Reisende aus den alten Bundesländer zu, der sich gleich mit lauten Äußerungen Luft machte: "Typisch Osten".
Wie es der Zufall wollte, kam kurz danach die Schaffnerin, die er natürlich gleich belegte. Nach dem die Angestellte der Bahn die Fahrkarten kontrolliert hatte meinte sie zu den Anwesenden: "Sie fahren doch alle verbilligt, Thüringen Ticket, Rentnerrabatt, Bahncart und vieles mehr. Sie können froh sein, dass Sie mit genommen werden. Keiner bezahlt den vollen Preis, also kein Anrecht auf Sitzplatz."
Diese Äußerung verwundert uns doch sehr und einige Reisende wollten sie dann auch nicht weiter durchlassen, um ihre Kontrolle fortzuführen. Nach kurzer Diskussion standen die Leute auf und ließen die Bahnangestellte durch. Auf der Rückfahrt erzählte ein anderer Bahnangestellte, dass der betreffen Zug mit bis zu 150 - 170 % übervoll war. Statt in Kassel ein zusätzlich Wagen anzukoppeln, hat man sich entschlossen die zusätzlichen Kosten erst gar nicht aufkommen zu lassen.
Ja dann fragt man sich doch, geht Gewinn tatsächlich über alles? Bemerkenswert war doch, dass einige Studenten aufstanden, um älteren Reisenden einen Sitzplatz anzubieten. Es gab auch viele Reisende, meist Jugendliche, die ihre Koffer auf die Sitzplätze stellten und so einige blockieren, nach dem Motto Hauptsache ich - also ein reines Spiegelbild unserer Gesellschaft.
Karin Lehmann, Peter Blei
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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