So, 12:48 Uhr
06.04.2014
Theaterjugendclub beeindruckt mit Peer Gynt
Ein beeindruckender Premierenabend im voll besetzten Stadttheater hat gestern bewiesen, dass der Theaterjugendclub des Nordhäuser Theaters sehr viel Potenzial hat und zu was für bemerkenswerten Leistungen die Jugendlichen fähig sind.
Mit Henrik Ibsens Peer Gynt, einer Art Faust I und II des hohen Nordens wagten sich die theaterbegeisterten Schüler an ein großes Werk der Weltliteratur, das es echt in sich hat. Schon der Ansatz des Teams unter Leitung und Betreuung von Bianca Sue Henne war außergewöhnlich. Die Mädchen und Jungen spielten nicht nur ihre Rollen, sondern die ersten vier der fünf Akte wurden auch von ihnen selbst inszeniert. Immer schön Akt für Akt eine anderer Gruppe, immer wieder mit einem anderen Peer Gynt. Dabei wurden die unterschiedlichsten Herangehensweise sichtbar. Von einer modernen Neuinterpretation in Text und Spiel bis zur klassischen Textform in Christian Morgensterns Übersetzung war alles vertreten. Im letzten Akt führte Bianca Sue Henne die verschiedenen Ansätze wieder zusammen.
Musikalisch unterstützt wurden die jungen Darsteller auf der Bühne vom Orchester der Kreismusikschule unter der Leitung des Musikschuldirektors Holger Niebhagen. Bravourös musizierten die Musikschüler Auszüge aus Edvard Griegs Peer Gynt Suite in teilweise neuen Instrumentierungen. Auch das Akkordeonensemble und eine Klaviersolopassage gehörten zu den vielfältigen Ausdrucksmitteln.
Ich habe hohen Respekt vor allen Beteiligten der Inszenierung. Sie zeigten ein so großes Engagement, dass es unfair wäre, einzelne Schauspieler oder Musiker hervorzuheben. Die lange Probezeit, die viel Freizeit der ohnehin gestressten Schüler beanspruchte, hat sich letztendlich hundertprozentig ausgezahlt. Da wird knapp drei Stunden lang gesungen und getanzt, gelacht und gespielt, rezitiert und geschrien. Junge Theatermacher setzten sich auseinander mit einem Mammutwerk und erreichten die Aufmerksamkeit eines wachsamen, begeisterten Publikums.
Mit viel Applaus wurden die jungen Helden im Theater belohnt und sicherlich auch mit der bleibenden Erinnerung an diese gewaltige Produktion, die von den Profis am Theater eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde. Übrigens auch nach Ideen der Jugendlichen.
Ers ist wirklich toll, dass es diesen Theaterjugendclub gibt, dass er so phantastische Projekte angeht und dass so viele Jugendliche mit so viel Herzblut bei der Sache sind. Sicherlich werden viele der jungen Musiker und Darsteller des Peer Gynt in absehbarer Zeit ihre Heimatstadt verlassen, um eine Ausbildung oder ein Studium aufzunehmen. Eine Leistung wie die am gestrigen Abend sollte ihnen dafür Selbstvertrauen und Zuversicht geben, was im Leben alles erreicht werden kann. Doch vorher läuft das Werk noch dreimal Im Theater und ist absolut zu empfehlen.
Olaf Schulze
Autor: nnzMit Henrik Ibsens Peer Gynt, einer Art Faust I und II des hohen Nordens wagten sich die theaterbegeisterten Schüler an ein großes Werk der Weltliteratur, das es echt in sich hat. Schon der Ansatz des Teams unter Leitung und Betreuung von Bianca Sue Henne war außergewöhnlich. Die Mädchen und Jungen spielten nicht nur ihre Rollen, sondern die ersten vier der fünf Akte wurden auch von ihnen selbst inszeniert. Immer schön Akt für Akt eine anderer Gruppe, immer wieder mit einem anderen Peer Gynt. Dabei wurden die unterschiedlichsten Herangehensweise sichtbar. Von einer modernen Neuinterpretation in Text und Spiel bis zur klassischen Textform in Christian Morgensterns Übersetzung war alles vertreten. Im letzten Akt führte Bianca Sue Henne die verschiedenen Ansätze wieder zusammen.
Musikalisch unterstützt wurden die jungen Darsteller auf der Bühne vom Orchester der Kreismusikschule unter der Leitung des Musikschuldirektors Holger Niebhagen. Bravourös musizierten die Musikschüler Auszüge aus Edvard Griegs Peer Gynt Suite in teilweise neuen Instrumentierungen. Auch das Akkordeonensemble und eine Klaviersolopassage gehörten zu den vielfältigen Ausdrucksmitteln.
Ich habe hohen Respekt vor allen Beteiligten der Inszenierung. Sie zeigten ein so großes Engagement, dass es unfair wäre, einzelne Schauspieler oder Musiker hervorzuheben. Die lange Probezeit, die viel Freizeit der ohnehin gestressten Schüler beanspruchte, hat sich letztendlich hundertprozentig ausgezahlt. Da wird knapp drei Stunden lang gesungen und getanzt, gelacht und gespielt, rezitiert und geschrien. Junge Theatermacher setzten sich auseinander mit einem Mammutwerk und erreichten die Aufmerksamkeit eines wachsamen, begeisterten Publikums.
Mit viel Applaus wurden die jungen Helden im Theater belohnt und sicherlich auch mit der bleibenden Erinnerung an diese gewaltige Produktion, die von den Profis am Theater eindrucksvoll in Szene gesetzt wurde. Übrigens auch nach Ideen der Jugendlichen.
Ers ist wirklich toll, dass es diesen Theaterjugendclub gibt, dass er so phantastische Projekte angeht und dass so viele Jugendliche mit so viel Herzblut bei der Sache sind. Sicherlich werden viele der jungen Musiker und Darsteller des Peer Gynt in absehbarer Zeit ihre Heimatstadt verlassen, um eine Ausbildung oder ein Studium aufzunehmen. Eine Leistung wie die am gestrigen Abend sollte ihnen dafür Selbstvertrauen und Zuversicht geben, was im Leben alles erreicht werden kann. Doch vorher läuft das Werk noch dreimal Im Theater und ist absolut zu empfehlen.
Olaf Schulze




