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Mo, 19:05 Uhr
09.09.2013

Pflegeheim auf altem Kraftverkehr-Areal

Wunder geschehen immer wieder. Auch in Nordhausen. Das Areal des ehemaligen Kraftverkehrs in der Geseniusstraße wechselte den Besitzer. Das Internationale Bildungs- und Sozialwerk kaufte es von der Stadt. Der Verein will auf dem völlig verwilderten Gelände ein Altenpflegeheim bauen. Kurt Frank recherchierte.


Die Fläche mit dem Garagenkomplex, der Tankstelle und dem Pförtnerhaus zählt zu den üblen Hinterlassenschaften in der Rolandstadt. Schon 2005 nahm es der damalige Wirtschaftsdezernent Dietrich Beyse unter die Lupe. Er sah einen Investor in Aussicht, der eventuelle eine Gewerbeansiedlung plane.

Nachfolgerin Inge Klaan konnte 2009 mit einem Investor nicht dienen. Die Vermarktung der Fläche als Eigentum der Stadt scheiterte, weil ein wirtschaftliches Interesse fehle, informierte sie. Ein Bauantrag für einen provisorischen Parkplatz sei in Arbeit, war sei optimistisch. Auch daraus wurde nichts. Weitere Jahre verstrichen. Die Natur eroberte den Bereich. Ungehindert. Eine Wildnis entstand. Höher, dichter, vielseitiger sprießen seit Jahr und Tag Unkräuter und Gestrüpp aller Art.
Gelände wird aufgewertet (Foto: K. Frank)
Der Boden ist teilweise kontaminiert. Der Hinweis „Rauchen verboten“ deutet auf eine Tankstelle, die auch abgerissen werden muss. Viel Arbeit steht an, aber schon 2014 sollen die Arbeiten beginnen. (Foto: K. Frank)
Das Gelände des einstigen Kraftverkehrs gleicht derzeit einer Wildnis. Allerlei Gestrüpp und Unkräuter aller Art konnten sich jahrelang ausbreiten und überwuchern, was einmal ein Unternehmen war. (Foto: K. Frank)
Annett Tolle, Leiterin des Internationalen Bildungs- und Sozialwerk in Nordhausen, will auf dem Gelände des Areals des ehemaligen Kraftverkehrs in der Geseniusstraße ein Altenpflegeheim bauen lassen.  (Foto: K. Frank)
Gelände wird aufgewertet (Foto: K. Frank)
Gelände wird aufgewertet (Foto: K. Frank)
Die Wildnis wird ein Ende finden, blickt Annett Tolle, Leiterin der Nordhäuser Filiale des Internationalen Bildungs- und Sozialwerk, in die Zukunft. „Wir bauen ein Altenpflegeheim“, informierte sie in einem Gespräch mit der nnz. Zwischen 60 und 70 Plätze sollen es werden. 2014 wolle man mit dem Bau beginnen, ist die Chefin guter Dinge. Die Einzelzimmer, etwa 25 Quadratmeter groß, verfügten über Dusche und Toilette, auch über Balkon oder Terrasse mit fünf bzw. sieben Quadratmeter.

Den künftigen Bewohnern soll es an nichts fehlen, betont Annett Tolle. Vorgesehen sind unter anderem eine Bibliothek, Ruhe-und Entspannungsräume mit wohltuender Musik und besonderer Beleuchtung, Pflege-und Entspannungsbad, eine Wohnbereichsküche, in der sich die Patienten kleine Gerichte selbst zubereiten können. In der Cafeteria können sich Gäste und Familienangehörige mit dem Heiminsassen treffen und plaudern.

Aufgenommen würden Personen in den Pflegestufen 0 bis 3. Etwa 50 ausgebildete Pflegekräftige, einschließlich Hausmeister und Raumpflegerinnen, schätzt die 45-jährige Leiterin, bedürfe es später für die Betreuung der Leute im Heim. Als gemeinnütziger Verein dürfe man keinen Gewinn machen, weshalb man verstärkt deutschlandweit in soziale Projekte investiere, zumal die Teilnehmerzahlen im Bildungswerk rückläufig seien. Pflegeheime in Naumburg, Willingen, Schauenburg oder das Wohn-und Therapiezentrum für Menschen mit Autismus in Bleicherode künden von den außerordentlichen Leistungen.

Das gesamte Gelände in der Geseniusstraße sei teilweise kontaminiert. Es müsse vollständig beräumt, die Ruinen abgerissen werden. „Jetzt holen wir entsprechende Angebote ein“, meint Tolle und ergänzt: „Die Architekten gehen in Planung.“ Wie das Objekt einmal aussehen werde und was es kostet, darüber könne sie im Moment noch nichts Verbindliches sagen. Sie rechnet bis zu drei Etagen.

Nordhausens Oberbürgermeister Klaus Zeh soll begeistert gewesen sein, als er von dem Vorhaben erfuhr. Als Dank müsste er der Chefin des Bildungs- und Sozialwerkes die Hand küssen. Vielleicht holt er das noch nach. Nichtsdestotrotz sei es kein Schnäppchenpreis gewesen, was man an die Kommune habe zahlen müssen.

Das Vorhaben ist mit Fug und Recht ein Meilenstein in der Entwicklung der Unterstadt, die bislang stets im Schatten der Prestigebauten Kulturbibliothek und Einkaufstempel steht.
Kurt Frank
Autor: nnz

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Kommentare
Mister X
09.09.2013, 20:34 Uhr
Noch ein Altersheim
haben sich der kreis und die stadt Nordhausen verpflichtet, stadt der rentner und pensionäre zu werden? es ist zwar schön, dass der schandfleck verschwindet, aber schon wieder ein altersheim, muss das sein? so ziehen sie auf keinen fall junge familien in die region. wie viel alten- oder pflegehäuser haben wir den schon?

wäre es nicht besser, hier wohnungen für familien zu bauen. aber ja sie haben recht, wer will schon in eine stadt ziehen die nichts zu bieten hat, außer aller paar tage einen saugestank.

das gleiche gilt für die geschäfte, hier hat man das gefühl, alles was man wo anders nicht los wird schickt man nach nordhausen. aufgefallen ist mir das in der südharz-galerie.
Rainer H.
09.09.2013, 21:02 Uhr
Pflegeheim bringt große Aufwertung für das Wohngebiet
Im Gegensatz zu Bibbel, begrüße ich diese Entscheidung. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass sich Pflegeheime im Stadtzentrum etablieren und völlig ausgebucht sind. Wer will schon auf irgendein Dorf abgeschoben werden, wo man Abseits vom Verkehr von Idylle spricht. Dort hat sich gezeigt, dass es die alten Leute oft an die Straße zog, wo das Leben pulsiert.
Auch dem immer Älter werden der Einwohner wird dadurch entgegen gewirkt.

Bauland für junge Familien, ist hier in Nordhausen noch vorhanden. Wohnungen sollen dagegen auch in der Altstadt entstehen.
Wolfi65
10.09.2013, 00:29 Uhr
Das Versprechen wurde eingehalten
Es sind zur Wende blühende Landschaften versprochen worden.
Dies wurde zumindest auf diesen Areal und auf dem Güterbahnhof einhalten.
Somit ist die Aufgabe erfüllt.
Nörgler
10.09.2013, 15:30 Uhr
Investition
Investiert wird da, wo Geld zu verdienen ist und derzeit ist mit Altenheimen Geld zu verdienen. Wobei zukünftig die Höhe der Rente, trotz einem Renteneintrittsalter von 67 Jahren, weiter abschmilzen wird. Hier könnte sich die Frage stellen, sind die Heim Plätze für die zukünftigen Rentner überhaupt noch bezahlbar?
H.Buntfuß
10.09.2013, 20:20 Uhr
Altlasten
Bisher hörte man immer, dass Gelände sei sehr hoch belastet. Wer kommt jetzt für die Altlasten auf? Ich kann mir gut vorstellen, dass man auf diesem Gelände nach öl bohren könnte.
Suse
11.09.2013, 12:49 Uhr
Was sagen denn da die anderen Träger dazu?
Wer kann sich einen solchen Platz denn leisten? Bei den mageren Renten wird wohl ein solcher Luxus von den meisten Senioren nicht bezahlt werden können.Da aber hier kein Gewinn erwirtschaftet werden darf,heißt das vielleicht ,dass ein enormer Gewinn sozusagen als Zuschuss für jeden Heimplatz gewährt wird . Dann natürlich wird das Heim belegt sein und manche Bewohner werden aus Kostengründen dann dort hin wechseln. Was wird aber aus den Heimen,die den Gewinn nicht in die Kosten einfließen lassen können oder wollen?
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