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Fr, 18:53 Uhr
06.12.2013

Nordhäuser SPD stellt sich Stürmen der Zeit

Obwohl der Orkan "Xaver" am Donnerstagabend bereits über dem Südharz tobte, trafen sich SPD-Mitglieder aus der Rolandstadt in der "Brandenburg", um im Rahmen einer Mitgliederversammlung u.a. über den vor wenigen Tagen ausgehandelten Koalitionsvertrag mit der CDU/CSU zu debattieren. Das versprach einen spannenden Abend...

Neues Mitglied (Foto: Hans-Georg Backhaus) Neues Mitglied (Foto: Hans-Georg Backhaus) Und der wurde es auch. Immerhin trotzten 34 Genossinnen und Genossen dem "Xaver"-Sturm und waren der Einladung des neu gewählten Vorstandes des SPD- Ortsvereins Nordhausen gefolgt. Bevor es aber lebhaft bis stürmisch zuging, konnte die neue OV-Vorsitzende Barbara Rinke sich einer angenehmen Aufgabe widmen: Sie begrüßte Johannes Linkelmann als neues Mitglied und überreichte dem Schüler der 12. Klasse aus dem Herder-Gymnasium das Mitgliedsbuch der SPD.

Mitgliederversammlung (Foto: Hans-Georg Backhaus) Mitgliederversammlung (Foto: Hans-Georg Backhaus)

Mit Blick auf die anstehenden Wahlen im kommenden Jahr sieht der neue Vorstand mit der Bildung von Arbeitsgruppen die Chance, möglichst viele Mitglieder aktiver als bisher in die Parteiarbeit einzubinden. Die an diesem Abend ins Leben gerufenen Arbeitsgruppen beiinhalten die Themenfelder "Erarbeitung Wahlprogramm 2014" (verantwortlich Barbara Rinke und Hans-Georg Müller), "Bildung, Soziales, Kultur und Sport" (verantwortlich Bettina Ahlers) und "Wirtschaft, Arbeit, Energie und Finanzen" (verantwortlich Gerd Bosse). Die ausgelegten Listen füllten sich rasch mit Namen, sodass aus Sicht des Vorstandes schon in Kürze eine engagierte und fachspezifische Basisarbeit beginnen kann.

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Dann aber wurde es spannend: Denn es ging nun um den zwischen CDU/CSU und SPD ausgehandelten Koalitionsvertrag und das vom Parteikonvent anberaumte Mitgliedervotum – ein bislang einzigartiger Vorgang in der deutschen Parteiengeschichte. Im Vorfeld der Zusammenkunft hatten sich mehrere Mitglieder bestimmter Schwerpunkte aus dem Koalitionspapier angenommen, diese in kompakter Form vorgestellt und persönliche Wertungen abgegeben. Von zum Teil lebhafter Zustimmung, über zurückhaltendes Nicken bis zu schroffer Ablehnung war alles zu vernehmen. Das hing jeweils davon ab, inwieweit die SPD sich beim jeweiligen Sachthema gegenüber dem (möglichen) Koalitionspartner durchzusetzten vermochte oder wo sie auf der Strecke blieb.

Lob gab es jedenfalls für die SPD-Verhandlungskommission, die in dem Bewußsein die Gespräche führte, dass man mit nur rund 25 Prozent der Wählerstimmen kein reines SPD-Wahlprogramm in einem solchen Vertrag wiederfinden konnte. In der Diskussion fielen zu mehreren Textpassagen kritische Bewertungen wie "zu schwammig" oder "dehnbar" und viel zu oft enthalte der Vertrag lediglich "Absichterklärungen".

Mehrheitlich aber äußerten die Nordhäuser Genossen ihre Zustimmung. Nur vereinzelt wurde der Ruf laut, die SPD solle lieber in die Opposition gehen und notfalls auch Neuwahlen in Kauf nehmen. Die Koalitionsbefürworter aber waren klar in der Mehrheit und warnten, bei einem negativen Mitgliedervotum würde das das Ende der SPD bedeuten.

Ortsvereinsvorsitzende Barbara Rinke brachte es schließlich auf den Punkt: "Es ist besser, in der Politik aktiv mitzuwirken, als trotzig in der Ecke zu stehen." Der Vorstand verzichtetet ganz bewusst auf eine Empfehlung hinsichtlich des Mitgliedervotums. So nahm die übergroße Mehrheit der Nordhäuser Genossen an diesem Abend die Hoffnung mit, in einer Großen Koalition auch eine große Chance zu sehen, endlich wieder mehr SPD zu wagen.
Hans-Georg Backhaus
Autor: red

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Kommentare
Schnell
06.12.2013, 19:22 Uhr
Arbeitsgruppen: Datenlöschung (Rinke), Leasingraten Dienstwagen (Rinke)
... zwei weitere Vorschläge für Arbeitsgruppen für Frau Rinke:

1.Wie lösche ich (lasse ich löschen) dienstliche Daten

2. wie erkläre ich doppelt so hohe Dienstwagen-Leasingraten als üblich?

3. wie baue ich kostengünstig eine Bibliothek?

für Herrn Jendricke:

1. Wie übe ich Pressezensur aus?

2. wie hinterlasse ich einen 40-Millionen-Euro schuldenberg

3. Wie verhalte ich mich als Bürgermeister sozial angemessen?
:-)
Georg
06.12.2013, 19:28 Uhr
SPD= Umfallerpartei
Nur um an die Macht zu kommen verkauft die SPD noch ihre letzten verbliebenen Ideale. Mutti Merkel wird sie schön am Nasenring vorführen und ohnehin alles durchsetzen was sie für richtig hält. Gemeinsam mit der Linkspartei und den Grünen hätte man viel zu Gunsten der "kleinen Leute" ändern können. Einfach nur traurig das ganze.
Roland82
06.12.2013, 22:16 Uhr
Andere Sorgen
@Schnell hat Recht! Die SPD sollte zunächst den eigenen Dreckstall säubern, bevor sie irgendwelche Arbeitsgruppen bildet! Wie war das mit dem Dienstwagen von "Königin Barbara" und dem sehr komischen Vertrag um die Himmelgartenbibliothek, den wohl nie ein Stadtrat gesehen hat! In beiden Fällen könnte durchaus ein Staatsanwalt tätig werden!!! Frau Rinke sollte beten, dass sie nicht von ihrer Vergangenheit eingeholt wird!!!
Zukunft
07.12.2013, 08:45 Uhr
Macht
Es geht immer nur um Macht. Vorgegaukelt wird alles Mögliche.Die Posten in Berlin sind schon verteilt. Gibt es die große Koalition, wird die SPD als Verliererin hervorgehen und bei der nächsten Bundestagswahl weitere Stimmen verlieren. Vor Unterzeichnung des Koalitionsvertrages waren Lobbyisten aller Couleur unterwegs und haben ihren "Stempel" im Koalitionsvertrag hinterlassen. Nach vier Jahren wird abgerechnet, mal sehen was uns die Zeit bringt.......
Schnell
07.12.2013, 09:54 Uhr
Der Rechtsstaat?
welchen Rechtsstaat meinen Sie Roland? Der, indem ein Bürgermeister aus Angst ungestraft Meldungen aus dem Rathaus verbieten kann, obwohl hinterher festgestellt wird, dass sie objektive Tatsachen wieder gegeben haben. Oder jener, in dem umfangreiche Datenlöschungen nicht verfolgt werden?

Da erinnere ich gern an die Kassiererin un den Pfand-Bon. Aber wie ist es: Die kleinen hängt man, die goßen lässt man laufen. Oder man ist in der richtigen Partei.

P.S.: Warum zeigt keiner die Datenlöschungen an? Gegen unbekannt.
Retupmoc
07.12.2013, 10:16 Uhr
Rechtsstaat?
Wenn ein paar Hansel im Land einen Koalitionsvertrag bestätigen - oder auch nicht - kann das nicht die Stimme des Volkes sein. Die da oben lügen, betrügen und spielen den Sklavenhalter des Stimmviehs. Rechtsstaat? Setzen Sie aber ganz schnell ein UN davor.
gotfried weise
07.12.2013, 12:44 Uhr
toll
einfach toll. Frau Becker sagte noch auf dem Bundesparteitag, dass die Nordhäuser SPD dem Koalitionsvertrag wohl nicht zustimmen wird, die Meinung eben mal geändert. Wenn man diesen Koalitionsvertrag liest wird man bemerken, dass es auch ein paar Punkte gibt die von der SPD stammen könnten. Aber lassen wir das, es wird interessant werden, wie viel Profil diese SPD in der Regierungsverantwortung zeigen wird. Die FDP (damals 15 %) hatte auch im Koalitionsvertrag einiges angeblich festgezurrt. Sie hat bis auf weniges durchsetzen können. Das Tages Geschäft die Eurorettung und Griechenlands Bankenhilfe sorgten für eine ständige Neubeschäftigung des Bundestages, dabei hatte man offensichtlich das Tagesgeschäft einfach mal eben so vergessen. Oder kann mir einer mal sagen, was in der Koalition von CDU,CSU und FDP tatsächlich für mich als kleinen Bürger besser geworden ist, mal abgesehen von dem (SPD organisierten) 10 Euro Arztpraxiseintrittsgeld, was abgeschafft wurde, sicherlich ist es nicht viel, trotzdem bekam die FDP allein die Quittung. (Gut mit Phillip konnte man auch keinen Blumentopf gewinnen.)
Was glaubt die SPD, wie sie punkten wird bei uns als Wahlvolk, wenn sie nur um der Macht willen hinter Frau Merkel herläuft, denn mitregieren wird diese SPD genauso wenig und genau so viel, wie das die FDP machen durfte. Die Quittung bekommt sie dann in vier Jahren, die Linken sind jetzt schon, nur 23 Jahre nach der friedlichen Revolution (Wende), drittstärkste Partei im Bundestag. Hätte mir das einer 1990 vorausgesagt, ich mich an den Kopf getippt.
Es bleibt spannend nur die Kabarettisten bekommen immer weniger Arbeit, weil die Politiker ihnen diesen Job streitig machen.
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