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Di, 19:00 Uhr
04.05.2004

Bildungsreise

Nordhausen (nnz). Die großen und die kleinen Forscher wollte Christoph Matschie als Staatssekretär des Bundesbildungsministeriums besuchen. Wen er getroffen hat, weiß die nnz, die mit ihm unterwegs war.

 Otto Brandt, Christoph Matschie (Foto: nnz) Otto Brandt, Christoph Matschie (Foto: nnz)

Das Institut für Maschinen, Antriebe und elektronische Gerätetechnik (IMG) ist ein Begriff, spätestens seit dem letzten Wochenende. Da wurde nämlich die neueste Erfindung einem breiten Publikum vorgestellt, der Combino Duo. Die Straßenbahn, die ohne Oberleitung fahren kann, hat Elektronik und Steuertechnik dieser industrienahen Forschungseinrichtung im Bauch.

Christoph Matschie (SPD) ließ sich von Otto Brandt, dem IMG Chef, erläutern wie das Unternehmen entstand und welche die Hauptaufgabenfelder sind. Auch er interessierte sich für den Combino Duo. Ingenieur Sven Gebhardt stillte seinen Wissensdrang mit einer Präsentation. Der Betriebsrundgang fiel wegen des Zeitdrucks nur kurz aus, hinterließ aber einen bleibenden Eindruck. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke und Manfred Breitrück, die ihn begleiteten, konnten auch einmal einen Blick hinter die Kulissen werfen. Probegefahren sind sie ja schon.

„Wirtschaftswachstum entsteht nur aus Innovation“ sagte Matschie beeindruckt, „nicht durch verlängerte Werkbänke von westdeutschen Unternehmen.“ Besonders wichtig sei auch die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und Betrieben. Rund 100 Unternehmen aus Nordthüringen und dem Harz nutzen das Wissen vom IMG, so Otto Brandt. EATON und Feuer Powertrain gehören dazu. Eine Kooperation mit verschiedenen Fachhochschulen aus der Region findet ebenfalls statt. Zehn Lehrlinge werden ausgebildet, denn das zur IGENO gehörende Forschungsinstitut ist sich seiner Verantwortung für die junge Generation durchaus bewusst.

Christoph Matschie (Foto: nnz) Christoph Matschie (Foto: nnz) Die ganz Jungen bekamen danach Besuch vom Parlamentarischen Staatssekretär. Der wollte gern die Grundschule „Albert Kuntz“ in Salza kennenlernen. Von außen gehört sie eher nicht zu den Schmuckstücken, aber innen spielt sich einiges ab. Schulleiterin Monika Flagmeyer organisiert gemeinsam mit 31 Kollegen viele interessante Unterrichts- und Nachmittagsprogramme für die Kinder. Es gibt außerhalb des Hortes die Möglichkeit Sportgruppen zu besuchen, Schach zu spielen oder zu kochen, außerdem sind die Jugendkunst- und die Musikschule zu Gast.

Geld dafür zu bekommen ist natürlich ein Problem. Christoph Matschie findet deshalb den Vorschlag gut, die Eigenheimzulage zu kürzen und das eingesparte Geld in die Bildung zu investieren. Davon hätten dann schließlich alle etwas. Die deutsche Wirtschaft könne nur innovativ sein, wenn es ein großes Potential gut ausgebildeter Menschen gäbe, sagte er. Bedauerlich findet er die Tatsache, dass jeder zehnte Jugendliche ohne Abschluß von der Schule geht.

In der Grundschule hätten die Kinder meistens noch Lernmotivation, sagt Monika Flagmeyer. Auch die Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten, welche die Kleinen noch vor der Schule prägen, wäre sehr gut. Weniger gut findet sie, dass der Beruf des Lehrers immer schlechter angesehen wird. Wenn Eltern keine positive Meinung vom Lernen hätten, dann fiele es auch den Schülern schwerer. Die Erziehungsberechtigten sollten sich lieber mit einbringen und die Arbeit des Lehrers kennenlernen. Mit ihren Lehrerinnen und Lehrern ist die Schulleiterin sehr zufrieden. Trotz nicht immer so guter Bedingungen leisten sie viel für die derzeit 235 Schüler. Vom längeren gemeinsamen Lernen wäre nicht nur Christoph Matschie begeistert. Den Grundschülern machte der Besuch aus Berlin ebenfalls Spaß, die Erstklässler zeigten Bilder und erzählten von einer bevorstehenden Klassenfahrt.

Zum Schluß fuhr Matschie in die Förderschule „Heinrich Pestlozzi“. Er wollte sich davon überzeugen, dass auch die Kinder gute Lernbedingungen haben, die nicht so leistungsfähig sind.
Überall kam der SPD-Mann ins Gespräch, mit den großen Forschern von IMG und den Kindern, die in einigen Jahren innovativ sein und unsere Wirtschaft vorantreiben wollen.
Autor: wf

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