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Fr, 12:49 Uhr
23.04.2004

Die andere Bibliothek

Nordhausen (nnz). Die Stadtbibliothek kennt sicher jeder. In Nordhausen gibt es aber auch noch eine andere Ausleihmöglichkeit, das pädagogische Medienzentrum im Herdergymnasium. Was dort nicht nur von Lehrern genutzt werden kann, hat die nnz für Sie herausgefunden.

Gunter Brand im Medienzentrum Unterricht ohne neue Medien ist nicht mehr vorstellbar. Lehrer zeigen Videos, Schüler lernen lieber am PC. Irgendwo müssen diese Lernmaterialien herkommen. Rund 4100 Videokassetten, 360 Unterrichtsmappen mit Folien, Bildern und Arbeitsblättern, 70 CD- Roms und fünf DVD lagern in den Kellern des pädagogischen Medienzentrums. Mitschnitte von Fernseh- und Hörfunksendungen stehen ebenso zur Verfügung wie Videotechnik zur Nachbearbeitung von Filmen der Formate VHS-C, Video 8 und Mini DV, welche Schüler für Projektarbeiten nutzen können.

Neben den Lehrern und Schülern steht das Angebot auch Einrichtungen der Erwachsenenbildung, der kirchlichen Jugendarbeit und Privatpersonen offen. Ausleihen darf hier jeder, die Vorlage des Personalausweis genügt.
Neben dem Medienzentrum betreuen die Mitarbeiterinnen Hannelore Goller und Anita Müller zwei Schülerbibliotheken in den beiden Gymnasien. 4.000 Bücher sind im Gebäude in der Domstraße untergebracht. 3.000 Bücher und 1.500 regionalhistorische Bücher und Schriften der Stadt Nordhausen ab 1860 befinden sich im Besitz des Herder-Gymnasiums.

Im vergangenen Jahr wurden von den Lehrern rund 7.000 Materialien entliehen, berichtet Fachbereichsleiter Gunter Brandt. Da jeder Film rund drei Mal pro Ausleihe gezeigt würde, erreiche das Medienzentrum rund 20.000 Benutzungen jährlich.

In Zukunft soll sich einiges ändern. Es werden vermehrt digitale Medien wie DVD angeboten. Das Medienzentrum erwirbt dann die Lizenz für einen Film oder eine Lernsoftware und fertigt eine Kopie für jede Schule an. Wenn man sich dafür mit den Kollegen der Nachbarkreise zusammentut, ließen sich günstige Staffelpreise nutzen, sagt der Fachbereichsleiter. Der Einsatz mobiler Festplatten mit bis zu 40 Filmen wird ebenfalls in Erwägung gezogen. Kosten entstehen weniger durch das Kopieren der Datenträger, sondern vor allem wegen des Erwerbs der Aufführungslizenzen für die nichtkommerzielle Nutzung. Jeder normale Nutzer kann sich eine TV-Sendung auf Video aufzeichnen, die Schulen dürfen das nicht, sondern müssen die Videomitschnitte für viel Geld beim jeweiligen Sender erwerben.

In diesem Jahr stehen dem Medienzentrum 8.000,- Euro zur Verfügung, 2003 waren es noch 13.000,- Euro. Jede Schule verfügt außerdem über ein Budget von 3.000 bis 5.000,- Euro für Lern- und Unterrichtsmittel. Gesponserte Lehrmedien von Firmen seinen deshalb willkommen, betont Fachbereichleiter Gunter Brandt. Er sieht kein Problem darin, wenn zum Beispiel die Technik der Hybridmotoren von BMW erklärt wird.

Historiker dürften sehr interessiert sein am Bestand des pädagogischen Medienzentrums. Neben den historischen Büchern, unter anderem zur Heimatkunde, lagern Schmalfilme und Diaserien aus DDR Zeiten in den Schränken. Für die Filme gibt es jedoch keine Projektionsmöglichkeiten mehr. Wer so etwas noch zuhause hat, findet von Berufswahl bis hin zu bekannten DEFA-Produktionen alles, was früher den Unterricht interessant machte.

Alle drei Generationen von Medien bleiben nebeneinander bestehen. Kein Lehrer braucht befürchten, daß die von ihm gern genutzten Videos verschwinden und nur noch silberne Scheiben in den Regalen auf die Ausleiher warten. An einigen Schulen sind außerdem noch gar keine DVD Player vorhanden, wie Fachbereichsleiter Brandt bedauerte. Neue digitalisierte Produkte seien aber auf jeden Fall auf dem Vormarsch.
Einen Medienkatalog zum Recherchieren, was in Nordhausen überhaupt vorhanden ist, gibt es unter www.bildstelle24.de.
Autor: wf

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