Mo, 11:21 Uhr
21.04.2014
Schülertreffen – stirbt eine alte Tradition?
Schon im April 2012 war der Termin für das nächste Schülertreffen genannt worden: Freitag nach Ostern 2014. Es ist der 25. April. Aus einzelnen ehemaligen Klassentreffen wurde mit der Zeit eine Vereinigung aller Ehemaligen, die einst die Dorfschule in Günzerode besuchten. Traditionell alle zwei Jahre ist das so. Seit nunmehr über 16 Jahren. Kurt Frank berichtet...
Zwischen sieben und elf Jahren waren die Mädchen und Jungen auf diesem Foto alt. Heute sind es die 70- bis 80-Jährigen. In alle Winde verstreut, werden sich einige vonihnen am Freitag wiedersehen. Nachweislich acht ehemalige Schülerinnen und Schüler auf dem Bild sind leider schon verstorben.
Günzerode. Separate Klassentreffen – die einstigen Schülerinnen und Schüler sind in alle Winde verstreut - lohnten den organisatorischen Aufwand nicht mehr. Alter, Krankheit und Todesfälle ließen die Teilnehmerzahl schrumpfen. Die sich am Freitag in der Gaststätte Am Hagen einfinden und die Schule nach 1945 besuchten, haben mittlerweile fast durchweg die 70 überschritten. Andere, die vordem Lehrer Friedrich Bilzhause unterrichtete, sind entweder über 80 oder schon verstorben.
Erika Hoyer, die sich wiederum um das Organisatorische kümmerte, freut sich über zahlreiche Zusagen. Bislang über 30 an der Zahl. Margita Gelbke reist aus Groß-Zimmern bei Darmstadt an, Friedel Föllmer kommt aus Arnstadt, Arno Spieß aus Erfurt, Wilhelm Roth aus Heiligenstadt. Lehrer Gerd Stolz, der in Kraja wohnt, hat zugesagt. Er ist der letzte noch lebende Pädagoge, der in dem kleinen Ort unterrichtete.
Waren es seinerzeit noch Griffel, Schiefertafel, Trocken- und Nassschwamm für die ersten Klassen, sind es heute Kugelschreiber auf weißem Papier. Von anderen technischen Raffinessen ganz abgesehen. Dennoch verließen keine Dummen die 8-Klassen-Schule, auch sie vermittelte gutes Wissen. Ein Professor, zwei Ärzte, Lehrer, ein Journalist und andere Persönlichkeiten gingen aus ihr hervor.
Ährenlesen und Kartoffeln stoppeln oder das Sammeln von Bucheckern gehörten zu den unerlässlichen Freizeitbeschäftigungen der einstigen Schulbesucher nach dem Krieg, linderten sie doch auch die Not so mancher Umsiedler-Familien. Im Gedächtnis haften geblieben sind auch die vielen schönen Seiten: Schwimmen in der Helme, Wandertage, Bastelnachmittage vor Weihnachten mit Lehrerin Marianne Wenzel, Schulfeste auf der Lehmkuhle an gedeckten Tafeln. Das Schöne der Schulzeit überwiegt.
Erinnerungen aus ihrer Schulzeit in Günzerode werden wieder aufleben. Dazu zählt ein Fest aus dem Schuljahr 1949/50 auf der Lehmkuhle. Im Bild rechts Erika Nebelung, verheiratete Hoyer. Sie organisierte das diesjährige Schülertreffen. Es beginnt um 14 Uhr in der Gaststätte Am Hagen.
Ob man die Tradition fortsetzt und in zwei Jahren sich erneut trifft, ergibt sich am Freitag. Mit erneuten Abgängen müsse man dann wieder rechnen. Jedes mal gedenkt man derer, die zwischenzeitlich verstarben. Solange uns die Füße tragen und der Kopf noch klar ist, sind wir dabei. Sagen stets die Unentwegten. Zu ihnen gehört Erika Hoyer.
Kurt Frank
Autor: redZwischen sieben und elf Jahren waren die Mädchen und Jungen auf diesem Foto alt. Heute sind es die 70- bis 80-Jährigen. In alle Winde verstreut, werden sich einige vonihnen am Freitag wiedersehen. Nachweislich acht ehemalige Schülerinnen und Schüler auf dem Bild sind leider schon verstorben.
Günzerode. Separate Klassentreffen – die einstigen Schülerinnen und Schüler sind in alle Winde verstreut - lohnten den organisatorischen Aufwand nicht mehr. Alter, Krankheit und Todesfälle ließen die Teilnehmerzahl schrumpfen. Die sich am Freitag in der Gaststätte Am Hagen einfinden und die Schule nach 1945 besuchten, haben mittlerweile fast durchweg die 70 überschritten. Andere, die vordem Lehrer Friedrich Bilzhause unterrichtete, sind entweder über 80 oder schon verstorben.
Erika Hoyer, die sich wiederum um das Organisatorische kümmerte, freut sich über zahlreiche Zusagen. Bislang über 30 an der Zahl. Margita Gelbke reist aus Groß-Zimmern bei Darmstadt an, Friedel Föllmer kommt aus Arnstadt, Arno Spieß aus Erfurt, Wilhelm Roth aus Heiligenstadt. Lehrer Gerd Stolz, der in Kraja wohnt, hat zugesagt. Er ist der letzte noch lebende Pädagoge, der in dem kleinen Ort unterrichtete.
Waren es seinerzeit noch Griffel, Schiefertafel, Trocken- und Nassschwamm für die ersten Klassen, sind es heute Kugelschreiber auf weißem Papier. Von anderen technischen Raffinessen ganz abgesehen. Dennoch verließen keine Dummen die 8-Klassen-Schule, auch sie vermittelte gutes Wissen. Ein Professor, zwei Ärzte, Lehrer, ein Journalist und andere Persönlichkeiten gingen aus ihr hervor.
Ährenlesen und Kartoffeln stoppeln oder das Sammeln von Bucheckern gehörten zu den unerlässlichen Freizeitbeschäftigungen der einstigen Schulbesucher nach dem Krieg, linderten sie doch auch die Not so mancher Umsiedler-Familien. Im Gedächtnis haften geblieben sind auch die vielen schönen Seiten: Schwimmen in der Helme, Wandertage, Bastelnachmittage vor Weihnachten mit Lehrerin Marianne Wenzel, Schulfeste auf der Lehmkuhle an gedeckten Tafeln. Das Schöne der Schulzeit überwiegt.
Erinnerungen aus ihrer Schulzeit in Günzerode werden wieder aufleben. Dazu zählt ein Fest aus dem Schuljahr 1949/50 auf der Lehmkuhle. Im Bild rechts Erika Nebelung, verheiratete Hoyer. Sie organisierte das diesjährige Schülertreffen. Es beginnt um 14 Uhr in der Gaststätte Am Hagen.
Ob man die Tradition fortsetzt und in zwei Jahren sich erneut trifft, ergibt sich am Freitag. Mit erneuten Abgängen müsse man dann wieder rechnen. Jedes mal gedenkt man derer, die zwischenzeitlich verstarben. Solange uns die Füße tragen und der Kopf noch klar ist, sind wir dabei. Sagen stets die Unentwegten. Zu ihnen gehört Erika Hoyer.
Kurt Frank



