eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige symplr (4)
Do, 20:14 Uhr
10.04.2014

KZ des "Totalen Krieges"

Vor 69 Jahren wurde das KZ MIttelbau-Dora von den Amerikanern befreit. Im Zuge des diesjährigen Jubiläums stellte die Gedenkstätte heute einen Dokumentarfilm über das Lager vor, der neue Akzente setzt...

1991 kurz nach der friedlichen Revolution, wurde schon einmal ein Film hergestellt, der sich mit den Geschehnissen im KZ Mittelbau-Dora beschäftigte. Der Film "Alles war möglich", der damals noch auf betreiben der Stadt produziert wurde, konzentrierte seine Erzählung zum großen Teil auf die Raketenprodukiton.

Anzeige symplr (1)
Nach nunmehr 23 Jahren befand man in der Gedenkstätte, dass es Zeit sei, einen neuen Film zu produzieren. "Alles war möglich" war schon in rein historischem Sinne veraltet und nicht mehr aktuell. Vor allem durch die Öffnung diverser Archive nach dem Mauerfall wurde in den vergangenen Jahren neues Wissen zu Tage gefördert, das den Filmemachern damals noch nicht zur Verfügung stand.

Der neue Film von Loretta Walz dehnt sein thematisches Spektrum denn auch in die Breite aus und behandelt die Raketenproduktion eher am Rande. Im Fokus stehen dagegen die Häftlinge, das Lagersystem das sich über den gesamten Harz erstreckte, das Verhältnis zur Bevölkerung und die Todesmärsche.

Todesmarsch (Foto: Dora - KZ des "Totalen Krieges") Todesmarsch (Foto: Dora - KZ des "Totalen Krieges")

Besondere Gewichtung wird hierbei den Zeitzeugen gegeben. 25 Überlebende wurden interviewt und sprechen über ihre Erlebnisse in Dora. Filmemacherin Loretta Walz war das besonders wichtig, denn anders als in vielen anderen filmischen Bearbeitungen der Geschichte, die nahezu allabendlich im Fernsehen zu sehen sind, sollten die Zeitzeugen hier nicht primär als "Stichwortgeber" fungieren. "Durch die intensive Auseinandersetzung kommen die Menschen einem sehr nahe" sagte Frau Walz.

Dies gilt aber nicht allein für die Regisseurin, die anderthalb Jahre an dem Film gearbeitet hat, auch die knapp 130 Zuschauer im großen Kinosaal des Nordhäuser Cinestar waren sichtlich berührt von den lebhaften Schilderungen der ehemaligen Häftlinge.

Gedenkstättenleiter Dr. Jens Christian Wagner, der Zeitzeuge Albrecht Weinberg und Filmemacherin Loretta Walz (Foto: Angelo Glashagel) Gedenkstättenleiter Dr. Jens Christian Wagner, der Zeitzeuge Albrecht Weinberg und Filmemacherin Loretta Walz (Foto: Angelo Glashagel)

Gedenkstättenleiter Dr. Jens Christian Wagner, der Zeitzeuge Albrecht Weinberg und Filmemacherin Loretta Walz

Auch wenn man sich schon eingehender mit der Materie beschäftigt hat und meint zu Dora sei alles gesagt, alles gezeigt und gesendet worden, dem sei Dora - KZ des "Totalen Krieges" dennoch als äußerst sehenswerter Dokumentarfilm empfohlen.

Der Film wurde als " sogenannter Einführungsfilm", von Gedenkstättenleiter Dr. Jens Christian Wagner vorgestellt. Doch als solcher soll der Film eigentlich nicht verstanden werden. Statt den Film zu Beginn eines Besuches zu zeigen, wird dieser wohl eher in der pädagogischen Arbeit eingesetzt werden. Schließlich wolle man, dass die Gäste die Gedenkstätte sähen und erlebten und nicht einfach nur einen Film schauten, erläuterte der Gedenkstättenleiter.

Wer die öffentliche Vorführung verpasst hat, soll aber in Zukunft die Chance bekommen, den Film auch außerhalb einer Führung noch einmal zu sehen. Dann aber in der Gedenkstätte und nicht im großen Kinosaal.

Wann genau eine solche Vorstellung stattfinden könnte ist aber derzeit noch nicht klar, da sich die Gedenkstätte mitten in den Veranstaltungen zum Jahrestag der Befreiung befindet. Der Fokus wird dabei in diesem Jahr vor allem auf den jüdischen Häftlingen des KZs liegen.

Die zentrale Gedenkveranstaltung findet am Freitag um 11 Uhr in der Gedenkstätte statt. Um 15 Uhr wird zusammen mit der Stadt auf dem Ehrenfriedhof der Opfer gedacht werden und am Samstag wird eine weiteres Gedenken um 11 Uhr in Ellrich stattfinden.
Angelo Glashagel
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (8)