Mo, 10:43 Uhr
09.09.2013
Protest gegen Kraftwerk
Von Beginn an Langstreckenwanderer Bodo Schwarzberg die bisher 36 von ihm geführten Langstreckenwanderungen über 100 und mehr Kilometer, zumindest im Harz, unter das allerdings wenig publizierte Motto, "Dem Schutz der Südharzer Gipskarstlandschaft gewidmet". Dazu Anmerkungen von Herrn Schwarzberg...
Über jeder von mir an die insgesamt bisher fast genau 100 Teilnehmer ausgegebenen Urkunden standen diese Worte zu lesen. Aus aktuellem Anlass, also auf Grund des aberwitzigen Vorhabens, zwischen Rothesütte und Appenrpode ein Pumpspeicherwerk zu errichten, plante ich den 9. Harz-Hunderter kurzfristig komplett neu. Ursprünglich sollte er im Nordharz stattfinden, mit Start und Ziel in Gernrode.
In diesem Jahr aber sollen meine Wanderfreunde zum einen wiederholt die Einzigartigkeit des Südharzrandes und seiner Buchenwälder kennenlernen und zum Zweiten jenes Gebiet, in dem ein ganzer Berg, der Kleine Ehrenberg, dem oberen Becken des Kraftwerks weichen, sprich weggesprengt werden soll. Auf dem Kleinen Ehrenberg stocken naturnahe Buchenwälder, für deren Erhaltung Thüringen und der Landkreis Nordhausen laut Litaratur eine ganz besondere Verantwortung tragen.
Der Südharz ist ein Zentrum, ja ein Hot Spot, dieser schon in früheren Jahrhunderten durch die Umwandlung in "effektivere" Fichtenforste bedrängten Waldgesellschaften. Vor allem die Hainsimsen-Buchenwälder sind im Gebiet so großflächig wie sonst nirgends vertreten.
Die Wanderung startet am 14. September gegen 11 Uhr am Bhf. Nordhausen und endet ca. 24-25 Stunden später am Bahnhof Ilfeld nach 103 km: Die Route verläuft von Nordhausen über Neustadt, die Ruine Hohnstein, die Ebersburg, Sägemühle, Talsperre, Hainfeld, Stolberg, Birkenkopf, Hufhaus, Poppenberg, Ilfeld, Ilfelder Wetterfahne, Appenrode, Ellrich, Grenzweg, Roter Schuss, Jägerfleck, Rothesütte, Kleiner Ehrenberg, Steinmühlental nach Ilfeld.
Pausen sind in der Sägemühle, in Ilfeld und in Rothesütte geplant.
Die Langstreckenwanderung, auf der auch rund ein Dutzend Wandernadeln aufgesucht wird, weist zahlreiche Steigungen auf und gehört vom Geländeprofil her zu den etwas anspruchsvolleren.
Einmal begonnene Markierungen werden plötzlich nicht weitergeführt, andere wechseln plötzlich die Farbe. Manchen Wegen werden im Südharz ungewöhnlicherweise überhaupt keine Markierungen mehr gegeben (so zwischen Stolberg und Hufhaus). Sie fehlen schon komplett auf den Wegweisern. Auch sind die Wegweiser oft nicht folgerichtig und befördern Irrtümer: Beispielsweise werden die Drei-Herren-Steine (Wandernadel) aus Richtung Stolberg zunächst regelmäßig ausgeschildert.
Im Gebiet des Birkenkopfes, also im unmittelbaren Bereich der Drei-Herren-Steine, fehlen dann fast alle Hinweise. Selbst der Hauptwanderweg mit sem blauen Kreuz (Wernigerode-Zittau), der auf den Rennsteiig mündet und damit auf den Fernwanderweg Eisenach-Budapest, wurde mit Markierungen grob vernachlässigt. Mitunter sieht man noch alte DDR-Markierungen, auf die man sich stützen kann.
Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass es an ehrenamtlich Tätigen mangelt, die die Wegmarkierungen übernehmen können. Da nützt der ganze Enthusiasmus der wenigen, oft älteren Macher nichts. Hier sollte nach neuen Möglichkeiten gesucht werden.
So könnten die Mitarbeiter des Tourismusverbandes selbst die Markierung übernehmen, sozusagen als hauptberufliche Aufgabe. Mit Geld- und Personalmangel lassen sich die teils immer noch vorhandenen Lücken nicht begründen. Denn in anderen Wandergebieten Mitteldeutschlands und auch in Tschechien, ist die Ausschilderung meist vorbildlich. Mit der Abwälzung dieser Aufgaben auf Ehrenamtliche oder Minderbezahlte erweist man der Region einen Bärendienst.
Bodo Schwarzberg
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Autor: redÜber jeder von mir an die insgesamt bisher fast genau 100 Teilnehmer ausgegebenen Urkunden standen diese Worte zu lesen. Aus aktuellem Anlass, also auf Grund des aberwitzigen Vorhabens, zwischen Rothesütte und Appenrpode ein Pumpspeicherwerk zu errichten, plante ich den 9. Harz-Hunderter kurzfristig komplett neu. Ursprünglich sollte er im Nordharz stattfinden, mit Start und Ziel in Gernrode.
In diesem Jahr aber sollen meine Wanderfreunde zum einen wiederholt die Einzigartigkeit des Südharzrandes und seiner Buchenwälder kennenlernen und zum Zweiten jenes Gebiet, in dem ein ganzer Berg, der Kleine Ehrenberg, dem oberen Becken des Kraftwerks weichen, sprich weggesprengt werden soll. Auf dem Kleinen Ehrenberg stocken naturnahe Buchenwälder, für deren Erhaltung Thüringen und der Landkreis Nordhausen laut Litaratur eine ganz besondere Verantwortung tragen.
Der Südharz ist ein Zentrum, ja ein Hot Spot, dieser schon in früheren Jahrhunderten durch die Umwandlung in "effektivere" Fichtenforste bedrängten Waldgesellschaften. Vor allem die Hainsimsen-Buchenwälder sind im Gebiet so großflächig wie sonst nirgends vertreten.
Die Wanderung startet am 14. September gegen 11 Uhr am Bhf. Nordhausen und endet ca. 24-25 Stunden später am Bahnhof Ilfeld nach 103 km: Die Route verläuft von Nordhausen über Neustadt, die Ruine Hohnstein, die Ebersburg, Sägemühle, Talsperre, Hainfeld, Stolberg, Birkenkopf, Hufhaus, Poppenberg, Ilfeld, Ilfelder Wetterfahne, Appenrode, Ellrich, Grenzweg, Roter Schuss, Jägerfleck, Rothesütte, Kleiner Ehrenberg, Steinmühlental nach Ilfeld.
Pausen sind in der Sägemühle, in Ilfeld und in Rothesütte geplant.
Die Langstreckenwanderung, auf der auch rund ein Dutzend Wandernadeln aufgesucht wird, weist zahlreiche Steigungen auf und gehört vom Geländeprofil her zu den etwas anspruchsvolleren.
Ausschilderungen hinterfragenswert
Beim Abfahren der Tour stieß ich auf zum einen auf komplett intakte Wandernadeln im Landkreis Nordhausen. Mein Kompliment geht daher an die hierfür Zusändigen. Auch die Ausschilderung der Wanderwege hat sich verbessert. Besonders ist hier der Harzklub-Zweigverein Ellrich zu würdigen, der sich auch einzigartig um seine Hütten im Ellricher Stadtwald verdient macht. Leider nur fehlt auch ihm der interessierte Nachwuchs. Im Raum Neustadt hingegen mangelt es zwar nicht an auch neuen Wegweisern, hingegen aber oft an Wegmarkierungen zwischen den Wegweisern.Einmal begonnene Markierungen werden plötzlich nicht weitergeführt, andere wechseln plötzlich die Farbe. Manchen Wegen werden im Südharz ungewöhnlicherweise überhaupt keine Markierungen mehr gegeben (so zwischen Stolberg und Hufhaus). Sie fehlen schon komplett auf den Wegweisern. Auch sind die Wegweiser oft nicht folgerichtig und befördern Irrtümer: Beispielsweise werden die Drei-Herren-Steine (Wandernadel) aus Richtung Stolberg zunächst regelmäßig ausgeschildert.
Im Gebiet des Birkenkopfes, also im unmittelbaren Bereich der Drei-Herren-Steine, fehlen dann fast alle Hinweise. Selbst der Hauptwanderweg mit sem blauen Kreuz (Wernigerode-Zittau), der auf den Rennsteiig mündet und damit auf den Fernwanderweg Eisenach-Budapest, wurde mit Markierungen grob vernachlässigt. Mitunter sieht man noch alte DDR-Markierungen, auf die man sich stützen kann.
Ich weiß aus vielen Gesprächen, dass es an ehrenamtlich Tätigen mangelt, die die Wegmarkierungen übernehmen können. Da nützt der ganze Enthusiasmus der wenigen, oft älteren Macher nichts. Hier sollte nach neuen Möglichkeiten gesucht werden.
Aufgabe für Tourismusverband
Das von Uta Reinholz vom Südharzer Tourismusverband angekündigte Konzept für einen sanften Tourismus sollte zum Beispiel eine Beendigung des Wildwuchses bei den Wegemarkierungen beinhalten und eine kreisübergreifende Zusammenarbeit bei der Ausschilderung. Denn wenn die Leute durch schludrige Ausschilderung irritiert werden, meiden sie das Wandern im Südharz.So könnten die Mitarbeiter des Tourismusverbandes selbst die Markierung übernehmen, sozusagen als hauptberufliche Aufgabe. Mit Geld- und Personalmangel lassen sich die teils immer noch vorhandenen Lücken nicht begründen. Denn in anderen Wandergebieten Mitteldeutschlands und auch in Tschechien, ist die Ausschilderung meist vorbildlich. Mit der Abwälzung dieser Aufgaben auf Ehrenamtliche oder Minderbezahlte erweist man der Region einen Bärendienst.
Bodo Schwarzberg
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