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Do, 06:37 Uhr
22.04.2004

Rote Karte gegen Tierversuche

Nordhausen (nnz). Am kommenden Samstag öffnen sich nicht nur die Pforten der Landesgartenschau in Nordhausen, sondern es ist auch der Internationale Tag des Versuchstiers. Da wird zu einem bundesweiten Aktionstag aufgerufen.


Anlässlich dieses Tages ruft der Bundesverband „Menschen für Tierrechte“ zu einem bundesweiten Aktionstag gegen das Affenlabor Covance auf. Der Nordhäuser Schutzverein „Tiere in Not e. V.“ unterstützt und folgt diesem Aufruf.

Das Auftragslabor Covance im westfälischen Münster war im Dezember 2003 in die Schlagzeilen geraten, nachdem ein Journalist fünf Monate lang unbemerkt die Zustände mit der Kamera dokumentiert hatte. Die Bilder von gequälten Affen wurden unter anderem in der ZDF-Sendung 'Frontal 21' gezeigt. Covance lässt seither nichts unversucht, um Tierrechtler, die das Tierleid in dem Labor anprangern, mundtot zu machen. Auch dem Bundesverband Menschen für Tierrechte wurde vom Landgericht Münster unter Androhung von 250.000 Euro Geldstrafe per einstweiliger Verfügung verboten, die Videoaufnahmen zu zeigen.

Der Bundesverband hält jedoch die Knebelung von Personen und Vereinen, die Missstände publik machen wollen, für unvereinbar mit dem Grundrecht auf Meinungs- und Pressefreiheit und für einen Verstoß gegen demokratische Grundsätze.

„Laut Covance zeigen die Filmaufnahmen ganz normalen Laboralltag. Für die Tierrechtler hat die Öffentlichkeit ein Anrecht darauf, über diesen ‚ganz normalen Laboralltag’ informiert zu werden. Tierversuche geschehen noch immer hinter verschossenen Türen und die Öffentlichkeit erhält allenfalls verharmlosende Einblicke. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hat daher zu einem Aktionstag aufgerufen. Zahlreiche Vereine in ganz Deutschland haben bereits entsprechende Veranstaltungen angekündigt. Und auch wir werden uns entsprechend beteiligen.“ so Manuel Thume, Vorsitzender des Vereins „Tiere in Not e. V.“

Der Internationale Tag des Versuchstiers wurde im Jahr 1962 in England ins Leben gerufen, um auf Tierversuche als quälerische und unnötige Forschungsmethode aufmerksam zu machen. Die Zahl der Tierversuche steigt offiziellen Statistiken zufolge seit einigen Jahren an. Allein im Jahr 2003 wurden 2,2 Millionen Tiere in deutschen Laboratorien getötet, darunter fast 2.000 Primaten. Neben Affen werden auch Hamster, Kaninchen, Meerschweinchen, Hunde, Katzen und andere Tiere für Tierversuche verwendet. Den größten Anteil stellen Ratten und Mäuse dar.

Bürger, die Interesse an der Videoaufzeichnung von Covance haben, können sich bei „Tiere in Not e. V.“ unter Tel. 03631 600590 oder per e-Mail unter tiereinnot@bossmail.de melden. „Wir stellen den Film gern als Anschauungsmaterial zur Verfügung. Wir haben ihn auch schon im Unterricht an den Schulen eingesetzt. Allerdings ist dieser Film nicht unbedingt etwas für schwache Gemüter.“ so Thume abschließend.
Autor: nnz

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