Fr, 12:36 Uhr
16.04.2004
Mauer wird neu gebaut
Nordhausen (nnz). Die Denkmalbehörde der Stadt Nordhausen lässt seit einiger Zeit an denkmalgeschützten Bauwerke Tafeln anbringen, die Auskunft geben, wann sie gebaut wurden, welche denkwürdigen Personen in ihnen lebten oder welche denkwürdigen Ereignisse in ihnen stattfanden. Auch das Landratsamt hat eine solche Tafel erhalten.

Das historische Landratsamt bekam auch eine Tafel, und zwar die mit der Nummer 22. Man erfährt: Landrat Baron von Davier gibt 1866 den Auftrag zum Bau des Kreisständehauses, das mehrere Funktionen in sich vereint: Im Erdgeschoss befinden sich die Verwaltungsräume, das Obergeschoss ist die Wohnung des Landrates und dient gleichzeitig Repräsentationszwecken. 1868 wird das Gebäude eingeweiht, 1891/92 wird östlich davon das Kreissparkassengebäude als villenartiger zweigeschossiger Bau errichtet, dessen Fassade sich am Kreisständehaus orientiert. Um 1912 werden beide Gebäude miteinander verbunden. Nach dem 2. Weltkrieg ist das Gebäude zuerst Sitz der amerikanische, später der sowjetische Kommandantur. 1955 übernimmt der Rat des Kreises das Haus. Nach der Sanierung Ende der 90er Jahre wird das Haus wieder als Sitz des Landrates genutzt.
Zur Zeit wird das unmittelbare Umfeld des historischen Bauwerkes an der Grimmelallee gestaltet. Nachdem der Eingangsbereich, der in der Behringstraße liegt, durch neue Pflasterung und Wegeführung Gestalt angenommen hat, wird seit Oktober, manches Mal durch Winterskälte unterbrochen, die Mauer um das Gebäude restauriert und teilweise erneuert, so dass ein einheitliches Ensemble entsteht. Man entschloss sich, die Umfassung zu wählen, die um 1912 bestand – eine Hartbrandklinkermauer, die durch die auf Lücke gesetzten Steine eine gestalterisch interessante Note aufweist.
Diese gebrannten Steine besitzen Reichsformat, d. h., sie sind 1 cm länger und 1 cm schmaler als die jetzt üblichen. Solche Klinkerart wurde z. B. auch beim Bau der Wiedigsburgschule verwendet. Die Farbigkeit der Steine ist bemerkenswert, sie schimmern vom Rotbraun bis hin zum Rotblau. Die Hartbrandklinker stehen auf einem soliden Sandsteinsockel. In die Mauer hineingefügt werden schmiedeeiserne Tore und eine Tür, auch diese historisch nachempfunden. Die Arbeiten sollen im April beendet sein, so dass diese repräsentative Anlage in der Stadt der Landesgartenschau Thüringens 2004 ein Schmuckstück ist.
Autor: nnz
Das historische Landratsamt bekam auch eine Tafel, und zwar die mit der Nummer 22. Man erfährt: Landrat Baron von Davier gibt 1866 den Auftrag zum Bau des Kreisständehauses, das mehrere Funktionen in sich vereint: Im Erdgeschoss befinden sich die Verwaltungsräume, das Obergeschoss ist die Wohnung des Landrates und dient gleichzeitig Repräsentationszwecken. 1868 wird das Gebäude eingeweiht, 1891/92 wird östlich davon das Kreissparkassengebäude als villenartiger zweigeschossiger Bau errichtet, dessen Fassade sich am Kreisständehaus orientiert. Um 1912 werden beide Gebäude miteinander verbunden. Nach dem 2. Weltkrieg ist das Gebäude zuerst Sitz der amerikanische, später der sowjetische Kommandantur. 1955 übernimmt der Rat des Kreises das Haus. Nach der Sanierung Ende der 90er Jahre wird das Haus wieder als Sitz des Landrates genutzt.
Zur Zeit wird das unmittelbare Umfeld des historischen Bauwerkes an der Grimmelallee gestaltet. Nachdem der Eingangsbereich, der in der Behringstraße liegt, durch neue Pflasterung und Wegeführung Gestalt angenommen hat, wird seit Oktober, manches Mal durch Winterskälte unterbrochen, die Mauer um das Gebäude restauriert und teilweise erneuert, so dass ein einheitliches Ensemble entsteht. Man entschloss sich, die Umfassung zu wählen, die um 1912 bestand – eine Hartbrandklinkermauer, die durch die auf Lücke gesetzten Steine eine gestalterisch interessante Note aufweist.
Diese gebrannten Steine besitzen Reichsformat, d. h., sie sind 1 cm länger und 1 cm schmaler als die jetzt üblichen. Solche Klinkerart wurde z. B. auch beim Bau der Wiedigsburgschule verwendet. Die Farbigkeit der Steine ist bemerkenswert, sie schimmern vom Rotbraun bis hin zum Rotblau. Die Hartbrandklinker stehen auf einem soliden Sandsteinsockel. In die Mauer hineingefügt werden schmiedeeiserne Tore und eine Tür, auch diese historisch nachempfunden. Die Arbeiten sollen im April beendet sein, so dass diese repräsentative Anlage in der Stadt der Landesgartenschau Thüringens 2004 ein Schmuckstück ist.

