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Fr, 10:53 Uhr
30.08.2013

Nüchterne Bilanz

Die Thüringer Wirtschaft zieht eine eher nüchterne Bilanz der ersten Jahreshälfte. In nahezu allen Branchen war die konjunkturelle Schwächephase zu spüren. Vor allem der Wachstumsmotor Industrie kam in den vergangenen Monaten ins Stottern. Einzelheiten wie immer in Ihren Nordthüringer Online-Zeitungen...


„Die Thüringer Industrie konnte den Wachstumskurs der Vorjahre im ersten Halbjahr 2013 nicht fortsetzen“, kommentiert der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Gerald Grusser, die aktuellen statistischen Daten. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2012 sei der Umsatz um 3,0 Prozent gesunken. Vor allem die Hersteller von Datenver-arbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen, zu denen auch die Solarbranche zählt, hätten mit einem Minus von 187 Millionen Euro deutliche Einbußen verkraften müssen. „Dagegen konnte die Automobilindustrie steigende Umsätze verbuchen. Insgesamt setzten die Fahrzeugbauer und Zulieferbetriebe von Januar bis Juni 2013 rund 2 Milliarden Euro um und waren damit wieder einmal die umsatzstärkste Branche des Verarbeitenden Gewerbes im Freistaat“, berichtet der IHK-Chef.

Exporte weiter unter Druck

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Die Rezession bei wichtigen europäischen Handelspartnern habe sich inzwischen zwar leicht abgeschwächt, eine Entspannung im Exportgeschäft sei aber noch nicht in Sicht. In den ersten sechs Monaten 2013 hätten die Thüringer Industrieunternehmen Waren im Wert von knapp 4,5 Milliarden Euro auf ausländischen Märkten – rund 110 Millionen bzw. 2,7 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres verkauft.

„Insbesondere auf den großen Absatzmärkten wie Frankreich, Italien oder Großbritannien liefen die Geschäfte nur schleppend“, erklärt Grusser. Darunter würden vor allem der Maschinenbau oder die Hersteller von Gummi- und Kunststoffwaren leiden.

Inlandsumsatz - schwache konjunkturelle Stütze

„Im ersten Halbjahr verlief das Inlandsgeschäft der Thüringer Industrie eher enttäuschend. 9,3 Milliarden Euro setzten die größeren Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten in diesem Zeitraum um und verzeichneten damit einen Umsatzverlust von 3,2 Prozent“, informiert der IHK-Hauptge-schäftsführer. Die Investitionsneigung der Unternehmer sei nach wie vor niedrig. Größere Projekte würden immer noch auf Eis liegen. Lediglich für die notwenige Deckung des Ersatzbedarfs werde Geld ausgegeben. Aufgrund der weiterhin schwachen Auftragslage dürften auch in den kommenden Monaten nur kleine konjunkturelle Impulse vom Inland ausgehen.

Beschäftigung erreicht neuen Spitzenwert

„Den sinkenden Umsätzen zum Trotz wurden auch im ersten Halbjahr 2013 neue Mitarbeiter eingestellt. Die Zahl der Beschäftigten hat sich im Vergleich zum Vorjahr um 384 Personen auf mittlerweile 137.091 erhöht“, merkt Grusser an. Allerdings sei die Entwicklung in den einzelnen Branchen recht unterschiedlich.

Während im Maschinenbau und der Automobilbranche zusätzliche Jobs geschaffen wurden, habe sich die Zahl der Beschäftigten in der chemischen Industrie und bei den Herstellern von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen verringert. Auch hier mache sich die Krise in der Solarindustrie bemerkbar.
Autor: red

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