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So, 10:01 Uhr
25.04.2004

Emmaus

Nordhausen (nnz). Katrin Landgraf, nnz-Expertin in Sachen klassischer Musik war in diesen Tagen in Baden Württemberg unterwegs. Dort lauschte sie einem ganz besonderen Konzert...


Emmaus. Ein Titel, der nicht sofort darauf schließen läßt, dass es sich bei diesem Oratorium um ein Gesamtkunstwerk aus verschiedenen musikalischen Stilrichtungen handelt. Jazz meets Klassik und Rock meets Klezmer. Ein Werk, das so ergreifend ist, dass das Publikum noch lange nach dem Abgang des Orchesters, der Band, dem Chor und der Solisten mit standing Ovation weiter applaudiert in der Ettlinger Liebfrauenkirche und eigentlich mehr als nur 2 Zugaben will.

Die Handlung basiert auf dem Lukas Evangelium 24, 17-35. Zwei Jünger Jesu lassen die Kreuzigung Revue passieren und erinnern sich mit Stolz an die Zeit mit Jesus, bis dieser sich, erst unerkannt, zu ihnen gesellt und sie somit begreifen, dass die Auferstehung kein Gerücht war. Untermalt wird die Handlung von einer Musik, die eine große Bandbreite umfaßt. Von traurigen Saxophonweisen und verzerrten E-Gitarren Solos, die der gequälte Seele Jesus’ Ausdruck gaben, über gastfreundliche Klezmermusik, spottende Vibraphone und romantischer Klangwelt bis hin zu den sehr guten und ausdrucksstarken Gesangsolos und Chorphrasen, die Dank dem über 100 Mann starken Chor zu einem Erlebnis mit gewaltigem Ausmaß wurden.

Betrachtet man sich andere Werke des Komponisten Thomas Gabriel, der an dem Abend der Aufführung beiwohnte, so erkennt man recht schnell, dass dieses Oratorium bei weitem nicht das einzige ist, welches Elemente anderer Zielrichtungen übernimmt, so schrieb er unter anderem auch das Rockoratorium „Daniel“, zusammen mit dem Texter Eugen Eckert (auch Emmaus gehört zu seinen textlichen Werken). Beide Musiker sind weit über die Deutschen und Europäischen Grenzen hinaus bekannt.

Über ihr Oratorium sagten sie: „Emmaus ist eine Geschichte durch den Tod zum Leben. Im Brotbrechen den Auferstandenen erkennen zu können, im Brotteilen auf der Spur des Auferstandenen weitergehen zu können, ist Verheißung und bleibt Auftrag der Christenheit, über alle konfessionellen Grenzen hinweg. Emmaus ist eine alltägliche Brot-Erinnerung daran, wie Gott uns Menschen an Leib und Seele speist. Und somit ein Oratorium, das Wege sucht, „das Heilige mit dem weltlichen zu verbinden. Textliche Parallelen zur Gegenwart sind dabei nicht ungewollt.“ Das Konzert wird am folgenden Tag Sonntag, den 25.4.04 in der Buchener St. Oswald Kirche wiederholt.
Katrin Landgraf
Autor: nnz

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