Di, 06:50 Uhr
03.12.2013
Der zweite Band ist fertig
Rechtzeitig vor dem Weihnachtsfest legt der Nordhäuser Autor Bodo Schwarzberg den zweiten Band seiner Buchreihe Menschenbilder aus der Harz- und Kyffhäuserregion vor. Knapp 180 Gespräche mit Menschen aus den Landkreisen Nordhausen und Harz führte er seit dem Frühjahr 2012 wiederum mit dem Ziel, deren Lebensgeschichten zu dokumentieren...
Dabei sind die jeweiligen Biografien nur das Gerüst, an dem er weitere Fragen installiert: Das Entscheidende für mich ist das ‚Warum‘, wenn es um bestimmte Lebensentscheidungen meiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner geht, und zwar vor allem deswegen, weil diese Frage oft mit einer bestimmten gesellschaftlichen Situation verknüpft ist. Das bloße Abfragen biografischer Daten und deren Veröffentlichung hätte weder mein Gegenüber noch mich selbst befriedigt, sagt er.
Dadurch erhält auch sein mittlerweile achtes Buch mit derartigen Geschichten wieder ein hohes Maß an Plastizität und Lebendigkeit, die durch hunderte, zum Teil einzigartige Abbildungen und Dokumente noch unterstrichen wird. Jeder von mir interviewte Mensch ist Teil unserer Geschichte und er trägt ein kleines Stück zu ihrer Entwicklung bei, bekräftigt er. Unsere Nachfahren sollen sich im wahrsten Wortsinne ein Bild von den heute lebenden Generationen, ihren Lebensinhalten, Wünschen und Rückblicken machen können, lautet eines seiner wichtigsten Anliegen.
Eingeleitet wird der neue Band mit zwei bekannten Harzer Persönlichkeiten, die trotz ihres Alters von mehr als 80 Jahren noch immer ein unglaubliches Maß an Aktivität und Engagement zeigen: der Nordhäuser Künstlerin Erika Schirmer, "Mutter" des bekannten Liedes von der Kleinen weißen Friedenstaube und Benno Schmidt alias Brocken-Benno, dem nimmermüden Rekordbesteiger des höchsten Harzgipfels. Ich habe die beiden ganz bewusst ausgewählt, weil sie, jeder auf seinem Gebiet zeigen, dass es möglich ist, gesund, mit Lebensfreude, Kreativität und vielen Sozialkontakten alt zu werden, so Schwarzberg.
In den folgenden, ebenso reich bebilderten Menschenbildern kommen unter anderem mehrere Mitglieder der aktuellen und der früheren Nordhäuser Rolandgruppe zu Wort, einige von ihnen durchaus mit kritischen Tönen. Auch das besonders leistungsfähige Palliativnetzwerk in Nordthüringen, Vertreter des Hospizes Haus Geborgenheit in Neustadt sowie zahlreiche Unternehmer aus unserer Region werden vorgestellt.
Der Nordhäuser Sport findet eine ebenso umfassende Würdigung: Mehrere zum Teil seit vielen Jahrzehnten aktive Trainerinnen und Trainer kommen zu Wort. Ein wesentliches Anliegen des Buches ist es wieder, mit der gern von unseren Politikern verbreiteten Mär aufzuräumen, in der DDR habe es nur Stagnation, politisch bedingte Lethargie, Verfolgung und Erfolglosigkeit gegeben. Unter anderem auf den Gebieten Breitensport und naturwissenschaftlicher Bildung jedenfalls versagt unser heutiges System fundamental. Ein wenig mehr Selbstkritik und weniger Selbstgefälligkeit täte unserer heutigen Gesellschaft ebenso gut wie sie einst dem real existierenden Sozialismus, so der Autor.
Schwarzberg nahm meist auf der Grundlage von Empfehlungen Kontakt zu den von ihm interviewten Menschen auf: Das ist ein wesentlicher Grund für die Vielfalt seiner Interviewpartner. Eine wesentliche Bereicherung erfährt der neue, diesmal in dunkelblau gehaltene Menschenbilderband durch Scherenschnitte von Erika Schirmer, die Nordhäuser und Harzer Motive zeigen.
Mit 916 Buchseiten hat Schwarzberg übrigens sein Ziel erreicht, diesmal unter 1.000 Seiten zu bleiben. Da er sein Buch jedoch diesmal wieder ohne Sponsor finanzieren musste, ist die Auflage etwas kleiner als beim ersten Nordhäuser Band ausgefallen. Nicht allzu viele Bände würden es überhaupt bis in die Regale des Buchhandels schaffen. Im Buchhaus Rose ist es derzeit erhältlich.
Seit 1998 sprach Bodo Schwarzberg mit rund 1.600 Menschen aus Halle, dem Saalekreis und dem Großraum Nordhausen. Ob er noch ein weiteres und damit neuntes Buch auf der bewährten Basis schreiben wird, hat er noch nicht entschieden.
Autor: redDabei sind die jeweiligen Biografien nur das Gerüst, an dem er weitere Fragen installiert: Das Entscheidende für mich ist das ‚Warum‘, wenn es um bestimmte Lebensentscheidungen meiner Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner geht, und zwar vor allem deswegen, weil diese Frage oft mit einer bestimmten gesellschaftlichen Situation verknüpft ist. Das bloße Abfragen biografischer Daten und deren Veröffentlichung hätte weder mein Gegenüber noch mich selbst befriedigt, sagt er.
Dadurch erhält auch sein mittlerweile achtes Buch mit derartigen Geschichten wieder ein hohes Maß an Plastizität und Lebendigkeit, die durch hunderte, zum Teil einzigartige Abbildungen und Dokumente noch unterstrichen wird. Jeder von mir interviewte Mensch ist Teil unserer Geschichte und er trägt ein kleines Stück zu ihrer Entwicklung bei, bekräftigt er. Unsere Nachfahren sollen sich im wahrsten Wortsinne ein Bild von den heute lebenden Generationen, ihren Lebensinhalten, Wünschen und Rückblicken machen können, lautet eines seiner wichtigsten Anliegen.
Eingeleitet wird der neue Band mit zwei bekannten Harzer Persönlichkeiten, die trotz ihres Alters von mehr als 80 Jahren noch immer ein unglaubliches Maß an Aktivität und Engagement zeigen: der Nordhäuser Künstlerin Erika Schirmer, "Mutter" des bekannten Liedes von der Kleinen weißen Friedenstaube und Benno Schmidt alias Brocken-Benno, dem nimmermüden Rekordbesteiger des höchsten Harzgipfels. Ich habe die beiden ganz bewusst ausgewählt, weil sie, jeder auf seinem Gebiet zeigen, dass es möglich ist, gesund, mit Lebensfreude, Kreativität und vielen Sozialkontakten alt zu werden, so Schwarzberg.
In den folgenden, ebenso reich bebilderten Menschenbildern kommen unter anderem mehrere Mitglieder der aktuellen und der früheren Nordhäuser Rolandgruppe zu Wort, einige von ihnen durchaus mit kritischen Tönen. Auch das besonders leistungsfähige Palliativnetzwerk in Nordthüringen, Vertreter des Hospizes Haus Geborgenheit in Neustadt sowie zahlreiche Unternehmer aus unserer Region werden vorgestellt.
Der Nordhäuser Sport findet eine ebenso umfassende Würdigung: Mehrere zum Teil seit vielen Jahrzehnten aktive Trainerinnen und Trainer kommen zu Wort. Ein wesentliches Anliegen des Buches ist es wieder, mit der gern von unseren Politikern verbreiteten Mär aufzuräumen, in der DDR habe es nur Stagnation, politisch bedingte Lethargie, Verfolgung und Erfolglosigkeit gegeben. Unter anderem auf den Gebieten Breitensport und naturwissenschaftlicher Bildung jedenfalls versagt unser heutiges System fundamental. Ein wenig mehr Selbstkritik und weniger Selbstgefälligkeit täte unserer heutigen Gesellschaft ebenso gut wie sie einst dem real existierenden Sozialismus, so der Autor.
Schwarzberg nahm meist auf der Grundlage von Empfehlungen Kontakt zu den von ihm interviewten Menschen auf: Das ist ein wesentlicher Grund für die Vielfalt seiner Interviewpartner. Eine wesentliche Bereicherung erfährt der neue, diesmal in dunkelblau gehaltene Menschenbilderband durch Scherenschnitte von Erika Schirmer, die Nordhäuser und Harzer Motive zeigen.
Mit 916 Buchseiten hat Schwarzberg übrigens sein Ziel erreicht, diesmal unter 1.000 Seiten zu bleiben. Da er sein Buch jedoch diesmal wieder ohne Sponsor finanzieren musste, ist die Auflage etwas kleiner als beim ersten Nordhäuser Band ausgefallen. Nicht allzu viele Bände würden es überhaupt bis in die Regale des Buchhandels schaffen. Im Buchhaus Rose ist es derzeit erhältlich.
Seit 1998 sprach Bodo Schwarzberg mit rund 1.600 Menschen aus Halle, dem Saalekreis und dem Großraum Nordhausen. Ob er noch ein weiteres und damit neuntes Buch auf der bewährten Basis schreiben wird, hat er noch nicht entschieden.



