Fr, 10:04 Uhr
07.05.2004
Vorsicht! Zecken im Landratsamt
Nordhausen (nnz). Nein, nein – nicht was Sie jetzt vielleicht denken. Hier geht es nicht um einen Begriff aus der autonomen Szene, sondern um die richtigen Zecken. Die können für Menschen äußerst gefährlich sein. Eine Ausstellung informiert jetzt, wie man sich vor den Biestern schützen kann.
Das Gesundheitsamt Nordhausen präsentiert im Foyer des Landratsamtes Nordhausen bis Ende Mai zum Thema Zecken eine Ausstellung mit vielen Informationen über zeckenübertragene Erkrankungen, allgemeine Schutzmöglichkeiten, die Möglichkeit der FSME-Schutzimpfung, FSME-Risikogebiete und anderes Wissenswertes über Zecken.
Die Zecke selbst ist dem Menschen nicht gefährlich. Doch sie kann Krankheitserreger übertragen, mit denen sie unter Umständen infiziert ist. Zwei von Zecken übertragene Erkrankungen haben in Deutschland besondere Bedeutung: Die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die bakterielle Borreliose. Eine Borreliose beginnt häufig mit einer ringförmigen Hautrötung um die Einstichstelle oder an anderen Körperstellen. Später können Lähmungen oder arthritische Beschwerden folgen. Vor allem im frühen Stadium ist die Borreliose jedoch gut mit Antibiotika behandelbar.
Ganz anders die FSME: Oftmals verläuft sie stumm oder es kommt nur zu einer Art Sommergrippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Ein Teil der Infizierten aber erkrankt an Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung. Diese Entzündungen können schwere bleibende Schäden verursachen oder im Extremfall auch tödlich enden. Das Beunruhigende daran: die FSME ist ursächlich nicht behandelbar. Aber es gibt eine vorbeugende Impfung! Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen erforderlich. Eine Auffrischung sollte jeweils nach 3 Jahren erfolgen.
Zecken kommen weltweit vor und übertragen auch überall die Borreliose. Das FSME-Virus enthalten sie dagegen nur in Europa und Teilen Asiens. Die FSME-Impfung wird vor allem Leuten empfohlen, die sich in Gebieten, in denen Zecken mit dem FSME-Virus infiziert sind, in der freien Natur aufhalten. Ein Irrglaube ist die Ansicht, nur bestimmte Berufsgruppen wie Jäger oder Förster seien durch FSME gefährdet.
Rund 90 Prozent aller FSME-Infektionen ereignen sich heutzutage in der Freizeit, 12 Prozent davon im eigenen Garten. Zecken lassen sich nicht von Bäumen auf ihre Opfer herabfallen, wie immer behauptet wird, sondern werden von Büschen und Gräsern abgestreift. Bevorzugte Aufenthaltsorte der Zecken sind nasses Laub, hohes Gras, Gestrüpp und das Unterholz.
Zur leichteren Erkennung der Zecken bei Wanderungen, beim Beeren suchen usw. empfiehlt sich helle Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt. Die Anwendung von Reppellents bietet nur einen zeitlich begrenzten Schutz. Nach naturnahen Aufenthalt in zeckengefährdeten Gebieten wird ein sorgfältiges Absuchen des Körpers nach Zecken empfohlen.
Besonders gefährdet sind in Deutschland Naturliebhaber in Bayern und Baden-Würthemberg. Aber auch Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen weisen Risikogebiete auf. In Thüringen sind derzeit der Saale-Holzland-Kreis, der Saale-Orla-Kreis und der Landkreis Hildburghausen zum FSME - Risikogebiet erklärt. Darüber hinaus kommt das FSME-Virus in zahlreichen anderen europäischen Ländern wie beispielsweise in Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien, Teilen Finnlands, Südschweden und den baltischen Staaten vor. Nicht nur wer eine Urlaubsreise in die Tropen plant, sollte also an Reiseimpfungen denken!
Was aber tun, wenn man von einer Zecke gestochen wurde? Die Zecke sollte umgehend, möglichst mit einer Zeckenpinzette entfernt werden. Ein Quetschen sollte vermieden werden, da dann vermehrt die Krankheitserreger in die Wunde befördert werden. Gleiches gilt für andere Geheimtipps zur Zeckenentfernung: Öltropfen, Abbrennen der Zecke und dergleichen schadet mehr als dass es nützt!
Autor: nnz
Das Gesundheitsamt Nordhausen präsentiert im Foyer des Landratsamtes Nordhausen bis Ende Mai zum Thema Zecken eine Ausstellung mit vielen Informationen über zeckenübertragene Erkrankungen, allgemeine Schutzmöglichkeiten, die Möglichkeit der FSME-Schutzimpfung, FSME-Risikogebiete und anderes Wissenswertes über Zecken.Die Zecke selbst ist dem Menschen nicht gefährlich. Doch sie kann Krankheitserreger übertragen, mit denen sie unter Umständen infiziert ist. Zwei von Zecken übertragene Erkrankungen haben in Deutschland besondere Bedeutung: Die virale Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und die bakterielle Borreliose. Eine Borreliose beginnt häufig mit einer ringförmigen Hautrötung um die Einstichstelle oder an anderen Körperstellen. Später können Lähmungen oder arthritische Beschwerden folgen. Vor allem im frühen Stadium ist die Borreliose jedoch gut mit Antibiotika behandelbar.
Ganz anders die FSME: Oftmals verläuft sie stumm oder es kommt nur zu einer Art Sommergrippe mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Ein Teil der Infizierten aber erkrankt an Hirnhaut-, Gehirn- oder Rückenmarksentzündung. Diese Entzündungen können schwere bleibende Schäden verursachen oder im Extremfall auch tödlich enden. Das Beunruhigende daran: die FSME ist ursächlich nicht behandelbar. Aber es gibt eine vorbeugende Impfung! Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen erforderlich. Eine Auffrischung sollte jeweils nach 3 Jahren erfolgen.
Zecken kommen weltweit vor und übertragen auch überall die Borreliose. Das FSME-Virus enthalten sie dagegen nur in Europa und Teilen Asiens. Die FSME-Impfung wird vor allem Leuten empfohlen, die sich in Gebieten, in denen Zecken mit dem FSME-Virus infiziert sind, in der freien Natur aufhalten. Ein Irrglaube ist die Ansicht, nur bestimmte Berufsgruppen wie Jäger oder Förster seien durch FSME gefährdet.
Rund 90 Prozent aller FSME-Infektionen ereignen sich heutzutage in der Freizeit, 12 Prozent davon im eigenen Garten. Zecken lassen sich nicht von Bäumen auf ihre Opfer herabfallen, wie immer behauptet wird, sondern werden von Büschen und Gräsern abgestreift. Bevorzugte Aufenthaltsorte der Zecken sind nasses Laub, hohes Gras, Gestrüpp und das Unterholz.
Zur leichteren Erkennung der Zecken bei Wanderungen, beim Beeren suchen usw. empfiehlt sich helle Kleidung, die möglichst viel Körperoberfläche bedeckt. Die Anwendung von Reppellents bietet nur einen zeitlich begrenzten Schutz. Nach naturnahen Aufenthalt in zeckengefährdeten Gebieten wird ein sorgfältiges Absuchen des Körpers nach Zecken empfohlen.
Besonders gefährdet sind in Deutschland Naturliebhaber in Bayern und Baden-Würthemberg. Aber auch Rheinland-Pfalz, Hessen und Thüringen weisen Risikogebiete auf. In Thüringen sind derzeit der Saale-Holzland-Kreis, der Saale-Orla-Kreis und der Landkreis Hildburghausen zum FSME - Risikogebiet erklärt. Darüber hinaus kommt das FSME-Virus in zahlreichen anderen europäischen Ländern wie beispielsweise in Österreich, Ungarn, Polen, Tschechien, Teilen Finnlands, Südschweden und den baltischen Staaten vor. Nicht nur wer eine Urlaubsreise in die Tropen plant, sollte also an Reiseimpfungen denken!
Was aber tun, wenn man von einer Zecke gestochen wurde? Die Zecke sollte umgehend, möglichst mit einer Zeckenpinzette entfernt werden. Ein Quetschen sollte vermieden werden, da dann vermehrt die Krankheitserreger in die Wunde befördert werden. Gleiches gilt für andere Geheimtipps zur Zeckenentfernung: Öltropfen, Abbrennen der Zecke und dergleichen schadet mehr als dass es nützt!

