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Mo, 13:06 Uhr
06.01.2014

„Eldorado“ und „Kurzes Feldchen“

Heute beginnt die nnz mit einer kleinen Serie „Heimatgeschichte“ mit Bezug zur Gegenwart. Vielen Nordhäusern wird die Gaststätte „Eldorado“ noch in guter Erinnerung sein. Ehemals führte an ihr die Harzbahn vorbei. Kurt Frank hat aufgeschrieben, was einst der bekannte Heimatforscher Fritz Schmalz herausfand...

Das Eldorado - damals (Foto: Archiv Kurt Frank) Das Eldorado - damals (Foto: Archiv Kurt Frank)
Die Postkarte aus dem Jahre 1903 belegt anschaulich, dass die Gleise der Harzbahn einst an der ehemaligen Gaststätte „Eldorado“ vorbeiführten. Die damals noch junge Linde ließ die Stadt im Vorjahr fällen.

Nordhausen. 1897, schrieb Fritz Schmalz, war das Geburtsjahr der Harzbahn. Sie nahm ihren Betrieb auf. Die Gleise, die unmittelbar in die Stadt führten, befanden sich jahrzehntelang allerdings nicht dort, wo sie heute verlaufen. Das belegt eine alte Postkarte aus dem Jahre 1903.

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Bis 1934, ist in den Aufzeichnungen des Heimatforschers zu lesen, führte die Strecke, vom Schurzfell kommend, genau auf der Stadtgrenze den Zuckerweg entlang Richtung Gaststätte „Eldorado“ und überquerte vor den ersten Häusern Salzas die heutige Bochumer Straße. Die Gleise blieben von hier aus unmittelbar entlang dem Fahrweg. Damals gab es noch keine befestigte Straße nach Salza.

Wohl aus Mitleid mit den Fußgängern, waren doch die meisten Salzaer in der Stadt beschäftigt, ließ die Obrigkeit zwischen der Zorgebrücke und Salza einen gepflasterten Fußweg quer durch das Feld bis zum „Eldorado“ bauen. Das war das Kurze Feldchen. Die weit vor den Toren der Stadt gelegene Gaststätte dürfte vor 1870 erbaut worden sein. Besonders für Einheimische war sie ein ersehnter, glücklicher Aufenthalt. Vor einem Besuch oder nach dem Essen im Wirtshaus bot sich ein Spaziergang im nahen Stadtpark an.

Der Blick aus heutiger Sicht (Foto: Kurt Frank) Der Blick aus heutiger Sicht (Foto: Kurt Frank)
Aus heutiger Sicht fotografiert erinnert nichts mehr an Vergangenes. Mit dem Bau des neuen Wohnviertels verschwand auch die Gaststätte. Der Baumstumpf der gefällten Linde, das ehemalige Wahrzeichen, ist noch zu sehen.

Als 1973 in diesem Gebiet die Bauleute anrückten, um ein neues Wohnviertel entstehen zu lassen, verschwanden die Gaststätte „Eldorado“ und das Kurze Feldchen. Bis vor einem Jahr kündete noch eine alte Linde vom ehemaligen Gaststätten-Standort. Angeblich aus Altersgründen ließ sie die Stadt fällen. Wäre es nicht aus historischen Gründen angebracht, wieder eine neue Linde zu pflanzen?

Eine Baumpflanz-Konzeption werde erarbeitet, teilte auf Anfrage Kerstin Windisch, stellvertretende Sachgebietsleiterin Umwelt und Grünordnung der Stadtverwaltung, mit. Stadtförster Axel Axt ergänzt: Ich sehe mir den Standort an.
Kurt Frank
Autor: red

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Kommentare
Dorakind
06.01.2014, 19:13 Uhr
kurzes Feldchen
ja.ja das kurze Feldchen..es war für uns Salzaer der kurze Weg in die Stadt,zur Straßenbahnendhaltestelle Altentor,zum Hallenbad und und..Kann mich noch in den 50ern an Tabakfelder im Kurzen Feldchen erinnern.Ach ja,da gab es ja auch noch eine Verkaufseinrichtung -Holzbude mit Getränken und Zigaretten vor der Zorgebrücke Gerhard Hauptmannstraße und und..wo ist die Zeit nur geblieben...
Iffland
06.01.2014, 19:33 Uhr
Heimatgeschichte ist eine wichtige Serie
Heimatgeschichte wird in den Schulen immer wieder vermittelt, leider viel zu wenig! Auch Erwachsene sollten sich mit ihrer Heimatgeschichte auseinander setzen.

Zum Eldorado kann ich noch ergänzen, das die Bewohner des 1. Hauses in der Hauptstr. die Schranke (Balken) über die Straße zogen, wenn der Zug kam. Das erste Haus musste jedoch einem Umspannhäuschen weichen.

Da die Kleinbahn am Eldorado eine leichte Kurve fuhr, bestand die Gefahr der Entgleisung bei unangepasster Geschwindigkeit, was dann auch um 1905 geschah, wie Grete Paquin in ihren Jugenderinnerungen schrieb.
Dorakind
06.01.2014, 20:34 Uhr
ergänzg.zu Kurzes Feldchen
Der Getränkestand vor der Zorgebrücke wie auch im oberen Altentor,unterhalb der Domstraße wurde damals von der Fa.Bellinghausen betrieben-beides massive Holzbuden.
andreas66
08.01.2014, 18:04 Uhr
Gute Idee...
mit der Neupflanzung. Aber hier ist die Stadt in der Pflicht. Jedem Bürger der Stadt wird eine Ausgleichspflanzung auferlegt wenn er nach Genehmigung einen Baum auf seinem Grundstück fällen darf. Da wird ein bestimmter Stammdurchmesser vorgeschrieben, der richtig ins Geld geht.
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