Fr, 15:13 Uhr
13.09.2013
nnz-Forum: Der Neue
Eigentlich müsste der vergangene Dienstag für Deutschland ein regelrechter Glückstag gewesen sein, denn da wurde der früher sehr erfolgreiche Florettfechter und heutige Multifunktionär Thomas Bach in das weltweit höchste Amt gewählt, das der Sport überhaupt zu bieten hat. Dazu Bemerkungen von Hans-Ullrich Klemm...
Für diesen persönlichen Erfolg, der in der Öffentlichkeit eher zurückhaltend kommentiert wurde, hat er fast 30 Jahre im Verborgenen gekämpft. Schlagartig wird damit für ihn gleichzeitig ein völlig neuer Lebensabschnitt beginnen, der einige Veränderungen im privaten und gesellschaftlichen Bereich mit sich bringen wird. Der früher sehr erfolgreiche Sportler aus der Fechterhochburg Tauberbischofsheim, der sich vor der Schwelle zum 60. Geburtstag befindet und es in seiner Laufbahn zu vielen Medaillen bei Olympia-, Welt-, Europa- und anderen Meisterschaften sowie anderen hohen Ehrungen brachte, sollte erst einmal in Ruhe diesen Sieg genießen dürfen!
Dieser Ort des ungewöhnlichen, aber auch erwarteten Erfolges im zweiten Wahlgang mit der absoluten Stimmenmehrheit, brachte ihm demnach bereits schon das zweite Mal Glück, da er schon in der argentinischen Hauptstadt als aktiver Fechter den bereits als verloren geglaubten Endkampf gegen Italien bei der WM 1977 nach einem zwischenzeitlichen klaren 1:7 Rückstand mit seinen Jungs noch zum Gewinn umwandeln konnte!
Es liegt die Vermutung nahe, dass aus deutscher Sicht mit diesem Wahlsieg, der auch ein gedanklicher kleiner Vorgeschmack auf unsere nahe Bundestagswahl gewesen sein könnte, ein zukünftiger Vorteil für verschiedene sportliche Belange für unser Land entstanden ist. Das wird wohl nicht so sein, denn stärker als bisher werden alle IOC-Mitglieder gemeinsam für Gerechtigkeit sorgen wollen, um den neuen deutschen Präsidenten Bach bei der Umsetzung seiner wichtigsten Themen, zu denen besonders die leider weit verbreitete Korruption, das nur schwer zu packende Dopingproblem und der sich global ausgebreitete sportpolitische Machtmissbrauch gehören, hilfreich und energisch zur Seite stehen zu können. Das hatte bei seinem belgischen Vorgänger, J. Rogge, nicht so richtig geklappt, der vor zwölf Jahren diesen IOC-Thron mit vielleicht zu vielen Vorschusslorbeeren bestieg!
Durch seine vielseitigen Funktionen in der Vergangenheit, die er nun nach und nach abbauen muss, ist T. Bach natürlich mit allen wichtigen Leuten der Wirtschaft, des Sportes und der Politik weltweit vernetzt und konnte sich u.a. auch dadurch eine gewisse Schlitzohrigkeit aneignen. Natürlich trauen ihm nicht alle Persönlichkeiten sofort zu, die längst notwendigen Reformen einzuleiten.
Einer seiner fleißigsten und besten Wahlhelfer und Unterstützer war bereits im Vorfeld der stein- und einflussreiche, doch auch umstrittene Scheich aus Kuweit, Al Sabah, mit dem Bach schon seit zwei Jahrzehnten befreundet ist und von Vorgänger Rogge zum Chef der Weltvereinigung aller Olympischen Komitees befördert wurde. Das Verwalten der dort befindlichen großen Geldsummen bringt natürlich die Gefahr mit sich, auch in korrupte Vorgänge verwickelt zu werden, was bereits in der Vergangenheit geschah...
Für den machthungrigen und im IOC nicht übermäßig beliebten Bach gibt es zukünftig sehr viel Arbeit! Persönlich würde ich ihm natürlich wünschen, dass er als der neue große Chef zuerst endlich bei der FIFA mit seinem viel zu lange dort amtierenden Sonnenkönig Blatter an der Spitze so richtig aufräumt und dabei den Verbleib bzw. die Empfänger der vor Jahren gezahlten und auch gerichtlich im Strafverfahren festgestellten Summe in Höhe von 138 Millionen (!!) Schweizer Franken der Schmiergeldaffäre aufklärt, damit dieser zahlenmäßig weltweit größte Fachverband endlich wieder vollstes Vertrauen genießen kann.
Die dortigen Ungereimtheiten entstanden bekanntlich während der Zusammenarbeit mit der 2001 in die Insolvenz abgerutschten weltbekannten Schweizer Marketingfirma ISMM / ISL, wobei die Tochterfirma ISL zu einem der wichtigsten Partner für Sportrechte und Fußballübertragungen für die FIFA wurde. Der Ex - ADIDAS – Chef, Horst Dassler, war ihr Gründer. Auch noch andere bekannte ehemalige Sportler fanden dort Anstellung, so auch dieser T. Bach…..
Er hatte in diesem sehr umstrittenen Unternehmen Mitte der achtziger Jahre den interessanten Posten des Direktors für internationale Zusammenarbeit inne!! Schon deshalb wird er sich noch gut erinnern können, was sich in dieser Firma, der Geburtsstätte des wohl größten Skandals der Sportgeschichte, alles so entwickelte………
Kaum gewählt, weht dem neuen Herrn der Ringe schon indirekt Gegenwind in sein Gesicht. Ein findiger schreibender Journalist stellte nämlich fest, dass bei der fernab von Deutschland gerade stattgefundenen Wahl fast die Hälfte der dort akkreditierten 70 deutschen Medienvertreter von der ARD delegiert wurden und deshalb empörte Leser auf den Plan rief, zu Einstellungen der GEZ-Zahlungen aufzurufen.
Hans-Ullrich Klemm
Autor: redFür diesen persönlichen Erfolg, der in der Öffentlichkeit eher zurückhaltend kommentiert wurde, hat er fast 30 Jahre im Verborgenen gekämpft. Schlagartig wird damit für ihn gleichzeitig ein völlig neuer Lebensabschnitt beginnen, der einige Veränderungen im privaten und gesellschaftlichen Bereich mit sich bringen wird. Der früher sehr erfolgreiche Sportler aus der Fechterhochburg Tauberbischofsheim, der sich vor der Schwelle zum 60. Geburtstag befindet und es in seiner Laufbahn zu vielen Medaillen bei Olympia-, Welt-, Europa- und anderen Meisterschaften sowie anderen hohen Ehrungen brachte, sollte erst einmal in Ruhe diesen Sieg genießen dürfen!
Dieser Ort des ungewöhnlichen, aber auch erwarteten Erfolges im zweiten Wahlgang mit der absoluten Stimmenmehrheit, brachte ihm demnach bereits schon das zweite Mal Glück, da er schon in der argentinischen Hauptstadt als aktiver Fechter den bereits als verloren geglaubten Endkampf gegen Italien bei der WM 1977 nach einem zwischenzeitlichen klaren 1:7 Rückstand mit seinen Jungs noch zum Gewinn umwandeln konnte!
Es liegt die Vermutung nahe, dass aus deutscher Sicht mit diesem Wahlsieg, der auch ein gedanklicher kleiner Vorgeschmack auf unsere nahe Bundestagswahl gewesen sein könnte, ein zukünftiger Vorteil für verschiedene sportliche Belange für unser Land entstanden ist. Das wird wohl nicht so sein, denn stärker als bisher werden alle IOC-Mitglieder gemeinsam für Gerechtigkeit sorgen wollen, um den neuen deutschen Präsidenten Bach bei der Umsetzung seiner wichtigsten Themen, zu denen besonders die leider weit verbreitete Korruption, das nur schwer zu packende Dopingproblem und der sich global ausgebreitete sportpolitische Machtmissbrauch gehören, hilfreich und energisch zur Seite stehen zu können. Das hatte bei seinem belgischen Vorgänger, J. Rogge, nicht so richtig geklappt, der vor zwölf Jahren diesen IOC-Thron mit vielleicht zu vielen Vorschusslorbeeren bestieg!
Durch seine vielseitigen Funktionen in der Vergangenheit, die er nun nach und nach abbauen muss, ist T. Bach natürlich mit allen wichtigen Leuten der Wirtschaft, des Sportes und der Politik weltweit vernetzt und konnte sich u.a. auch dadurch eine gewisse Schlitzohrigkeit aneignen. Natürlich trauen ihm nicht alle Persönlichkeiten sofort zu, die längst notwendigen Reformen einzuleiten.
Einer seiner fleißigsten und besten Wahlhelfer und Unterstützer war bereits im Vorfeld der stein- und einflussreiche, doch auch umstrittene Scheich aus Kuweit, Al Sabah, mit dem Bach schon seit zwei Jahrzehnten befreundet ist und von Vorgänger Rogge zum Chef der Weltvereinigung aller Olympischen Komitees befördert wurde. Das Verwalten der dort befindlichen großen Geldsummen bringt natürlich die Gefahr mit sich, auch in korrupte Vorgänge verwickelt zu werden, was bereits in der Vergangenheit geschah...
Für den machthungrigen und im IOC nicht übermäßig beliebten Bach gibt es zukünftig sehr viel Arbeit! Persönlich würde ich ihm natürlich wünschen, dass er als der neue große Chef zuerst endlich bei der FIFA mit seinem viel zu lange dort amtierenden Sonnenkönig Blatter an der Spitze so richtig aufräumt und dabei den Verbleib bzw. die Empfänger der vor Jahren gezahlten und auch gerichtlich im Strafverfahren festgestellten Summe in Höhe von 138 Millionen (!!) Schweizer Franken der Schmiergeldaffäre aufklärt, damit dieser zahlenmäßig weltweit größte Fachverband endlich wieder vollstes Vertrauen genießen kann.
Die dortigen Ungereimtheiten entstanden bekanntlich während der Zusammenarbeit mit der 2001 in die Insolvenz abgerutschten weltbekannten Schweizer Marketingfirma ISMM / ISL, wobei die Tochterfirma ISL zu einem der wichtigsten Partner für Sportrechte und Fußballübertragungen für die FIFA wurde. Der Ex - ADIDAS – Chef, Horst Dassler, war ihr Gründer. Auch noch andere bekannte ehemalige Sportler fanden dort Anstellung, so auch dieser T. Bach…..
Er hatte in diesem sehr umstrittenen Unternehmen Mitte der achtziger Jahre den interessanten Posten des Direktors für internationale Zusammenarbeit inne!! Schon deshalb wird er sich noch gut erinnern können, was sich in dieser Firma, der Geburtsstätte des wohl größten Skandals der Sportgeschichte, alles so entwickelte………
Kaum gewählt, weht dem neuen Herrn der Ringe schon indirekt Gegenwind in sein Gesicht. Ein findiger schreibender Journalist stellte nämlich fest, dass bei der fernab von Deutschland gerade stattgefundenen Wahl fast die Hälfte der dort akkreditierten 70 deutschen Medienvertreter von der ARD delegiert wurden und deshalb empörte Leser auf den Plan rief, zu Einstellungen der GEZ-Zahlungen aufzurufen.
Hans-Ullrich Klemm
Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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