eic kyf msh nnz uhz tv nt
Fr, 13:10 Uhr
16.08.2013

Einsatz gut für alle Seiten

Aufgeregt hüpfen die Mädchen und Jungen auf der Ladefläche des Lastwagens herum. Das Steuer haben sie längst in Beschlag genommen und selbst aufs Dach sind schon ein paar Mutige geklettert. Kein Problem, denn der Lastwagen ist aus Holz, bunt angemalt und steht seit dieser Woche auf dem Spielplatz der Kita Märchenhaus in Krimderode...

Ein Brummi für eine KITA (Foto: J. Piper) Ein Brummi für eine KITA (Foto: J. Piper)

Gebaut haben den LKW Teilnehmer eines Projekts des Berufsbildungszentrums Straßenverkehr, kurz BBZ, und des Jobcenters des Landkreises Nordhausen. Seit mehreren Jahren arbeiten beide Einrichtungen zusammen und gestalten für Leistungsempfänger so genannte Arbeits­gelegenheiten, kurz AGH. Rund 30 Lastwagen, Autos und Boote haben AGH-Teilnehmer in den zurückliegenden drei Jahren für Kindergärten im Landkreis angefertigt. Die Mittel für das Material steuerten auch der Landkreis und die Stiftung der Nordhäuser Kreissparkasse bei.

Anzeige symplr (1)
„Für unsere Teilnehmer ist es wichtig, dass sie eine ganz konkrete Aufgabe haben“, sagt Olaf Salomon, Geschäftsführer des BBZ. Wenn sie dann die selbst gebauten Fahrzeuge und Boote übergeben und die Kinder begeistert reagieren, spüre man auch immer den Stolz und die Freude der Projektteilnehmer, so Salomon. Gleichzeitig entdeckten viele bei sich selbst neue Fertigkeiten, die auch im Berufsleben hilfreich sind und lernen viel dazu in den AGH. „Wir haben in jeder Maßnahme Teilnehmer, die im Anschluss eine Arbeit finden oder eine Ausbildung anfangen“, zieht Olaf Salomon für sich ein positives Fazit.

Gedacht sind Arbeitsgelegenheiten für Kunden des Jobcenters, die es besonders schwer haben, eine Arbeit zu finden – sei es, weil sie beispielsweise schon lange arbeitssuchend sind oder keine Ausbildung haben. Ziele dieses Förderinstruments sind, dem Tagesablauf wieder einen neuen Rhythmus zu verleihen, den Teilnehmern die Erfahrung zu vermitteln, Anerkennung für die Arbeit, die eigenen Leistungen zu bekommen und neue Fähigkeiten zu erlernen – wichtige Schritte auf dem Weg dahin, wieder Fuß auf dem Arbeitsmarkt zu fassen.

„Die Zusammenarbeit mit den Trägern ist dabei sehr fruchtbar, denn sie leiten die Teilnehmer fachgerecht an“, weiß Dorothea Paulick vom Jobcenter. So wie das BBZ oder die Kreishandwerkerschaft Nordthüringen, die ebenfalls gemeinsam mit dem Jobcenter AGH anbietet, beispielsweise im Park Hohenrode. Dort ist ein verlässlicher Partner der Förderverein des Parks, der die Teilnehmer mitbetreut und ebenso wie die Kreishandwerkerschaft Material, meist aus Sachspenden, bereitstellt.

„Neben dem Ehrenamt als tragende Säule können wir durch die Zusammenarbeit mit dem Jobcenter das gemeinnützige Anliegen hier im Park Hohenrode unterstützen“, sagt Klaus-Dieter Worm, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Nordthüringen. „Noch wichtiger ist uns, dass die Leute, die eine AGH bei uns machen, hier einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen.“

Arbeiten im Park Hohenrode (Foto: J. Piper) Arbeiten im Park Hohenrode (Foto: J. Piper)

Dies sei auch ein zentrales Anliegen des Vereins, so dessen Vorsitzende Gisela Hartmann, die fast jeden Tag im Park ist und sich dabei auch um die Leute der AGH kümmert. Die Frauen und Männer werden bei vielen Helfertätigkeiten eingesetzt und haben es in den vergangenen Jahren oft erst möglich gemacht, dass die Handwerker anrücken konnten. Ein wichtiger Punkt sei für die Kreishandwerkerschaft, so Worm, dass die eigenen Innungsbetriebe die Projekte mit dem Jobcenter positiv sehen.

„Wir reden mit unseren Innungsbetrieben vorab, damit nicht der Eindruck entsteht, wir nehmen hier Arbeit weg“, sagt Klaus-Dieter Worm. Im Park Hohenrode haben die Teilnehmer der AGH zum Beispiel das Kutscherhaus mit den alten Pferdeställen entrümpelt, entkernt, Putz von der Wand geschlagen oder morsche Fußböden rausgerissen. Jetzt ist hier ein Café entstanden. Die AGH-Teilnehmer lernen zum Beispiel auch in der Ausbildungshalle der Kreishandwerkerschaft oder absolvieren ein Praktikum in Firmen.

„Für viele sind diese Arbeitsgelegenheiten ein Sprungbrett, eine Aufwertung ihre Persönlichkeit, denn einige steckten vorher quasi in einem Loch“, sagt Klaus-Dieter Worm. „Gleichzeitig können wir etwas für die Region und die Allgemeinheit tun.“ Die Früchte der Arbeitsgelegenheiten sieht man an vielen Stellen im Landkreis: zum Beispiel in sozialen Einrichtungen, im Schloss Heringen, im Nordhäuser IFA-Museum oder im Tierheim.
Autor: red

Anzeige symplr (6)
Kommentare

Bisher gibt es keine Kommentare.

Kommentare sind zu diesem Artikel nicht möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)