Fr, 23:05 Uhr
23.04.2004
Schicksalsjahr 2010
Nordhausen (nnz). Für Politiker ist das Jahr 2010 von großer Bedeutung. Nicht nur die Bundespolitik schaut in die Zukunft, auch die Lokalpolitiker durften sich heute abend im Rahmen der Jugenddiskussion im Klubhaus zu ihren Vorhaben bis dahin äußern.
"Schnauze-jetzt reden wir." lautete der Name der Diskussion mit lokalen Politikern, die in diesem Jahr zur Wahl kandidieren. Alle fünf Vertreter der Parteien durften drei ihrer Visionen äußern, die sie bis zum Jahr 2010 in die Tat umsetzen wollen. Alle 100 Tage soll das Erreichte überprüft werden. Damit das jeder Bürger tun kann, stehen die Ideen unserer Volksvertreter auch in der nnz, und zwar nach Alphabet geordnet.
Gisela Hartmann von Bündnis 90/ Die Grünen möchte sich stark machen für Ganztagsschulen. Außerdem ist sie für die Schaffung von Jugendzentren, wo es kulturelle und persönlichkeitsbildende Angebote gibt.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Egon Primas will sich dafür einsetzen, daß die Zahl von derzeit 8.000 Arbeitslosen im Kreis sinkt. Alles andere ergebe sich durch steigende Steuereinnahmen durch mehr Arbeit von selbst, argumentierte er. Deshalb nannte er nur ein Ziel.
Franka Hitzing als Vertreterin der FDP wünscht sich ein Familienwahlrecht, wo die Eltern für ihre Kinder ebenfalls eine Stimme abgeben können. Da sie selbst Lehrerin ist, möchte sie, daß Schulen mehr Freiheiten bei der Auswahl des Personals bekommen. Auch Eltern und Schüler sollten ihrer Meinung nach selbst aussuchen können, in welche Schule Kinder gehen wollen. Deshalb ist sie für die Abschaffung der Einzugsbereiche.
Klaus Hummitzsch (PDS), der als Bürgermeister vom Werther schon viel für die Jugend getan hat, will auch 2010 noch alle vier Jugendklubs betreiben können. Gerne hätte er einen hauptamtlichen Jugendpfleger in seiner Gemeinde. Bei der nächsten Kreistagswahl sollten seiner Meinung nach mehr junge Leute kandidieren, möglichst die Hälfte aller sollte unter 30 Jahre alt sein.
Winfried Theuerkauf ist ehrenamtlicher Beigeordneter der Kreisverwaltung und war für die SPD dabei. Er ist für die Sanierung von Schulgebäuden, möchte gemeinsames Lernen von allen Schülern bis einschließlich Klasse 8 erreichen und will sich für eine bessere Vorschulbildung einsetzen.
Nachdem sich die Politiker den rund 50 Jugendlichen kurz vorgestellt hatten, durften sie die vorher beim Kreisjugendring eingereichten Fragen beantworten. Hier ging es vor allem um Abwanderung in die alten Bundesländer, Rechtsextremismus und den Widerspruch von Familie und flexibler Arbeit.
Die jungen Leute argumentierten zum größten Teil sehr sachlich, deshalb verlief die Diskussion auch "friedlich". Viele Fragen behandelten jedoch die Stadt betreffende Themen, wo kein Vertreter da war. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) wollte eigentlich eine halbe Stunde dabei sein, fand dann wohl doch keine Zeit. Im Vorfeld der Eröffnung der LAndesgartenschau vielleicht verständlich. Landrat Joachim Claus (CDU) hatte im Vorfeld schon abgesagt, aber der Landkreis war sonst kompetent vertreten.
Die Jugendlichen wünschten sich besonders den Erhalt von Jugendklubs. Einige ehemalige Nutzer der Krimderöder Einrichtung machten ihrem Unmut über die Schließung des beliebten Treffs Luft.
Fragen nach Lehrstellen und der Sonderwirtschaftszone Ost gingen vor allem an Egon Primas. Die Aussagen über ein Billiglohnland in den neuen Bundesländern solle man nicht ernst nehmen. Auch die CDU sei nicht dafür, da derartiges gar nicht funktionieren könne. Er berichtete außerdem, daß im vergangenen Jahr nur 350 jungen Thüringern keine Ausbildung angeboten werden konnte, deswegen brächte eine Zwangsabgabe nichts.
Ebenso heiß diskutiert wurde das Thema Familie. Die Vertreter der Parteien sind durchweg selbst Eltern oder sogar schon Großeltern, und dadurch große Befürworter von Kindern. Sicher hänge vieles von den wirtschaftlichen Sicherheiten ab. Kinder dürften kein Armutsrisiko darstellen, meinte Winfried Theuerkauf. Deswegen müsse in der Bundespolitik mehr für Familien getan werden. Thüringen selbst tue schon eine Menge und zahle ein halbes Jahr länger Erziehungsgeld, bemerkte Egon Primas. Einig waren sich die gewählten Volksvertreter darin, daß Kinder und Familie mehr gefördert werden müssen, damit die Deutschen nicht eines Tages aussterben.
Wer nach der zweistündigen Diskussion noch Lust hatte ein wenig privat mit den Politikern zu reden, konnte im Cafe des Jugendklubhaus das Gespräch suchen. Nach dem langen Sitzen wurde außerdem eine Disko angeboten.
Autor: wf
"Schnauze-jetzt reden wir." lautete der Name der Diskussion mit lokalen Politikern, die in diesem Jahr zur Wahl kandidieren. Alle fünf Vertreter der Parteien durften drei ihrer Visionen äußern, die sie bis zum Jahr 2010 in die Tat umsetzen wollen. Alle 100 Tage soll das Erreichte überprüft werden. Damit das jeder Bürger tun kann, stehen die Ideen unserer Volksvertreter auch in der nnz, und zwar nach Alphabet geordnet.
Gisela Hartmann von Bündnis 90/ Die Grünen möchte sich stark machen für Ganztagsschulen. Außerdem ist sie für die Schaffung von Jugendzentren, wo es kulturelle und persönlichkeitsbildende Angebote gibt.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Egon Primas will sich dafür einsetzen, daß die Zahl von derzeit 8.000 Arbeitslosen im Kreis sinkt. Alles andere ergebe sich durch steigende Steuereinnahmen durch mehr Arbeit von selbst, argumentierte er. Deshalb nannte er nur ein Ziel.
Franka Hitzing als Vertreterin der FDP wünscht sich ein Familienwahlrecht, wo die Eltern für ihre Kinder ebenfalls eine Stimme abgeben können. Da sie selbst Lehrerin ist, möchte sie, daß Schulen mehr Freiheiten bei der Auswahl des Personals bekommen. Auch Eltern und Schüler sollten ihrer Meinung nach selbst aussuchen können, in welche Schule Kinder gehen wollen. Deshalb ist sie für die Abschaffung der Einzugsbereiche.
Klaus Hummitzsch (PDS), der als Bürgermeister vom Werther schon viel für die Jugend getan hat, will auch 2010 noch alle vier Jugendklubs betreiben können. Gerne hätte er einen hauptamtlichen Jugendpfleger in seiner Gemeinde. Bei der nächsten Kreistagswahl sollten seiner Meinung nach mehr junge Leute kandidieren, möglichst die Hälfte aller sollte unter 30 Jahre alt sein.
Winfried Theuerkauf ist ehrenamtlicher Beigeordneter der Kreisverwaltung und war für die SPD dabei. Er ist für die Sanierung von Schulgebäuden, möchte gemeinsames Lernen von allen Schülern bis einschließlich Klasse 8 erreichen und will sich für eine bessere Vorschulbildung einsetzen.
Nachdem sich die Politiker den rund 50 Jugendlichen kurz vorgestellt hatten, durften sie die vorher beim Kreisjugendring eingereichten Fragen beantworten. Hier ging es vor allem um Abwanderung in die alten Bundesländer, Rechtsextremismus und den Widerspruch von Familie und flexibler Arbeit.
Die jungen Leute argumentierten zum größten Teil sehr sachlich, deshalb verlief die Diskussion auch "friedlich". Viele Fragen behandelten jedoch die Stadt betreffende Themen, wo kein Vertreter da war. Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) wollte eigentlich eine halbe Stunde dabei sein, fand dann wohl doch keine Zeit. Im Vorfeld der Eröffnung der LAndesgartenschau vielleicht verständlich. Landrat Joachim Claus (CDU) hatte im Vorfeld schon abgesagt, aber der Landkreis war sonst kompetent vertreten.
Die Jugendlichen wünschten sich besonders den Erhalt von Jugendklubs. Einige ehemalige Nutzer der Krimderöder Einrichtung machten ihrem Unmut über die Schließung des beliebten Treffs Luft.
Fragen nach Lehrstellen und der Sonderwirtschaftszone Ost gingen vor allem an Egon Primas. Die Aussagen über ein Billiglohnland in den neuen Bundesländern solle man nicht ernst nehmen. Auch die CDU sei nicht dafür, da derartiges gar nicht funktionieren könne. Er berichtete außerdem, daß im vergangenen Jahr nur 350 jungen Thüringern keine Ausbildung angeboten werden konnte, deswegen brächte eine Zwangsabgabe nichts.
Ebenso heiß diskutiert wurde das Thema Familie. Die Vertreter der Parteien sind durchweg selbst Eltern oder sogar schon Großeltern, und dadurch große Befürworter von Kindern. Sicher hänge vieles von den wirtschaftlichen Sicherheiten ab. Kinder dürften kein Armutsrisiko darstellen, meinte Winfried Theuerkauf. Deswegen müsse in der Bundespolitik mehr für Familien getan werden. Thüringen selbst tue schon eine Menge und zahle ein halbes Jahr länger Erziehungsgeld, bemerkte Egon Primas. Einig waren sich die gewählten Volksvertreter darin, daß Kinder und Familie mehr gefördert werden müssen, damit die Deutschen nicht eines Tages aussterben.
Wer nach der zweistündigen Diskussion noch Lust hatte ein wenig privat mit den Politikern zu reden, konnte im Cafe des Jugendklubhaus das Gespräch suchen. Nach dem langen Sitzen wurde außerdem eine Disko angeboten.


